Terminmärkte, Handelszeiten und Kontraktgröße

Terminmärkte besitzen aufgrund der Möglichkeit in relativ kurzer Zeit hohe Gewinne zu erzielen auf viele Anleger eine besondere Anziehungskraft. Leider sind viele dieser (Hobby-)Spekulanten nicht im geringsten mit den grundlegenden Voraussetzungen vertraut, um an einem Terminmarkt erfolgreich zu sein, was dazu führt, dass die allermeisten Anfänger nach relativer kurzer Zeit frustriert dem Markt den Rücken zuwenden.

Die erste wichtige Frage besteht für Interessenten am Terminhandel darin, welcher Markt der individuell geeignetste ist. Gerade Anfänger machen hier oft den Fehler den Geschichten vom plötzlichen Reichtum eines Bekannten durch Spekulation am DAX-Future Glauben zu schenken und versuchen in dessen Fußstapfen zu treten. Grundsätzlich lässt sich hierzu feststellen, dass viele Trader zwar gerne mit ihren Erfolgen hausieren gehen, die Verluste jedoch oft vollständig unter den Tisch fallen lassen. Man sollte also derartige “Erfolgsgeschichten” nicht überbewerten.

Im engen Zusammenhang mit der Wahl des gehandelten Marktes steht die jeweilige Kontraktgröße. Die für deutsche Anleger bedeutendsten Future-Märkte, der DAX-Future und der S&P 500-Future sind in aller Regel für Anfänger ungeeignet aufgrund der Kontraktgröße. Die Größe der Position ist für das außerordentlich hohe Gewinnpotential verantwortlich, dementsprechend groß ist aber natürlich auch das einzugehende Risiko. Wer sich als Anfänger denn tatsächlich dem Trading an den Futuremärkten widmen will (wovon eher abzuraten ist), sollte sich eher einem Markt geringerer Kontraktgrößen wie beispielsweise dem Euro-Bund-Future zuwenden.


Terminmarkt-Einsteiger sind mit dem Forexhandel ohne Zweifel besser aufgehoben als an den Futuremärkten. Insbesondere die Möglichkeit zur Eröffnung sog. Mini-Accounts stellt eine ideale Möglichkeit dar ein Gefühl für den Markt zu entwickeln ohne unüberschaubare Risiken einzugehen. Bei einem derartigen Mini-Account wird die normale Handelseinheit von 100.000 US-Dollar (Lot) auf 10.000 US-Dollar verrringert, entsprechend geringer ist auch die notwendige Margin und damit das zur Kontoeröffnung notwendige Kapital. Zudem bieten die meisten Forexbroker die Möglichkeit den Hebel individuell einzustellen. Gerade zu Beginn empfiehlt sich die Verwendung eines moderaten Hebels, um sich mit dem Marktverhalten vertraut machen zu können ohe Gefahr zu laufen innerhalb weniger Tage das gesamte Kapital verspielt zu haben.

Wenn man sich die Frage nach der minimalen Kontogröße stellt, so sollten es schon 1.000, besser 2.000 US-Dollar sein, wenngleich einzelne Broker mittlerweile Mini-Accounts ab 100 US-Dollar anbieten. Anfänger sollten – wie bereits angemerkt – kleinere Kontraktgrößen wählen, um das mit dem Trade verbundene Risiko überschaubarer zu gestalten. Mini-Kontrakte mit einer Grösse von 10.000 US-Dollar führen dann bei einer Bewegung von einem Tick zu einem Gewinn oder Verlust von einem US-Dollar.

Ein häufig gemachter Anfängerfehler – insbesondere nach ersten erfolgreichen Trades – besteht darin, vollkommen auf das Setzen von Stopps zu verzichten. Tage mit großen Verlusten sind beim Trading-Einsteiger in den allermeisten Fällen mit der kompletten Mißachtung der bekannten Stopp-Regeln verbunden. Warum sollte man schließlich einen Stopp setzen wenn ohnehin alles so gut läuft?


Terminmärkte sind im Vergleich zum klassischen Aktienhandel stärker durch Kurzfristtrader gekennzeichnet. Der Leverage-Effekt beim Termin- und Währungshandel ist für das außerordentlich hohe Gewinn-/Verlustpotenzial verantwortlich, der hinter Kurzfristtrading stehende Zeiteinsatz darf aber in keiner Weise vergessen werden. Wer beispielsweise einer “normalen” Beschäftigung nachgeht, für den ist der deutsche Aktienhandel vollkommen ungeeignet, da sich dieser genau während der Arbeitszeit abspielt. Was die Handelszeiten am Forex anbetrifft, so lässt sich feststellen, dass das größte Handelsvolumen nach deutscher Zeit von morgens 8.00 Uhr bis ca. 17.00 Uhr und dann nochmals ab 20.00 Uhr bis ca. 22.00 Uhr zu beobachten ist. Inwieweit die zweite genannte Zeitspanne noch größere Bewegungen aufweist hängt allerdings entscheidend davon ab, wie der bisherige Tag gelaufen ist. Sind bereits mehrere größere Bewegungen zu verzeichnen gewesen, so ist mit einem sehr ruhigen “Abendgeschäft” zu rechnen.

Wichtig ist natürlich auch die Frage nach der Vereinbarkeit von normalem Berufsleben und (Hobby-)Trading. Grundsätzlich ist von dieser Kombination eher abzuraten, da insbesondere bei hohen Anforderungen am Arbeitsplatz die Fehlerquote beim Trading genauso ansteigt wie bei den täglichen Aufgaben am Arbeitsplatz. Zudem besteht die psychische Gefahr mit entsprechender Stimmungslage bei zahlreichen Verlusttrades und überheblich-arrogantem Auftreten bei anhaltenden Erfolgen. Der Weg zum Berufstrader ist lang und alles andere als einfach, für langfristige Erfolge aber ohne Alternative.

 

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