Accelerator ACC
Nicht genau nachvollziehen lässt sich die Herkunft des Accelerator-Indikators (abgekürzt ACC). Das Wort “Acceleration” bedeutet ins Deutsche übersetzt “Beschleunigung” und entsprechend ist das Ganze auch zu verstehen. Ähnlich wie ein Auto schneller fährt sobald man aufs Gaspedal drückt oder ein Apfel im Laufe des freien Falls an Fahrt gewinnt, weisen auch Kursbewegungen an den Kassa- oder Terminmärkten Beschleunigungen auf. Es sind dabei natürlich gleichermaßen positive wie negative Beschleunigungen erkennbar.
Dem Einsatz des Accelerator-Indikators liegt die Annahme zugrunde, aufgrund der Trennung von Marktphasen mit zunehmender Beschleunigung und solcher mit nachlassender Beschleunigung eine Informationsgewinnung für den Handel zu erzielen. Wie leicht nachzuvollziehen liegt der optimale Einstiegszeitpunkt beim Beginn einer Phase mit Beschleunigung, der Ausstiegszeitpunkt am Ende einer derartigen Phase.
Der Accelerator geht in seinen Grundzügen auf den Momentum-Indikator zurück. Dieser basiert im wesentlichen auf dem Informationsgehalt der einfachen Differenz zwischen dem aktuellen und einem eine bestimmte Zeitspanne zurückliegenden Kurs. Der Accelerator wiederum berechnet das aktuelle Momentum und stellt es dem Momentum vor X-Tagen gegenüber. Auf diese Art und Weise lassen sich Veränderungen der Bewegungsdynamik frühzeitig aufzeichnen und – so zumindest die Theorie – gewinnbringende Situationen ebenso frühzeitig ausmachen.
Von der mathematischen Seite her betrachtet lässt sich der Accelerator sehr einfach berechnen, nämlich durch eine Subtraktion des aktuellen Momentums vom Momentum-Wert vor X-Tagen. Die beiden Formeln sehen folgendermaßen aus:
Momentum(t) = Close(t) – Close(t-n)
Accelerator(t) = Momentum(t) – Momentum(t-x)
Wobei n die Berechnungsperiode des Momentums angibt (Standardwert meist 10 Tage) und x die ACC-Berechnungsperiode (Standardwert oft 13 Tage).
Die Abgrenzung zum Momentumindikator ist primär darin zu sehen, dass ACC versucht Veränderungen der Marktbewegungsdynamik noch frühzeitiger sichtbar zu machen. Die Bewegungsmuster an sich verlaufen jedoch relativ ähnlich. Was die gewonnenen Informationen anbetrifft, so sollte das Augenmerk auf das Verhältnis zwischen Indikatorbewegung und Marktbewegung gelegt werden. Läuft diese in die gleiche Richtung, so hat die Bewegung Kraft und es besteht kein Grund zur Sorge. Ist dagegen eine Divergenz zu beobachten, so ist dies als Achtungszeichen zu werten für Investitionen während dieser Phase, da die Bewegung im Basiswert eine nachlassende Stärke hat.
Die verwendete Mittlellinie ist als Orientierung nützlich, steigt ACC darüber bedeutet dies eine zunehmende aufwärts gerichtete Bewegungsdynamik. Findet eine Bewegung oberhalb der Mittellinie nach unten statt, so ist eine nachlassende Bewegungsdynamik erkennbar. Bei einer Bewegung unter die Mittellinie sind fallende Kurse mit einer zunehmenden negativen Beschleunigung vorhanden. Steigt der Indikator innerhalb des Bereichs unter der Mittellinie, so ist eine nachlassende Dynamik der Kursbewegung zu konstatieren.
Entscheidendes Handelssignal ist das Kreuzen der Mittellinie. Das Überschreiten der Mittellinie stellt das Kaufsignal dar, das Unterschreiten dagegen folgerichtig das Verkaufssignal. Zur frühzeitigeren Erfassung von Richtungsänderungen des Indikators kann das Konzept durch das Hinzuziehen einer Durchschnittslinie im Sinne eines exponentiellen Durchschnitts verbessert werden. Die Signalgültigkeit kann darauf aufbauend noch durch die Indikatorlage im Vergleich zur Mittellinie bewertet werden.


