Advance Decline Gruppe – Hughes Breadth Index HBI – Nicoski Index NIX
In der Literatur existieren zahlreiche Varianten an Indikatoren der Advance Decline Gruppe. Grundsätzlich ist all diesen Varianten gemein, dass die Anzahl der gestiegenen und gefallenen Werte eines bestimmten Marktes oder Index im Mittelpunkt steht. Auf Basis der Anzahl und des Volumens der gestiegenen, gefallenen sowie unveränderten Kurse wird nun versucht durch geschickte Kombination dieser Ausgangswerte brauchbare Indikatorausprägungen zu erhalten, wobei die Problematik für deutsche Märkte einerseits in der Datenbeschaffung und andererseits im verzerrenden Einfluss der unveränderten Werte bei wenig marktbreiten Indizes wie dem DAX besteht.
Ein bekannter Oszillator aus der Reihe der Advance Decline Indikatoren trägt den Namen Hughes Breadth Index, abgekürzt HBI. Rechnerisch ermittelt sich der HBI durch Division der Nettoveränderung der gestiegenen und gefallenen Werte durch die Summe der gestiegenen und gefallenen Werte. In der Praxis gibt es bei der Ermittlung des Indikatorwerts zwei grundsätzlich verschiedene Vorgehensweisen, bei der ersten Variante wird zunächst der Index-Wert berechnet und dann eine Glättung durchgeführt, bei der zweiten Option wird genau umgekehrt verfahren (Eingangswerte werden über die Periodenangabe gemittelt und dann zur Indikatorberechnung herangezogen). Die Durchschnittsbildung erfolgt über einen Erhebungszeitraum von 10 Tagen.
Was die Interpretation der ganzen Rechenkünste anbetrifft signalisiert der Oszillator bei positiven Werten eine entsprechend positive Marktdynamik, bei negativen Werten haben dagegen die Bären das Sagen. Als Signal für eine Trendwende – im positiven wie im negativen Sinne – kann das Kreuzen der Null-Linie verwendet werden. Zudem bietet sich der Hughes Breadth zur Überprüfung der Trendstärke des eigentlichen Kursverlaufes an. Entwickeln sich HBI und Markt divergent so ist auf Anlegerseite erhöhte Wachsamkeit angesagt.
Über eine langfristigere Ausrichtung, aber einen ähnlichen Ursprung verfügt der Nicoski Index, abgekürzt NIX. Zur rechnerischen Ermittlung erfolgt zunächst eine Glättung der Anzahl gestiegener bzw. gefallener Kurswerte über die Berechnungsperiode 30 Tage, danach wird der Advance-Mittelwert durch den Decline-Mittelwert dividiert. Vom Grundsatz her zeichnet der Nicoski Index den Trend schön nach, auch hier signalisieren Werte über der Mittellinie ein positives und Werte unterhalb ein negatives Momentum an. Als Signal für eine mittelfristige Trendumnkehr kann wiederum das Kreuzen der Mittellinie angesehen werden.


