Bollinger Bands Oszillator BBO

John Bollinger entwickelte – basierend auf seiner berühmten Bänderkonstruktion und der Stochastik-Formel nach Lane – einen Oszillator, welcher die Lage der Kurswerte inner- bzw. außerhalb der Bänder widerspiegelt. Bollinger verknüpft hier seinen eigenen Ansatz zur Einbeziehung der Volatilität mit dem Stochastik-Konzept. Der Oszillator, oft auch als %B bezeichnet, besitzt im Erscheinungsbild denn auch gewisse Ähnlichkeiten mit der Slow-Stochastik.

Auch beim Bollinger Bands Oszillator (BBO) müssen zunächst die üblichen Berechnungsteilschritte von den Bollinger Bändern ausgeführt werden. Hierzu wird (im Orginalansatz) ein Simple Moving Average konstruiert, welcher als Mittlellinie dient, um diesen herum wird ein oberes und unteres Band über Addition bzw. Subtraktion der doppelten Standardabweichung definiert. Eine Abwandlung des Orginalansatzes kann durch die Verwendung gewichteter oder exponentieller Durchschnittsbildungen sowie typischer oder gewichteter Kursvarianten erreicht werden. Auch die Periodeneinstellung und damit zusammenhängend der Multiplikationsfaktor für die Standardabeichung sind individuell anpassbar.


%B errechnet sich durch Anwendung der Stochastik-Formel, die Differenz aus Schlusskurs und unterem Band wird durch die mit 100 multiplizierte Differenz aus oberem Band und und unterem Band dividiert. Das Ergebnis ist ein Oszillator, der in den meisten Fällen (der aktuelle Schlusskurs befindet sich innerhalb der Bänder) zwischen 0 und 100 liegt. Der Wert 100 signalisiert – wie sich leicht nachvollziehen lässt – den Durchbruch durch das obere Band, der Wert 0 den Schnitt des unteren Bands. Werte über 100 oder unter 0 signalisieren dass der Kurswert aus dem Bändersystem ausgebrochen ist.

Zur Interpretation übergehend sei zunächst gesagt dass der Indikator durchaus gute und viele Signale liefert, allerdings manchmal zu früh. Bedeutendster Anwendungsbereich ist das Erkennen von Extremsituationen wo die Wahrscheinlichkeit einer unmittelbaren Kurskorrektur sehr hoch ist. Die Schnittpunkte im Extremzonenbereich (Indikatorwerte 0 und 100) können als konkrete Handelssignale herangezogen werden. Des Weiteren kann eine Richtungsänderung von BBO als Hinweis auf Änderungen des Kursmomentum gedeutet werden. Handelssignale generieren lassen sich indem eine Signallinie konstruiert wird und die Schnittpunkte des Indikators mit seiner Signallinie als Kauf- (Schnitt nach oben) bzw. Verkaufssignal (Schnitt nach unten) herangezogen werden. Eine Signalfilterung ist möglich indem im Bereich oberhalb der Mittellinie nur Kaufsignale gehandelt werden, im Bereich unterhalb der Mittellinie nur Verkaufsignale.

 

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