Aroon-Up/Down – Aroon Oszillator

Auf den bekannten technischen Analysten Tushar Chande geht der Aroon-Up/Down Indikator zurück. Es handelt sich vom Grundsatz her um einen klassischen Trendbestimmungsindikator, der den Anwender in die Lage versetzen soll beginnende Trends sowie Trendwenden möglichst frühzeitig zu erkennen. Der Ansatz trendlose von trendstarken Phasen zu unterscheiden hat absolut seine Berechtigung, da klassische Trendfolgeansätze in trendlosen Phasen genauso große Schwächen offenbaren wie Kontratrendstrategien in trendstarken Marktphasen.

Basis der Überlegungen von T. Chande ist die Definition eines Trends über die Abfolge steigender Hoch- und steigender Tiefpunkte in einem Aufwärtstrend sowie analog die Aneinanderreihung fallender Hoch- und fallender Tiefpunkte in einem Abwärtstrend. Konkret wird hierzu die Anzahl der seit seit dem letzten markanten Hoch oder Tiefpunkt vergangenen Handelsperioden gemessen, der Indikator signalisiert also – so zumindest die Theorie – ein “Breakout”. Die gemachte Einschränkung bezieht sich auf die während der letzten Jahre zu beobachtende erhöhte Volailität der Märkte mit häufigen Wechseln zwischen Trend- und trendlosen Phasen, welche den Zeitraum für das Ausnutzen des “Breakout” immer geringer machen.

Aroon-Up/Down besteht – wie der Name vermuten lässt – aus zwei Linien, der Up- und der Down-Linie. “Aroon-Up” wird durch den Quotienten aus der Anzahl der Tage seit dem letzten Basiswert-Hochpunkt und der verwendeten Periodenlänge ermittelt, “Aroon-Down” analog. Im Anschluss erfolgt eine Multiplikation mit 100, was bewirkt, dass der Indikatorwert sich immer zwischen 0 und 100 Prozent bewegt.

Wie sich nachvollziehen lässt erreicht “Aroon-Up” 100%, wenn im Basiswert ein neues Periodenhoch (größer oder gleich) zu verzeichnen ist, “Aroon-Down” erreicht folgerichtig 100%, wenn im Basiswert ein neues Periodentief (kleiner oder gleich) erzielt wird. Während trendloser Phasen tendieren beide Indikatorlinien gegen den Nullpunkt. Von besonderer Wichtigkeit ist die Wahl der individuellen Periodenlänge, wobei 10 bis 30 Perioden den Regelfall darstellen. Der besseren Übersichtlichkeit halber bekommt der Indikator noch zwei Extremzonen im Bereich 70 bis 80 Prozent und 20 bis 30 Prozent spendiert.


Die beiden Extremzonen implizieren an sich auch schon die Interpretation des Ganzen. Ausgehend von trendlosen Phasen im mittleren Bereich liegt ein Aufwärtstrend vor, wenn “Up” größer “Down” und “Up” über der oberen Extremzone liegt. Analog liegt ein Abwärtstrend vor, wenn “Down” größer “Up” und sich “Down” über der 70/80-Prozent-Marke befindet. Mögliche Trendwechsel können durch ein Kreuzen der beiden Indikatorlinien ausgemacht werden wobei die Kreuzungsrichtung die Basiswertentwicklung “einläuten” soll. Von Bedeutung ist auch noch die Mittellinie, ein Kreuzen nach unten zeigt das Ende eines bestehenden Trends an.

Der entscheidende Nachteil des aufgezeigte Ansatzes besteht darin, dass Preisänderungen keinen Einfluss auf den Indikatorverlauf haben, da ausschließlich Zeitänderungen gemessen werden. Aroon-Up/Down eignet sich daher nur bedingt als Trendfilter während ausgeprägter Trendphasen ohne häufige Korrekturen.

Um eine kleine Abwandlung – jedoch ohne wirklich neue Erkenntnisse – handelt es sich beim Aroon Oszillator. Die Berechnung ist denkbar einfach, es erfolgt lediglich die Subtraktion von “Aroon-Down” vom “Aroon-Up”. Im Gegensatz zum Mutterindikator ist also nur eine Linie vorhanden, Indikatorwerte über der Mittellinie signalisieren einen Aufwärtstrend, unter der Mittellinie ist von einem Abwärtstrend auszugehen. Als Signal für den Trendwechsel wird das Kreuzen der Mittellinie angesehen, je weiter sich der Oszillator von der Mittellinie entfernt, desto stärker ausgeprägt ist der aktuelle Trend.

 

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