Die positive Abstimmung im deutschen Bundestag am Donnerstag über die Erweiterung des Rettungsschirms der Eurozone sowie besser als erwartete US Wirtschaftsdaten ließen die EUR/USD-Paarung am Donnerstag über 1,36 ansteigen, gleichwohl sie seitdem einige ihrer Kursgewinne wieder eingebüßt hat.

Heute sollten Händler besonderes Augenmerk auf die Veröffentlichung des Berichts über ausstehende US Eigenheimverkäufe richten. Dieser Indikator sorgt bei den Haupt-Währungspaarungen stets für heftige Volatilität an den Märkten. Nach der für 14:00 MGZ vorgesehenen Bekanntgabe dürfte sich Händler gute Gelegenheiten bieten dem Marktgeschehen beizutreten.

Die Hoffnung, dass europäische Führungskräfte sich schon bald auf Maßnahmen verständigen werden die Schuldenkrise der Eurozone in Griff zu kriegen sorgte dafür, dass Aktienmärkte, Rohstoffe und andere riskantere Anlagewerte sich am Dienstag erholten.

Nach etlichen Tagen kräftigen Rückgangs setzte beim gestrigen Handel weltweit eine Korrektur ein. An den Devisenmärkten konnte der Euro Kursverluste zum US Dollar wettmachen und erholte sich von seinem 10-Monats-Tief. Beim Rohstoffhandel verzeichnete der Rohölpreis einen Anstieg um 500 Pips und stieg bis auf $ 82,45 pro Barrel.

Zu Beginn dieser Handelswoche steht außer Frage was wohl das wichtigste Thema sein dürfte. Alle Augen sind auf die europäischen Entscheidungsträger gerichtet und wie sie sich wohl hinsichtlich der griechischen Schuldenkrise entscheiden werden. Momentan zeigen sich die Märkte recht pessimistisch hinsichtlich der Zukunft der Europäischen Union, da auch der Euro auf breiter Front Kursverluste zu verzeichnen hat.

Der US Dollar verzeichnete am Donnerstag weitere Kursgewinne zum Euro und den anderen Haupt-Währungen, als ein heftiger Einbruch an den US Aktienmärkten sowie schwache Wirtschaftsdaten aus China und der Eurozone dazu führten, dass Investoren sich von riskanten Anlagewerten abwandten.

Das Offenmarktausschuss (FOMC) Statement von gestern Abend führte zu erheblicher Volatilität an den Märkten. Gleichwohl die US Notenbank Maßnahmen zur Belebung der darbenden US Wirtschaft bekannt gab, hielt sich die Zuversicht von Investoren in die US Wirtschaft in Grenzen und folgerichtig konnte der Safe-Hafen-Dollar Kursgewinne verzeichnen.

Spekulationen, dass nach dem Treffen des Offenmarktausschusses (FOMC) weitere quantitative Lockerungen bekannt gegeben werden um die US Wirtschaft zu unterstützen ließen den US Dollarkurs zu den meisten seiner Haupt-Währungsrivalen sinken. Der Rohölpreis profitierte von der optimistischen Stimmung, dass dieser Anreiz der nachlassenden Konjunktur helfen könnte und dass die Nachfrage für Brennstoffe und Energie steigen wird.

Die heutigen Wirtschaftspublikationen werden sich auf etliche US Veröffentlichungen konzentrieren und dabei vorrangig auf Berichte vom Immobilienmarkt. Später am Tag, nach Bekanntgabe der Daten, darf wahrscheinlich mit gesteigerter Liquidität gerechnet werden, obwohl der Einfluss der ZEW-Konjunkturerwartungen in Europa diese Daten überschatten und Händler für die Dauer des europäischen Börsengangs in einen Taumel versetzen dürfte.

Wie von IBD/TIPP berichtet wurde signalisierten die gestrigen amerikanischen Konjunkturdaten einen Aufschwung gegenüber dem Vormonat. Diese Nachricht zeigte zwar keinerlei Wirkung auf die Devisenmärkte, allerdings könnte es auf lange Sicht gesehen die US Finanzmärkte schon beeinträchtigen, sollten weitere Einbrüche bei der Industrie erfolgen.

Da die ganze Woche über wichtige Inflationsberichte erwartet werden, wobei die meisten Spekulanten von ansteigenden Daten ausgehen, könnte das GBP entweder seine jüngste Strähne fortsetzen, oder aber kräftige Verluste hinnehmen, sollte sich die Inflation abwärts bewegen.

Die vergangene Woche von führenden Zentralbanken veröffentlichten Leitzins-Statements zeigten auf, wie sehr die Weltwirtschaft in der Krise steckt. Jede Zentralbank schien bei geldmarktpolitischen Maßnahmen eine abwartende Haltung einzunehmen, beließ den Leitzinssatz unverändert und verkündete pessimistische Aussichten. Die Wirkung schien sich mit jedem Statement zu verstärken und führte zu einer starken Wiederbelebung des Safe-Hafen-Anreizes, was dem US Dollar (USD) zu erheblichen Kursgewinnen verhalf.

Der Euro verzeichnete einen Kursrückgang zum USD nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Entscheidung betreffend des Leitzinssatzes, auch Mindestbietungssatz genannt, bekannt gegeben hatte. Bis zum Statement des EZB Präsidenten Jean-Claude Trichets wackelte der EUR ein wenig, und an den Märkten wurde der EUR ganz offensichtlich gemieden.

Unter den europäischen Zentralbanken hat sich diese Woche eine Art Friedfertigkeit breit gemacht, und Investoren sind besorgt darüber, dass ein Fortbestand der niedrigen Leitzinssätze gepaart mit der Möglichkeit einer Leitzinssenkung in Europa in 2012, die Währungskurse mindern könnte je weiter das dritte Quartal voranschreitet, insbesondere in Großbritannien.

Da sich die meisten Händler heute auf die bevorstehende Leitzinsentscheidung der kanadischen Zentralbank (BOC) fokussieren ist wahrscheinlich beim frühen Handel mit erhöhter Liquidität zu rechnen. Die Bank of Japan (BOJ) wird ebenfalls ihre Leitzinsentscheidung bekannt geben, und es wird davon ausgegangen, dass beide Zentralbanken keine Änderungen ihrer Geldmarktpolitik vornehmen werden. Die Leitzinssätze stehen diese Woche im Fokus, und Händler sind gut beraten die entsprechenden Bekanntgaben mit den nachfolgenden Bank-Statements aufmerksam zu verfolgen.

Griechische und italienische Schulden sowie eine nachlassende Weltwirtschaft setzen den EUR weiterhin unter Druck. Unter den Wirtschaftsereignissen dieser Woche stechen zwei besonders heraus, darunter das Treffen von sechs G10 Zentralbanken und die geplante Rede Präsident Obamas zur wirtschaftlichen Lage.

Da sowohl die USA als auch Kanada einen gesetzlichen Feiertag begehen dürfte es heute um die Liquidität beim nordamerikanischen Handel knapp gestellt sein, was dem Abschwung des EUR zum USD und zum CHF eine kurze Atempause einräumen könnte.

Das wichtigste Ereignis auf dem heutigen Wirtschaftskalender dürfte wohl die Veröffentlichung des US Arbeitsmarktberichts (NFP) sein. Sollten die heutigen Daten einen moderaten Zuwachs beim Beschäftigungssektor der weltgrößten Volkswirtschaft aufzeigen, eine Einschätzung, die aufgrund der Daten von vor ein paar Tagen doch recht fragwürdig erscheint, besteht die Möglichkeit, dass mehr Investment in Richtung der höhere Erträge erzielenden europäischen Währungen fließen wird, da Investoren sich bemühen ihre Portfolios zu streuen.

Die Wirtschaftsnachrichten dieser Woche versetzten Händler an den Märkten in eine pessimistische Stimmung. Es hat nur sehr wenige Nachrichten gegeben, die diesem Pessimismus an den Devisenmärkten etwas entgegensetzen können, so dass Händler nunmehr auf die Arbeitsmarktdaten (NFP) vom Freitag warten, bevor sie sich auf größere Investitionen einlassen.