Nach dem gestrigen Feiertag greift die US Wirtschaft heute wieder ins Marktgeschehen ein, mit der Veröffentlichung einiger nicht ganz so bedeutsamer Wirtschaftspublikationen. Die wichtigste dürfte der für 15:00 MGZ vorgesehene Bericht des Conference Boards über das Verbrauchervertrauen sein. Diese Daten sind eine grundsolide Meßlatte unter der die Arbeitsmarktzahlen, die am Mittwoch und am Freitag bekannt gegeben werden, betrachtet werden sollten.

Da in den USA heute ein gesetzlicher Feiertag begangen wird, dürften Devisenhändler ein nur relativ schwaches Handelsumfeld vorfinden. Obwohl die Schuldenkrise über der Eurozone hängt und die Industrieproduktion weltweit ins Schwanken gerät, scheinen höhere Erträge erzielende Anlagen wie GBP und EUR trotz schwacher Grundlagen Gewinne zu versprechen. Diesem Trend scheint sich nichts entgegen zu setzen, da Dollar-Händler erhebliche Werteverlagerungen vornehmen.

Der Schweizer Franken und der japanische Yen waren gestern die Hauptdarsteller, während die griechische Schuldenkrise sich weiterhin negativ auf den Euro auswirkte. Schwache US Wirtschaftsdaten veranlassten Marktteilnehmer sich nach anderen Safe-Hafen-Währungen, als den US Dollar umzusehen.

Beim asiatischen Handel notierten die Dollar-Block-Währungen und die Rohstoffe merklich höher, während der Anstieg an den asiatischen Börsen auf eine mögliche Rückkehr zu risikofreudigem Handel schließen lässt.

Ein Wiederaufleben der Risikofreudigkeit, ausgelöst durch stärkere US Wirtschaftsdaten, sorgte für Rückläufigkeit bei Safe-Hafen-Währungen wie dem US Dollar und dem Yen. Die Dollar-Block-Währungen erholten sich von den Tiefs am Montag, die vom Wiederaufflackern der griechischen Schuldenkrise und den schwachen chinesischen Wirtschaftsdaten ausgelöst wurden.

Der Euro hat gestern zwar seine kräftigen Verluste zum US Dollar ausgeglichen, doch wenn man von den jüngsten Kursbewegungen ausgeht, hat sich das Momentum gegen die 17-Nationen-Währung gerichtet.

Die gestrige Rede Präsident Barack Obamas über die Haltung der USA zum Mittleren Osten hat beim späten Börsengang für Unruhe gesorgt. Obwohl seine Haltung recht moderat erschien, hinsichtlich des “arabischen Frühlings” sogar ausgesprochen zurückhaltend, wurde Obama von vielen dafür kritisiert, dass er die Gelegenheit ausließ, sich zu anderen wichtigen Themen zu äußern. Es lässt sich nur schwer einschätzen, ob das einen abkühlenden Effekt auf den Kurs des US Dollar hatte, allerdings wurde die Rede offenbar mit Bedenken und Betroffenheit zur Kenntnis genommen.

Das derzeit in Brüssel, Belgien, stattfindende ECOFIN Treffen wird von der Festnahme Dominique Strauss-Kahns (von den Medien auch DSK genannt) überschattet, der beschuldigt wird, sich in einem New Yorker Hotel an einem Zimmermädchen vergangen zu haben. Strauss-Kahn ist Geschäftsführer des IWF und Mitglied der Sozialistischen Partei Frankreichs. Viele Devisenhändler hatten sich von dem Treffen der Finanzminister Perspektiven hinsichtlich der Schuldenlage der Eurozone erwartet. Der Medien-Hype lenkte jedoch so sehr von dem Thema ab, dass Investoren eher nach Sicherheit als nach höhere Erträge erzielenden Anlagen strebten, was Range-Trading beim EUR zur Folge hatte.

Der US Dollar eröffnete die Woche am Montag etwas stärker zum Euro, als Händler, wie schon in der Vorwoche, sich sichereren Anlagewerten zuwandten. Ab Montagabend richteten Händler ihren Fokus allerdings wieder auf die Unterschiede bei den Leitzinssätzen zwischen den USA und Europa, was die EUR/USD-Paarung wieder ansteigen ließ. Nachdem die Paarung bis auf 1,4050 abgesunken war fand sie Unterstützung und bewegt sich derzeit Richtung 1,4300.

In der Eurozone wurde gestern der Verbraucherpreisindex (CPI) veröffentlicht, der aufs Jahr gerechnet einen soliden, gleichmäßigen Inflationsanstieg auswies. Die Kerndaten zeigten außerdem besser als erwartetes Wachstum. Die Daten rückten wieder einmal die unterschiedlichen Leitzinssätze in Amerika und Europa in den Vordergrund des Interesses, da sich die Stimmungslage am Markt verlagert. So gewannen gestern die die Befürworter eine Leitzinsanhebung die Oberhand, was den EUR zum USD steigen ließ.

Der US Dollar eröffnete die Woche recht kräftig zum Euro, während manch Händler, nach dem schwindelerregenden Börsengang der vergangenen Woche, sich noch die Wunden leckte. So notiert die EUR/USD-Paarung folgerichtig heute Morgen nahe dem Wert von 1,4050.

Der EUR war nicht in der Lage seinen jüngsten stabilen Kurs zum US Dollar zu halten, da regionale Investoren sich über die Ausrichtung der 17-Nationen-Währung uneins waren. Regionale Rückläufigkeit bestimmte den Tag, während in der Gerüchteküche darüber spekuliert wurde, dass für Griechenland bereits ein neues finanzielles Rettungspaket geschnürt sei, beziehungsweise, dass Griechenland plane aus der Eurozone auszutreten. Da beides heftigst dementiert wurde, suchten Händler Sicherheit rasch anderswo, da andere Hilfe sonst nicht in Sicht ist.

Der Rohölpreis verzeichnete gestern an der New Yorker Handelsbörse einen kräftigen Einbruch und schloss knapp unter $ 98 pro Barrel. Die US Rohöllagerbestände wurden die zweite Woche in Folge um über 3 Mio. Barrel aufgestockt, was auf einen erheblichen Aufwärtstrend bei der amerikanischen Lagerhaltungsphilosophie hinweist. Es ist durchaus möglich, dass es sich hierbei um eine taktische Maßnahme handelt und dass zu Beginn des amerikanischen Sommers die überschüssigen Bestände auf den Markt geworfen werden, um während der Hauptreisezeit die Benzinpreise niedrig zu halten.

Der EUR war in der Lage seinen Kurs zum US Dollar zu halten, während sich regionale Investoren über die Richtung der 17-Nationen-Währung uneins waren. Die einen wollen, aufgrund der schwachen Grundlagen, ausgelöst durch das Herabsetzen der Kreditwürdigkeit Griechenlands und anderer Schuldensorgen, den EUR verkaufen, wohingegen andere am Euro festhalten wollen und auf eine Verschärfung der geldmarktpolitischen Maßnahmen durch die EZB noch im in diesem Monat setzen.

Die gestrige Herabsetzung von Griechenlands Kredit-Rating von B auf BB- durch die Rating-Agentur Standard & Poor’s setzte die Gemeinschaftswährung der Eurozone erheblich unter Druck. Der Euro fiel zu seinem Haupt-Währungsrivalen, dem US Dollar, gestern auf den niedrigsten Stand seit nahezu drei Wochen. Für heute sieht es so aus, als könne sich diese Bewegung konsolidieren.

Das deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ veröffentlichte ein am vergangenen Freitag kursierendes Gerücht, dass Griechenland bei einer jüngsten Strategiebesprechung den Austritt aus der 17-Nationen-Eurozone erörtert habe. Obwohl von deutschen und griechischen Regierungsstellen vehement dementiert, hat die Kraft dieses Gerüchts in spekulativen Kreisen den Kurs des EUR drastisch sinken lassen.

Während auf die heutige Bekanntgabe des US Arbeitsmarktberichts (NFP) gewartet wird, scheinen viele Händler ihren ungeheuren Optimismus hinsichtlich der Stabilität ihrer Portfolios verloren und sich zeitweilig Richtung Sicherheit orientiert zu haben. Die US Wirtschaft hat bislang von dieser Verlagerung profitiert, und ein stärkerer Dollar wird den Amerikanern auch in den nächsten Tagen mehr Kaufkraft verleihen.

Die heutigen Bekanntgaben der Kurzzeitzinssätze für Europa und Großbritannien werden bei der Marktbewertung sehr wahrscheinlich tonangebend sein, und Händler sind gut beraten auch auf die begleitenden geldmarktpolitischen Statements zu achten. Aufgrund der Leitzinsunterschiede zeigt der Dollar weiterhin Schwäche, jedoch könnten friedfertige Statements aus Europa heute einen Teil dieser Lücke schließen.

Der Euro verzeichnete gestern geringfügige Kursrückgänge zu einigen seiner Währungsrivalen, nachdem die Europäische Union und der Internationale Währungsfond (IWF) bekannt gegeben hatten, dass man sich nunmehr über die Einzelheiten des Rettungsplans für Portugal geeinigt habe. Als Folge fiel die EUR/USD-Paarung von ihrem 17-Monate-Hoch von 1,4900 leicht ab und handelte heute bei der Eröffnung der asiatischen Märkte nahe dem Wert von 1,4820.

Der US Dollar verzeichnete gestern Morgen einen euphorischen Anstieg nachdem US Präsident Barack Obama bekannt gegeben hatte, dass Osama bin Laden bei einem Kommandounternehmen in Pakistan getötet wurde. Gleich im Anschluss an diesen überraschenden Anstieg setzten sich die Dollarverkäufe im Austausch für höhere Erträge erzielende Währungen wieder fort, da der rekordtiefe Leitzinssatz weiterhin der bestimmende Faktor bei der Bewertung der amerikanischen Währung ist.

Da in Teilen Europas und in Großbritannien heute ein gesetzlicher Feiertag ist, dürften sich Devisenhändler auf einen relativ schwachen Handel einrichten. Obwohl in der Eurozone noch Bedenken hinsichtlich der Schuldenlage bestehen und die weltweite Industrieproduktion schwächelt, scheinen höhere Erträge erzielende Währungen, wie GBP und EUR, trotz schwacher Grundlagen, in der Lage zu sein Kursgewinne zu verzeichnen. Dieser Trend scheint auf wenig Gegenwehr zu stoßen, da Dollar-Händler erhebliche Beträge in andere Währungen investieren.