Arms Index TRIN – BRIN

Auf den amerikanischen Analysten Richard Arms geht der Marktbreite-Indikator TRIN (auch als Arms Index bezeichnet) zurück. Marktbreite-Indikatoren erlauben dem Trader einen detaillierteren Blick in das Marktgeschehen als dies über den reinen Kursverlauf möglich ist. Im Mittelpunkt dieses Ansatzes stehen Informationen zum Verhältnis zwischen steigenden und fallenden Mitgliedern eines Index. Da die meisten Indizes gewichteter Natur sind kann es durchaus sein dass ein steigender Indexwert von einigen wenigen Indexmitgliedern mit starker Gewichtung getragen wird. Die Martktbreite ihrereseits versucht nun festzustellen ob ein Trend als “gesund” angesehen werden kann, d.h. ob er von der Mehrheit der Marktteilnehmern mitgetragen wird.

Ein detailliertes Abbild des Marktgeschehens versucht Arms über den TRIN zu vermitteln. Dieser
betrachtet nicht nur die Summe gestiegener und gefallener Marktteilnehmer, sondern auch das involvierte Handelsvolumen. Wer sich für den amerikanischen Markt interessiert der dürfte bereits festgestellt haben dass dem Thema Marktbreite dort – im Gegensatz zu Deutschland – große Beachtung geschenkt wird. Die geringere Popularität hierzulande geht mit der Problematik der Datenbeschaffung einher, die allerwenigsten Kursdatenanbieter halten Marktstatistiken wie die Summe der gestiegenen, gefallenen und unveränderten Werte sowie die involvierten Handelsvolumina bereit. Wer den Arms Index oder einen vergleichbaren Indikator nutzen möchte muss also schon etwas basteln können…

Wenn man die konkrete Aussagekraft des TRIN hinterfragt so ist zunächst auf das schwierig zu interpretierende sägezahnartige Abbild zu verweisen. Unter bestimmten Voraussetzungen zeigt der Indikator die Tendenz extreme Ausreisser zu bilden (beispielsweise bei steigendem Handelsvolumen und geringer Anzahl steigender Werte). In der unmittelbaren Umgebung dieser Ausreisser fällt eine Interpretation des Verlaufs aufgrund der Verzerrrung besonders schwer. Grundsätzlich signalisieren Indikatorwerte über 1 bärische Märkte (nach oben unbegrenzt) und Werte unter 1 bullische Tendenzen (Grenzwert Null). Als problematisch anzusehen ist auch die Eigenheit dass sehr unterschiedliche Marktsituationen mit identischen Indikatorwerten einhergehen, entscheidende Trendänderungen werden so oft verschleiert.


Die erwähnten Schwächen zu kompensieren versuchte der Niederländer Jacobus R. van den Brink mit seiner auch als BRIN bekannten Weiterentwicklung des aufgezeigten Ansatzes. van den Brink führt hierzu zwei zusätzliche Linien ein welche die Darstellung erleichtern sollen, konkret handelt es sich hierbei um den Quotient aus steigenden und fallenden Aktien sowie den Quotient der entsprechenden Volumina. In seiner ursprünglichen Form beinhaltet der Ansatz keine Glättungskomponente, jedoch ist es durchaus möglich gleitende Durchschnitte auf die verschiedenen Teilindikatoren anzuwenden.

Was die Interpretation anbetrifft, so muss jeder Teilindikator einzeln betrachtet werden. Die VLine (VolumeLine) als Verhältnis des Handelsvolumens gestiegener und gefallener Werte ist in der relativen Lage zur Indikator-Mittellinie zu sehen. Bei überwiegendem Handelsvolumen gestiegener Werte liegt die VLine oberhalb der Mittellinie, im umgekehrten Fall befindet sich die VLine unterhalb der Mittellinie. Der Abstand kann als Maß der Dominanz angesehen werden. Eine grundsätzliche Problematik in diesem Zusammenhang stellt die manchmal anzutreffende Volumen-Definition im Sinne von Stückzahlen dar. Um sinnvolle Ergebnisse zu erzielen und nicht zwei identische Linien zu haben muss Volumen als Produkt aus Preisen und Stückzahlen angesehen werden. Die ILine (IssueLine) als Summenverhältnis gestiegener und gefallener Aktien eines Index ist relativ leicht interpretierbar da an der konkreten Stückzahl gehandelter Aktien nichts heruminterpretiert werden kann. Eine Lage der ILine unter der Mittellinie zeigt an, dass die Anzahl der gestiegenen Werte höher ist als die Anzahl der gefallenen, umgekehrt sieht die Situation bei einer Lage oberhalb der Mittellinie aus. Auch hier ist die Entfernung zur Mittellinie Maßstab für die Größe des Unterschieds.

Beim BRIN selbst signalisiert eine Lage oberhalb der Mittellinie eine positive Marktlage, eine Lage unterhalb hingegen bärische Tendenzen. Der Indikator kann insofern als Frühwarnsystem angesehen werden als eine sich verändernde Marktlage auf eventuelle Änderungen im Kurstrend hinweisen kann. Um aussagekräftige Signale zu erhalten sollten ILine und VLine die BRIN-Interpretation bestätigen.

 

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