Bid, Ask, Spread und Margin
Für Devisenkurse werden – wie im vorangehenden Kapitel bereits kurz angedeutet – immer separate Kaufs- und Verkaufskurse notiert. Der Kurs, zu dem man eine Währung kaufen kann, wird im Fachjargon als “Ask” bezeichnet, während “Bid” den Verkaufskurs benennt. Der Kaufkurs liegt immer etwas höher als der Verkaufskurs, der Unterschied macht meist einige wenige sog. Pips aus. Pips werden die Werte der vierten Nachkommastelle der entsprechenden Devisenkurse genannt. Wenn beispielsweise für einen Euro gerade noch 1,4500 US-Dollar zu bezahlen waren und nun 1,4504, so hat sich der Kurs um 4 Pips verändert. Der Unterschied zwischen Ask und Bid Kurs stellt den Gewinn des Vermittlers, Brokers etc. dar – diese Spanne wird als “Spread” bezeichnet. Außer diesem Spread werden am Forex keine weiteren Handelsgebühren erhoben. Um mit einer bestimmten Währungstransaktion Gewinn zu erzielen, muss der Handelnde also zumindest den Spread verdienen, um in die Gewinnzone vorzustossen.
Im ersten Moment etwas Schwierigkeiten bereitet manchen Einsteigern das Lesen der Devisenkurse. Aber im Prinzip ist die Sache ganz einfach: Währungskurse werden – wie bereits angemerkt – immer in der Form Währung A/Währung B notiert, wobei Währung A immer die niedrigere ist und immer 1. Der Kurs von Währung B gibt also an, wieviel man für 1 Einheit von Währung A bekommt. Das bereits verwendete Währungspaar EUR/USD mit einem theoretischen Stand von 1,4005 besagt also, dass man für 1 Euro 1,4005 US-Dollar bekommt. EUR/USD ist eines von vier Währungspaaaren, bei welchen der Dollar nicht die erstgenannte Währung ist. Neben dem Euro ist dies auch beim australischen Dollar, beim britischen Pfund und beim neuseeländischen Dollar der Fall. Was die Bewegung des Kurses anbetrifft, gilt grundsätzlich, dass die erstgenannte Währung dann teurer wird, wenn der Preis steigt (und umgekehrt).
Wenn Sie sich nun fragen sollten, warum sich Währungskurse ständig ändern, so gibt es hierfür verschiedene Ursachen. Neben dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage nach einer Währung sind wirtschaftliche Faktoren, insbesondere die Inflationsrate und das Zinsniveau zu nennen. Die Rolle des Zinsniveaus sei an einem einfachen Beispiel verdeutlicht: Wenn die Zinsen in den USA höher sind als in Europa fließt mehr Geld in Richtung USA, da es hier einen höheren Ertrag erzielt. Aufgrund des langfristigen Horizontes von Geldanlagen ist eine Auswirkung auf dem Forex Markt aber erst mit einer gewissen Zeitverzögerung zu beobachten.
Ein großer Vorteil beim Forextraden besteht darin, dass man aufgrund eines an Wochentagen 24 Stunden zugänglichen Marktes sehr schnell auf bestimmte Ereignisse und Signale reagieren kann. Es wird sich weltweit immer jemand finden, der den entsprechenden Handel vollzieht, der Markt ist zu jeder Tages- und Nachtzeit liquide und in Bewegung.
Die besondere Faszination des Phänomens Forex besteht im Einsatz sog. “Hebel” (“Leverage Effekt”). Ein durchaus üblicher Hebel von 1:200 bewirkt, dass der Handelnde mit einer Hinterlegung von 100 US-Dollar um das 200-fache, in diesem Falle also um 20.000 US-Dollar spekuliert. Das zu hinterlegende Kapital, die Sicherheitsleistung, wird als “margin” bezeichnet. Wie sich leicht nachvollziehen lässt, fällt die Veränderung des eigenen Kontostands und damit der entstehende Gewinn oder Verlust auch 200-mal so hoch aus als bei einer Transaktion ohne Margin. Hohe Chancen gehen mit hohen Risiken einher, Anfängern sei deshalb empfohlen, auf höhere Margins wie beispielsweise 10% oder 5% zu setzen.


