Weighted Moving Average WMA

Wesen kennzeichnend für alle Arten von gleitenden Durchschnitten ist zum ersten die Glättung des Kursverlaufes und zum zweiten die zeitliche Verzögerung, mit welcher der Indikator der Basiswertkurve folgt. Während erste Eigenschaft erwünscht ist wird die zeitliche Verzögerung durch zahlreiche Weiterentwicklungen des einfachen gleitenden Durchschnitts SMA zu reduzieren versucht.

Die einfachste Weiterentwicklung des SMA stellt der Weighted Moving Average WMA dar, der eine lineare Gewichtung der Kursdaten vornimmt, neuere Daten bekommen einen entsprechend höheren Anteil für die Indikatorberechnung zugewiesen, ältere aufgrund ihrer geringeren Aussagekraft einen geringeren Anteil. Beim WMA kommt eine linare Gewichtung zum Einsatz was bedeutet dass der Gewichtungsfaktors vom Anfang bis zum Ende einer gleichmäßigen Änderung unterliegt. Wird beispielsweise ein Durchschnitt aus 10 Perioden errechnet so erhält der neueste Kurs die Gewichtung 10, der zweitneueste die Gewichtung 9 bis hin zum ältesten Kurs mit der Gewichtung 1. Anschließend werden die Produkte summiert und durch die Summe der Gewichtungsfaktoren dividiert.


Wenn man den Verlauf des gewichteten gleitenden Durchschnitts mit dem des einfachen vergleicht, so fällt auf, dass die Indikatorlinie näher am Kursverlauf des Basiswerts anliegt, die zeitliche Verzögerungskomponente reduziert werden kann und folgerichtig Wendepunkte frühzeitiger nachvollzogen werden. Weighted Moving Averages zeichnen sich durch eine gute Kombination aus Reagibilitäts- und Glättungseffekt aus. Bewegungsmuster im Basistitel werden relativ gut nachvollzogen, dennoch weist der Trendfolgeindikator einen recht weichen Verlauf aus, was wichtig im Hinblick auf das Vermeiden zu vieler Fehlsignale ist. Der bedeutendste Anwendungsbereich des aufgezeigten Konzepts ist in der Integration als Signallinie von Indikatoren mit weichem Verlauf zu sehen (Begründung im letzten Satz!). Des Weiteren ist der WMA oft auch Bestandteil von Signalsystemen aus mehreren Durchschnitten.

Um eine Abwandlung des dargestellten Konzepts handelt es sich beim Volume Weighted Moving Average (VWMA). Der Gewichtungsfaktor ist hier unabhängig vom zeitlichen Moment, statt dessen wird das Handelsvolumen herangezogen. Dem Mutterindikator folgend erhalten Handelstage mit hohem Volumen ein höheres und solche mit niedrigerem Volumen ein niedrigeres Gewicht. Die Berechnung erfolgt durch Multiplikation der Summe der Preise mit dem jeweiligen Volumen und anschließender Division durch die Summe des Handelsvolumens.

 

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