CFDs
In Anbetracht der immer komplexer werdenden Welt der Finanzinstrumente erfreuen sich einfache und auch für den Laien sofort durchschaubare Investitions- bzw. Spekulationsalternativen in letzter Zeit wachsender Beliebtheit. An vorderster Stelle zu nennen ist in diesem Zusammenhang der Markt der Differenzkontrakte (CFD).
Vom Grundsatz gehören CFDs zu den derivativen Finanzinstrumenten, allerdings sind sie nicht den Terminmarktgeschäften zuzuordnen, es gibt kein Verfallsdatum, die Laufzeit ist (zumindest theoretisch) unbegrenzt. Wer einen Contract for Difference (CFD) kauft, der geht die Vereinbarung ein, für den Barausgleich aus der Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufskurs eines Finanzinstruments zu sorgen (dies bedeutet im Verlustfall die Differenz zu ersetzen und im Gewinnfall entsprechend von der Kursentwicklung zu partizipieren). Der Differenzkontrakt reflektiert 1-zu-1 die Entwicklung des zugrundeliegenden Basiswertes ohne dass das normalerweise notwendige Kapital für den tatsächlichen Erwerb vorhanden sein muss.
Ein wesentlicher Vorteil von Differenzkontrakten besteht darin, dass man sowohl von steigenden als auch von fallenden Kursen profitieren kann. Wer also “long” geht und die Kurse steigen tatsächlich erzielt einen entsprechenden Gewinn, gleiches gilt, wenn die Kurse fallen und der Trader “short” ist. Somit bieten Contracts for Difference interessante Möglichkeiten in allen Marksituationen.
Der Handel mit Differenzkontrakten zeichnet sich - vergleichbar dem Trading an der Foreign Exchange - dadurch aus, dass lediglich eine bestimmte Sicherheitsleistung (”margin”) auf dem Konto des Traders vorhanden sein muss. Diese Sicherheitsleistung und damit verbunden die Hebelwirkung (”leverage”) variieren in Abhängigkeit vom gewählten Broker sowie vom gehandelten Instrument. Wer beispielsweise ein margin von 2 Prozent bereitstellen muss, handelt mit einem Hebel von 50:1. Ändert sich nun der Kurs des Basiswertes um 1 Prozent, so ergibt sich ein Gewinn oder Verlust in Höhe von 50 Prozent (Prozent x Hebel).
Wie sich leicht nachvollziehen lässt steigt das Risiko von CFDs mit größerer Hebelwirkung. Die möglichen Gewinne und Verluste sind im Verhältnis zu nicht gehebelten Finanzinstrumenten wesentlich größer, weshalb diese moderne Finanzwette immer mehr Anhänger gewinnt. im Gegensatz zu vielen hochkomplexen Konstruktionen insbesondere im Zertifikatebereich ist ein Differenzkontrakt besonderes leicht nachvollziehbar, da er den Basiswert unverändert abbildet. Der Basiswert selbst kann übrigens ein Länder- oder Branchenindex sein, aber auch beliebige Einzeltitel sind möglich.
Die meisten Banken betreiben Contracts for Difference im Eigenhandel, dem Bonitätsrisiko des Anlegers wird durch die Hinterlegung der Sicherheitsleistung Genüge getan. Das Risiko in den Minusbereich zu geraten besteht in aller Regel nicht, da Positionen automatisch von der Bank glattgestellt werden, wenn sie zu stark in den Verlustbereich geraten. Die genauen Bestimmungen variieren zwar von Broker zu Broker, gängige Praxis ist jedoch dass der Anleger verpflichtet ist zusätzliches Geld nachzuschießen, sobald der überwiegende Teil der margin aufgezehrt ist. Kommt er dieser Nachschusspflicht nicht nach wird die Position glattgestellt.

