2010-04-26

Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard

Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – US-Entscheid zum Leitzinssatz am Mittwoch erwartet
Der USD schloss gegen die meisten seiner Währungscrosse in der letzten Woche fester. Zum EUR machte der Dollar nahezu 200 Punkte gut, während er zum japanischen Yen um 300 Punkte aufwertete. Gegen das Pfund Sterling wiederum gab die US-Währung leicht nach.
Positive US-Konjunkturdaten stützten den USD dabei: Der Erzeugerpreisindex kletterte beispielsweise um 0,7% im Monat März und lag dabei deutlich über den Erwartungen der Experten von 0,4%. Anleger messen den Erzeugerpreisen stets große Bedeutung bei, da diese als Frühindikator Aufschluss über die zu erwartende Inflationsentwicklung geben. Darüber hinaus sind die Eigenheimverkäufe aus dem Bestand im März um 6,8% auf eine Jahresrate von 5,35 Mio. verkauften Häusern gestiegen. Im Monat Februar wurden noch 5,01 Mio. Einheiten verkauft. Angesichts der Tatsache, dass die Immobilienbranche in den USA als einer der Katalysatoren der Finanzkrise gilt, stützen die Optimismus versprechenden Daten aus der Bauindustrie die US-Währung. Des Weiteren fiel der Bericht zum US-Ordereingang langlebiger Wirtschaftsgüter im März äußerst positiv aus. Das US-Handelsministerium berichtete in der vergangenen Woche, dass die Orders gegenüber dem Vormonat um 2,8% gestiegen waren. Der Bericht gilt als einer der führenden Indikatoren für Produktion. Wieder einmal wird deutlich, dass sich die Konjunktur in den USA schneller von ihrer Rezession zu erholen scheint, als von vielen Analysten zunächst erwartet.
In dieser Woche stehen viele interessante Veröffentlichungen aus der US-Wirtschaft auf der Agenda. Wichtigster Indikator dabei, der den größten Einfluss auf die Märkte nimmt, ist voraussichtlich der Leitzinsentscheid des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank Federal Reserve. Dabei wird die so genannte „Federal Funds Rate“, der Leitzins der US-Notenbank, für Mai bekannt gegeben. Aktuellen Prognosen zufolge wird die Fed ihren Leitzins voraussichtlich bei unter 0,25% belassen. Angesichts der jüngst Optimismus versprechenden US-Konjunkturdaten, wäre eine Zinsanhebung jedoch keine völlige Überraschung. Der Entscheid nimmt in der Regel großen Einfluss auf die Märkte. Anleger sollten ihre Augen offen halten.

EUR – EUR fällt weiterhin wegen griechischer Finanzkrise
In der letzten Woche ergaben sich für den EUR überwiegend Abwärtstendenzen gegen die Hauptwährungen. Dabei rutschte der EUR um über 200 Punkte zum US-Dollar ab und drückte das Währungspaar EUR/USD bis auf ein Wochentief um 1,3200. Auch zum Pfund Sterling ergaben sich Kursverluste von nahezu 200 Punkten.
Hauptursache für den EUR-Abwärtstrend war erneut die Haushaltskrise Griechenlands, die das EUR-Sentiment gegenwärtig eintrübt. Marktbeobachter befürchten, dass das milliardenschwere Rettungspaket der EU-Länder für den angeschlagenen Mitgliedsstaat Griechenland nicht ausreicht, Athen vor einem Staatsbankrot zu bewahren. Es bleibt zu erwarten, dass die Abwärtstendenzen der europäischen Einheitswährung nicht nachlassen, solange konkrete Daten ein stabiles Erholungstempo der griechischen Konjunktur nicht bestätigen. Selbst jüngst positive Konjunkturtrends aus dem Euroraum konnten den EUR bislang nachhaltig nicht stützen. Die deutschen ZEW-Konjunkturerwartungen beispielsweise verbesserten sich auf 53,0 Zähler, was das beste Ergebnis der letzten 6 Monate darstellt und bestätigt, dass die Erwartungen der deutschen Finanzexperten an die deutsche Wirtschaft gestiegen sind. Darüber hinaus kletterte Deutschlands Einkaufsmanagerindex im Monat April auf einen neuen Rekordwert. Der Indikator verzeichnete mit 61,3 Punkten von zuvor 60,2 Zählern im März einen deutlichen Anstieg. Dennoch bleibt die Gemeinschaftswährung der Eurozone aufgrund der Sorgen, die in Zusammenhang mit der Gesamtverschuldung Athens und des drohenden Bankrotts des Mitgliedsstaates stehen, unter Druck.
In dieser Woche sollten Händler auf jegliche Nachrichten um weitere Entwicklungen aus Griechenland achten. Diese werden den EUR-Trend auch in dieser Woche erneut direkt bestimmen. Des Weiteren sollten Forex-Händler die für diese Woche erwarteten Fundamentaldaten aus Deutschland aufmerksam verfolgen. Darunter fallen unter anderem die vorläufigen Zahlen zum Verbraucherpreisindex am Mittwoch sowie die Arbeitsmarktdaten der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag.

JPY – JPY fällt auf ganzer Linie
Der japanische Yen wertete in der letzten Handelswoche insgesamt gegen die Hauptwährungen ab. Zum USD gab der JPY um nahezu 200 Punkte nach. Gegen den EUR fiel die Inselstaatswährung um 300 Punkte. Die deutlichsten Kursverluste ergaben sich gegen das Pfund Sterling. GBP/JPY kletterte im Laufe der Woche um 500 in die Höhe.
Händler verweisen auf zwei bedeutende Einflussfaktoren für den gegenwärtigen Freifall des Yen. Sowohl positive Konjunkturdaten aus den USA, als auch die kräftigen Kursgewinne an den japanischen Aktienmärkten belasten Japans Währung. Die Verbindung dieser beiden Faktoren, das Erholungstempo in den beiden größten Industrienationen weltweit und ein neu geweckter Appetit der Investoren auf Risikowährungen, veranlasst Händler momentan dazu, von Yen-Anlagen abzusehen. Solange die Konjunkturdaten aus den USA und Japan positiv bleiben, wird der JPY seinen Abwärtstrend voraussichtlich fortsetzen, so Marktbeobachter.
In dieser Woche werden mehrere bedeutende Konjunkturindikatoren aus Japan erwartet. Wichtigste Veröffentlichung darunter ist die für Freitag erwartete Overnight Call Rate. Diese ist der wichtigste Leitzins der Bank of Japan (BoJ). Analysten zufolge soll die BoJ ihren Zinssatz für Mai unverändert bei 0,10% belassen, was die niedrigste Rate in der Gruppe der Industrienationen ist. Sollte die Notenbank jedoch mit einer Zinsänderung überraschen und den Zinssatz anheben, könnte dies großen Einfluss auf den Yen-Kurs nehmen.

Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Während ein Großteil der Indikatoren aktuell im neutralen Bereich schwankt, gibt der Stunden-MACD ein rückläufiges Cross aus, während der RSI der 2-Stunden-Chart bereits in den „überkauften“ Bereich gedreht hat. Der aktuelle Abwärtstrend kann sich für EUR/USD also fortsetzen. Verkaufen könnte hier heute von Vorteil sein.

GBP/USD
Zum jüngsten Aufwärtstrend dieses Paares könnte sich nun eine Kurskorrektur ergeben. Hinweise dafür ergeben sich aus dem Stunden-RSI, der in den „überkauften“ Bereich gedreht hat sowie aus dem rückläufigen Cross, dass der Slow Stochastic auf der Stunden- und 2-Stunden-Chart gegenwärtig bildet. Darüber hinaus zeichnet sich eine Überwindung der oberen Bollinger Bands auf der 2- und 4-Stunden-Chart deutlich ab. Bei GBP/USD heute zu verkaufen, könnte sich auszahlen.

USD/JPY
Auf der 2-, 4- und 8-Stunden-Chart bewegt sich der RSI im „überkauften“ Bereich. Außerdem ist ein rückläufiges Cross des Slow Stochastic auf der 8-Stunden- und Tages-Chart klar ersichtlich. Verkaufen könnte hier heute eine gute Entscheidung sein.

USD/CHF
Auch bei USD/CHF bewegen sich die meisten Indikatoren aktuell im neutralen Bereich. Entsprechend könnte die jüngste Kurskorrektur nach oben heute anhalten, da sich der 2-Stunden-RSI mittlerweile im „überverkauften“ Bereich eingefunden hat. Der Stunden-MACD bildet überdies ein zinsbullisches Cross. Bei diesem Währungspaar könnte es heute eine gute Strategie sein, auf steigende Kurse zu setzen.

 

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