2009-04-28
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Schweinegrippe lässt Dollar-Kurs steigen und Aktienmärkte Verluste erleiden
Der gestrige Handel an den Devisenmärkten wurde von dem Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko schwer beeinträchtigt. Sorgen über ein Ausbreiten der Seuche führten zu Verlusten an den Aktienmärkten und veranlassten Devisenhändler Safe-Hafen-Währungen zu kaufen. Folglich waren der Dollar und der Yen die Haupt-Nutznießer. Der Dollar verzeichnete in Vergleich zum EUR einen kräftigen Anstieg, da auch Äußerungen seitens des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) die europäische Währung zusammen mit anderen risikoanfälligen Währungen schwächeln ließen. Verglichen zum JPY fiel der Dollar-Kurs allerdings.
Die Grippe-Pandemie hat den Handel an den Finanzmärkten schon in den letzten zwei Tagen beeinflusst. Der Mangel an wirtschaftlichen Daten hat ebenfalls zum Rückgang an den Märkten beigetragen. Der Handel war geprägt von hoher Risikovermeidung. Die Verluste an den Aktienmärkten und der Aufschwung von Dollar und Yen sind beispielhaft für ein solches Handelsverhalten. Diese Verhaltensmuster könnte jedoch von nur kurzer Dauer sein, da für morgen die Veröffentlichung wichtiger wirtschaftlicher Indikatoren ansteht.
Um 14:00 MGZ wird der Index für das Verbrauchervertrauen des Conference Boards bekannt gegeben. Diese Erhebung ist ein führender Indikator für Verbraucherausgaben und gleichzeitig eine ausgezeichnete Meßlatte der derzeitigen wirtschaftlichen Bedingungen und der allgemeinen wirtschaftlichen Situation. Die Veröffentlichung dieses Berichts führt erfahrungsgemäß zu recht volatilem Handel und beeinträchtigt nicht nur die USD-Paarungen sondern auch den Preis von Rohöl und Gold. Sollte der Bericht ein besseres Ergebnis als den vorhergesagten Wert von 29,6 aufweisen, könnte das den EUR/USD-Kurs unter den Wert von 1,2950 drücken.
EUR – Äußerungen seitens der EZB lassen EUR-Kurs fallen
Aufgrund von Äußerungen von zwei Mitgliedern der Europäischen Zentralbank (EZB) verzeichnete der EUR den größten Tagesabsturz verglichen zum Dollar seit über einem Monat. Das EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny äußerte sich dahingehend, dass durchaus die Möglichkeit bestünde den europäischen Leitzinssatz in absehbarer Zukunft auf dem niedrigen Level zu belassen. Später am Tag ließ der EZB-Präsident Jean-Claude Trichet verlauten, die EZB werde auf ihrem nächsten Treffen am 7. Mai ein neues Programm zur Lockerung der Geldmarktpolitik bekannt geben. Das ließ den EUR/USD-Kurs von 1,3166 auf 1,3024 absacken. Der EUR/JPY-Kurs litt ebenfalls unter dem gestrigen Risikovermeidenden Handel und schloss bei 125,43 gegenüber Vorwert von 127,18.
Es wird davon ausgegangen, dass die EZB auf ihrem nächsten Treffen den Leitzinssatz um 25 Basispunkte auf 1,25% senken wird. Hinsichtlich der vorgeschlagenen unkonventionellen Maßnahmen zur Geldpolitik waren Trichet keine weiteren Bemerkungen zu entlocken. So dürfte in den kommenden Tagen eine weitere Schwächung der EUR-Paarungen zu erwarten sein. Das dürfte umso augenfälliger werden wenn Händler sich weiterhin Safe-Hafen-Währungen wie dem USD und dem JPY zuwenden, falls sich die Schweinegrippe-Pandemie ausweitet.
Im Laufe des heutigen Tages werden eine Anzahl von vorläufigen Verbraucherpreis-Index-Zahlen veröffentlicht. Diese Daten sind frühe Indikatoren für die Entwicklung der Inflation in der Eurozone und könnten den EUR-Kurs bis zum heutigen Handelsschluss weiter absinken lassen. Der Kurs der EUR-Paarungen dürfte auch von wichtigen Wirtschaftsnachrichten aus den USA und Großbritannien beeinflusst werden. Diese sind unter anderem der Index für das Verbrauchervertrauen des Conference Boards um 14:00 MGZ und um 10:00 MGZ der britische CBI-Bericht über getätigte Verkäufe.
JPY – Safe-Hafen-Status verleiht JPY Aufwind
Der Yen zeigte Anzeichen einer Rückkehr zu ehemaligem Risiko-Hafen-Status, da die Sorgen hinsichtlich der Schweinegrippe Händler dazu veranlasste sich von riskanteren, höhere Erträge erzielenden Währungen zurückzuziehen und bei dem Safe-Hafen-Yen Zuflucht zu suchen. Die Logik dieses Verhaltens ist darin zu finden, dass eine Ausweitung dieser Pandemie dazu beitragen würde, dass der Zeitraum der Erholung der weltweiten Wirtschaft von der gegenwärtigen Rezession sich ausdehnen werde. Unter diesen Marktbedingungen setzt der Yen seinen Aufschwung fort. Der USD/JPY-Kurs fiel den neunten Tag in Folge und schloss bei 96,30 gegenüber Vorwert von 96,59. Der Yen stieg ebenfalls in Vergleich zum GBP und schloss bei 140,69 gegenüber Vorwert von 140,97.
Wegen eines Feiertags sind die japanischen Banken heute geschlossen. Die Großbanken tragen in entscheidendem Maße zur Liquidität an den Devisenmärkten bei. Dadurch dass sie heute geschlossen sind kann es zu übertriebenen Kursschwankungen durch Währungs-Spekulanten kommen. Das könnte Devisenhändlern heute die Gelegenheit bieten von dieser ungewöhnlichen Kurs-Volatilität zu profitieren. Zusätzlich sollten Händler sich auch die wichtigen Daten, die in den Top-Industrienationen veröffentlicht werden, zunutze machen.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Seit Anfang der Woche zeigt diese Paarung einen rückläufigen Trend und fiel von 1,3300 auf 1,3000. Da derzeit alle Oszillatoren auf dem 4-Stunden-Chart abwärts deuten liegt der Schluss nahe, dass für diese Abwärtsbewegung noch viel Spielraum besteht.
GBP/USD
Das 4-Stunden-Chart zeigt, dass sich diese Paarung seit nunmehr über einer Woche in einer engen Handelsspanne bewegt ohne den Wert von 1,4500 durchbrechen zu können. Ein rückläufiges Cross des Slow Stochastic auf dem Tages-Chart lässt jedoch vermuten, dass der Durchbruch heute erfolgen könnte und sogar das Potential hat bis auf den Wert von 1,4400 zu fallen.
USD/JPY
Auf dem Tages-Chart zeigt sich ein sehr ausgeprägtes rückläufiges Cross, in dessen Mitte sich diese Paarung derzeit bewegt. Die Paarung versucht sich momentan am Wert von 95,50. Falls sie unter diesen Wert fällt könnte sie sogar bis auf 93,80 absinken.
USD/CHF
Diese Paarung durchlief gestern einen außerordentlich zinsbullischen Handel und stieg um fast 250 Pips. Derzeit lässt eine doppelte Doji-Formation auf dem 4-Stunden-Chart den Schluss zu, dass eine heftige Bewegung zu erwarten ist. Da auch der MACD zinsbullische Signale vermittelt könnte kaufen für heute die richtige Wahl sein.


