Devisenhändler, die noch vergangene Woche aus vielerlei Gründen zögerten den Dollar zu verkaufen, holten das in den letzten beiden Tagen verstärkt nach. Die EUR/USD-Paarung erreichte ein 3-Jahres-Hoch und stieg bis nahe 1,4900. Die AUD/USD-Paarung verzeichnete einen ähnlichen zinsbullischen Lauf und notierte mit 1,0920 den höchsten Stand in 29 Jahren. Auch die USD/JPY-Paarung reihte sich ein und sank gestern, trotz der schwachen Grundlagen in Japan, von 81,52 auf 82,17.

Der US Dollar verzeichnete gestern einen kräftigen Kurseinbruch, nachdem Statements vom Offenmarktausschuss (FOMC) jegliche Zweifel beseitigten, was das Festhalten an dem rekordtiefen Leitzinssatz betrifft. Laut dem FOMC-Bericht und dem nachfolgenden Statement des US Notenbankpräsidenten Ben Bernanke ist die Inflation auf dem richtigen Weg zu einem gesunden Wachstum und die Energiepreise sollten in den nächsten Monaten sinken und sich stabilisieren, was die die Notenbank veranlasste am bestehenden Leitzinssatz auf absehbare Zeit festzuhalten. Als Folge dieses Statements fand ein allgemeiner Ausverkauf des Dollar statt, da Investoren nicht der Ansicht sind, dass der Dollar bald Unterstützung finden wird.

Der Euro verzeichnete beim gestrigen Handel einen kräftigen Kursanstieg, da Investoren sich unsicher waren, was dass geldmarktpolitische Statement betrifft, welches später am heutigen Tag von der US Notenbank abgegeben wird. Dieses erwartete Statement sorgte unter Marktexperten für Unruhe, da es voraussichtlich über das „Wohl oder Weh“ für den US Dollar entscheiden dürfte. Mittlerweile profitiert der EUR vom Dollar-abgeneigten Handelsumfeld und verzeichnete gestern zu seinem größten Rivalen, dem Dollar, den höchsten Stand seit 16 Monaten.

Während die meisten Investoren das geldpolitische Meeting der US Notenbank am Mittwoch im Visier haben, hat diese noch die Gelegenheit die jüngsten Wirtschaftsdaten zu begutachten, hierbei insbesondere die Daten vom Immobilienmarkt. All das könnte zu einer optimistischen Einschätzung der amerikanischen Konjunkturlage führen. In letzter Zeit hat auch das Verbrauchervertrauen zugenommen und Händler scheinen sich auf einen Kursanstieg des Dollar zu seinen europäischen Währungsrivalen einzustellen.

Das relativ schwache Marktgeschehen vom Mittwoch scheint sich unterstützend auf den Euro und andere Rohstoff-gebundene Währungen ausgewirkt zu haben. Die Spannungen, ausgelöst durch das jüngste Aufflackern der Sorgen über die Schuldenlage in den USA und in Europa, scheinen nachzulassen, was dazu beitrug, dass die Risikovermeidung an den Märkten abnahm und Safe-Hafen-Währungen, wie der USD, Kursverluste verzeichneten.

Der heutige Bericht über die US Eigenheimverkäufe aus Bestand dürfte kaum dazu beitragen dem USD, nach dem gestrigen Rückgang zum Euro, wieder nach vorne zu bringen, da auch Risikovermeidung wieder Einzug zu halten scheint, was den Dollar begünstigt. Die Sorgen über die Schuldenlage in beiden Regionen bewegt Investoren dazu Safe-Hafen-Anlagen zu bevorzugen, gegenüber höhere Erträge erzielenden Anlagewerten. Händler sollten sich heute auf einen Handel nach dem Geben-und-Nehmen-Prinzip einstellen, da viele Schwierigkeiten haben dürften die Marktrichtung abzuwägen.

Die Rating Agentur Standard & Poor’s änderte gestern ihr Rating für langfristige Kredite der USA von „stabil“ auf „negativ“. Als Grund dafür gaben sie Unentschlossenheit und Untätigkeit auf Seiten der politischen Entscheidungsträger an. Angesicht der festgefahrenen Situation, die sich in den vergangenen zwei Jahren in Washington, D.C. entwickelt hat, wird diese Entscheidung als längst überfällig betrachtet. In dieser Woche werden Investment Portfolios höchstwahrscheinlich angeglichen werden, wovor Marktteilnehmer auf der Hut sein sollten.

Obwohl der USD zum Euro an Boden gewonnen hat, lag der Grund dafür nicht in der Stärke der USA sondern eher in der Schwäche der Eurozone. Dem EUR gelang es nicht einen Haupt-Widerstandswert zu durchbrechen, und folglich sank die EUR/USD-Paarung bis heute Morgen auf 1,4375 zurück.

Die grundlegenden Daten der Eurozone weisen in letzter Zeit auf zunehmende Wirtschaftsschwäche in der Region hin, während die weltweite Industrieproduktion, aufgrund der nuklearen Krise in Japan und steigender Ölpreise, anfängt nachzugeben. Geldpolitische Angleichungen bewirken, dass viele Währungen sehr viel volatiler handeln, als das jüngst der Fall war. Das britische Pfund Sterling verzeichnete erhebliche Kursschwankungen, und das Hin und Her bei den Carry Trades machte den Handel mit dem Schweizer Franken, dem japanischen Yen und sogar dem US Dollar ziemlich unberechenbar.

Die größten Bedenken an den Rohstoffmärkten gehen derzeit dahin, dass die weltweite Wirtschaft, bei einem Ölpreis von über $ 100 pro Barrel, nicht genügend Wachstum aufrechterhalten kann. Investoren sahen einen Preisrückgang beim Rohöl von über $ 113 vergangene Woche auf $ 106,50 heute Morgen. Dieser Rohölpreisrückgang wirkte sich auch auf die Aktienmärkte aus, und Rohöl-abhängige Firmen mussten entsprechende Verluste hinnehmen.

Eine Erklärung für den jüngsten Aufschwung beim Dollar findet sich zum Teil in der Entspannung bei der Nachfrage nach den Rohstoff-gebundenen Währungen, wie dem australischen und kanadischen Dollar. Auch haben eine Reihe friedfertiger Äußerungen von Mitgliedern des Offenmarktausschusses (FOMC) dem US Dollar Rückenwind verliehen, da die Geldmarktpolitik der US Notenbank etwas stabiler zu sein scheint, als die jüngsten politischen Bewegungen in Europa es vermuten lassen.

Während positive weltweite Wirtschaftsdaten zu erhöhter Risikofreudigkeit unter Investoren führte, fiel der Yen zu Wochenbeginn auf den niedrigsten Stand seit 11 Monaten zum Euro. Nachdem sie beim Übernachthandel noch bei 123,30 notiert wurde ist die EUR/JPY-Paarung auf den derzeitigen Wert von 122,50 abgefallen. Da heute keine bedeutsamen Wirtschaftspublikationen weder aus der Eurozone noch aus Japan zu erwarten sind, können Händler sich darauf einstellen, dass sich der momentane Trend fortsetzen dürfte.

Nach der allgemein erwarteten gestrigen Leitzinsanhebung für die Eurozone verzeichnete der Euro mit $ 1,4400 den höchsten Stand seit 15 Monaten zum Dollar. Derweil nahm der Yen beim vorbörslichen Handel sein rückläufiges Verhalten wieder auf und verlor über 50 Pips zum Dollar, bevor eine leichte Korrektur einsetzte. Derzeit steht die USD/JPY-Paarung bei 85,02.

Kurz vor der heutigen Bekanntgabe des Leitzinssatzes für die Eurozone, die für 11:45 MGZ vorgesehen ist, musste der Euro während des asiatischen Handels leichte Kursverluste zum Yen und zum US Dollar hinnehmen. Es wird generell angenommen, dass die Europäische Zentralbank den Leitzinssatz anheben wird, was den Euro zum Wochenende hin wieder in Aufwärtstrend versetzen dürfte.

Beim vorbörslichen Handel bewies der Euro weiterhin Stärke, während Investoren gespannt auf das Ergebnis des morgen stattfindenden EZB Treffens warten. Es wird allgemein angenommen, dass die EZB den Leitzinssatz der Eurozone anheben wird, was den Kurs des Euro mit großer Wahrscheinlichkeit in die Höhe treiben wird.

Wie erwartet belässt die Reserve Bank of Australia, angesichts der Naturkatastrophen in der Region, den Leitzinssatz unverändert bei 4,75%. Später am heutigen Tag wird sich Glenn Stevens, der Chef der australischen Zentralbank (RBA) zur Zukunft der australischen Geldmarktpolitik äußern. Beim New Yorker Börsengang erwarten Händler positive Ergebnisse von den ISM Einkaufsmanagerindexes und dem Bericht über das Treffen der US Notenbank.

Das Highlight dieser Woche dürfte am Donnerstag die Bekanntgabe des EZB Leitzinssatzes sein. Händler erwarten eine erste Anhebung um 0,25%-Punkte und eine Aussage seitens der EZB, dass es sich bei dieser Anhebung nicht um eine einmalige Aktion handelt, sondern um den Beginn einer Normalisierung der europäischen Geldmarktpolitik, was sich positiv auf den Euro auswirken dürfte. Zudem wird, insbesondere nach den positiven Arbeitsmarktdaten vom Freitag, der heutigen Rede des US Notenbankpräsidenten Ben Bernanke in Atlanta große Bedeutung beigemessen. Sollte Bernanke kämpferische Töne anschlagen, könnte das eine Umkehr für den Dollar einläuten.

Es wird erwartet, dass der heutige Arbeitsmarktbericht sowie der ISM Einkaufsmangerindex des verarbeitenden Gewerbes eine weitere Verbesserung der US Konjunkturlage aufzeigen werden. Mit zunehmender Risikofreudigkeit sind die Rohstoffpreise kräftig angestiegen, was besonders der australischen und kanadischen Währung zugute kam.