Renko Charts
Die Kursdarstellung in Form sog. Renko-Charts kommt aus Japan. Der bedeutungsmäßige Ursprung liegt im japanischen Wort “Renga”, was auf deutsch “Ziegel” bedeutet.
Ein Renko-Chart besteht dementsprechend auch aus Ziegeln, welche als Bricks bezeichnet werden. Entscheidendes Wesensmerkmal ist die Tatsache, dass die Schlusskurse für die Darstellung der Kurszeitreihe in Form eines Renkochart ausreichen. Nicht berücksichtigt werden dagegen das zeitliche Momentum, das Handelsvolumen sowie Höchst- oder Tiefstkurse.
Beim Renko-Charting bestimmender Wert ist die Brick-Größe. Es wird nur immer dann ein derartiger Ziegel gezeichnet wenn sich der Kurs um diese Brick-Größe bewegt hat. Die farbliche Darstellung der Bricks wird daran orientiert, ob es sich um steigende oder fallende Elemente handelt. Der Vergleich erfolgt immer mit dem letzten Brick, welcher bei geringer Volatilität auch älter als einen Tag sein kann. Dies bedeutet, dass “unwesentliche” Schwankungen verschluckt werden, genauer gesagt werden jene Kurse nicht angezeigt, welche innerhalb der Distanz zwischen dem letzten gezeichneten Brick und der (selbst wählbaren) Brick-Größe liegen. Renkocharting ist vor allem zur Findung von Haupttrends geeignet ist, da momentane Bewegungen (gegen den eigentlichen Haupttrend) herausgefiltert werden.
Wer die gemachten Ausführungen verstanden hat, wird nun auch nachvollziehen können, dass die zeitliche Darstellung nicht linear ausfallen kann. Der bereits erwähnte Filtereffekt von kurzfristigen kleineren Schwankungen kann dazu führen, dass eine verspätete Signalauslösung erfolgt.
Entscheidende Bedeutung kommt beim Renkochart der Wahl der richtigen Brickgröße zu. Wesentlicher Bestimmungsfaktor ist hierbei die Volatilität. Als Grundregel wird in diesem Zusammenhang oft angeführt, dass bei hoher Volatilität eine hohe Brickgröße gewählt werden sollte und bei geringer Volatilität eine entsprechend kleinere. Aber wie überall im Leben gibt es auch hier kein Patentrezept und es empfiehlt sich verschiedene Brickwerte auszuprobieren.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Renko-Charts eine durchaus sinnvolle Variante der Chartanalyse darstellen, aber nicht isoliert genutzt werden sollte. Der eigentliche Kursverlauf sollte nie aus den Augen verloren werden, da es – je nach gewähltem Brickwert – auch durchaus zu Verfälschungen kommen kann.


