Average Directional Index ADX – Directional Movement Oscillator DMO
Um den am weitesten verbreiteten Trendstärkeindikator handelt es sich beim Average Directional Index (ADX), der auf dem Directional Movement Index DMI von Welles Wilder basiert. Für die detaillierte Herleitung des DMI lesen Sie bitte den entsprechenden Beitrag, auf das Wesentliche verkürzt handelt es sich um ein Konzept zur Ermittlung von Trendstärke und -richtung auf Basis der aufwärts- bzw. abwärtsgerichteten Kursveränderungen sowie der True Range unter Berücksichtigung eines eventuellen Gaps. Die Teilindikatoren +DI und –DI lassen Rückschlüsse auf die Trendrichtung zu, DMI und ADX ausschließlich auf die Trendstärke.
Beim Average Directional Index handelt es sich nun um die geglättete Variante des DMI, wobei hinsichtlich der Art der Glättung sehr unterschiedliche Ansätze existieren. Während im Orginalkonzept von Wilder ein Simple Moving Average (einfache Glättung) Verwendung findet, stellt heute der Exponential Moving Average (exponentielle Glättung) den Regelfall dar.
ADX zeigt grundsätzlich ausschließlich die Trendstärke an, aber nicht die Trendrichtung. In der Regel werden verschiedene Abgrenzungslinen zur leichteren Orientierung verwendet, oft wird eine erste Linie bei 20 eingezeichnet und eine zweite im Bereich zwischen 30 und 45. In trendlosen Phasen ist der Wert von ADX sehr niedrig, bei steigender Trendintensität beginnt auch der Indikator zu steigen. Von einem starken Trend ist im oberen Extrembereich auszugehen, bei Werten unter 20 von trendlosen Marktphasen. Die wichtigsten Schlussfolgerungen bei Verwendung des ADX-Konzepts sind im Erkennen von Trendphasen und Trendstärke zu sehen, wobei sehr niedrige und fallende Werte die Verwendung von Oszillatoransätze nahe legen, hohe und steigende Werte hingegen Trendfolgemodelle sinnvoll machen. Es ist anzumerken, dass die verschiedenen Glättungsvarianten erheblichen Einfluss auf den Indikatorverlauf haben da eine teils durchaus erhebliche Verzögerung im Reaktionsverhalten zu beachten ist. Größter “Feind” des dargestellten Konzeptes sind schnelle und markante Kursbewegungen.
Um eine Sonderform des Average Directional Index handelt es sich beim ADXR, der sich aus einer zusätzlichen Glättung des ADX ergibt. Konkret wird die Summe aus dem aktuellen Indikatorwert und dem Wert vor n Perioden gebildet und dann durch zwei dividiert.
Zum Abschluss noch betrachtet werden soll der Directional Movement Oscillator DMO, der sich schlicht und einfach durch die Subtraktion des +DI vom –DI Teilindikator des DMI ergibt. Einziger Parameter bei der Berechnung ist die Periodenangabe wobei kürzere Zeiträume zu einer Abbildung des Kursmomentums führen.
Vom DMI-Konzept ausgehend dürfte sich dem Leser erschließen dass trendstarke Phasen durch ein starkes Auseinanderklaffen von +DI (Summe der aufwärtsgerichteten Kursbewegungen im Berechnungszeitraum) und -DI (Summe der abwärtsgerichteten Kursbewegungen) gekenzeichnet sind während der Oszillator während trendschwacher oder trendloser Phasen um die Null-Linie pendelt da +DI und -DI dicht beieinander liegen. Der wichtigste Anwendungsbereich des DMO ist die Suche nach Divergenzen zwischen Indikatorverlauf und Basiswertverlauf. Derartige Divergenzen können beispielsweise dann ausgemacht werden wenn im Basiswert neue Hoch- oder neue Tiefpunkte zu verzeichnen sind, DMO diese jedoch nicht bestätigt.


