2009-08-10
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Findet der Aufwärtstrend des USD ein Ende?
Der am vergangenen Freitag veröffentlichte Bericht der US-Arbeitsmarktdaten zur Beschäftigung exklusive Agrar modifizierte die Devisenmärkte mit einem deutlichen Aufwärtstrend für den US-Dollar. Der USD notierte zum Wochenende mit 1,4181 zum EUR, von einem zuvor erreichten Wochenhoch bei 1,4447. Die GBP/USD-Rate korrigierte sich dahingegen nach unten bis auf 1,6600. Beginnt der Dollar möglicherweise von positiven Wirtschaftsdaten zu profitieren? Es stellt sich demnach die Frage, ob Forex-Händler USD-Long-Positionen eröffnen sollten?
Dies wäre nicht zwangsläufig von Vorteil. Nach wie vor sind die meisten Analysten der Meinung, dass der USD mit einer zunehmenden Erholung der Wirtschaftslage, unweigerlich Kursverluste gegenüber seinen Gegenwährungen verzeichnet. Für die weltweit führende Safe-Haven-Investition USD ergibt sich demnach ein deutlicher Abstoß, während Händler ihre Dollar-Reserven in risikoreichere Anlagen zur Portfoliodiversifizierung umschichten. Die unmittelbare Reaktion der Devisenmärkte auf den US-Arbeitsmarktbericht am letzten Freitag, war ein deutlicher Kursanstieg für die US-amerikanische Währung. Die langfristige Entwicklung wird jedoch eine bärische sein, wie in den vorangegangenen zwei Wochen zu beobachten war.
Während einige Wirtschaftsexperten behaupten, dass sich eine Erholung der allgemeinen Konjunkturlage bereits früher abzeichnete, und der USD entsprechend positiv auf die günstige gesamtwirtschaftliche Entwicklung reagiert, dürfte vielmehr das Gegenteil der Fall sein. Wahrscheinlicher ist die Annahme, dass globale Investoren, den Rückgang der US-Arbeitslosigkeit als Zeichen einer ruhigeren konjunkturellen Gangart am USD-Markt deuten und dies über den Safe-Haven-Status der Währung hinausgeht.
Nach einer eher hektischen ersten Nachrichtenwoche im Monat August, scheint die anstehende Handelswoche gemäßigt. Bei den wenigen Konjunkturdaten, die in dieser Woche bis einschließlich Mittwoch aus den USA veröffentlicht werden, sollten USD-Anleger ihr Augenmerk verstärkt auf das Britische Pfund richten, das sich in diesen Handelstagen als Schwerpunkt-Währung zeigen könnte.
EUR – EUR erreicht 2009-Jahreshoch gegenüber JPY
Einer der vorrangigen Leidtragenden des US-Arbeitsmarktberichts am vergangenen Freitag war der EUR. Nachdem der Bericht verdeutlichte, dass sich der Arbeitsplatzabbau in den USA über die Erwartungen stark verlangsamt hat und somit die US-Arbeitslosenquote zum ersten Mal seit Mai 2008 zurückgegangen war, ergab sich ein hochgradiger EUR-Verkauf. Die Schutzstrategie der Investoren verstärkte den Abwärtsdruck für den EUR, dessen Kurs unter wichtige Widerstandslevel fiel und massive Stopporder auslöste.
Dennoch war der EUR am Freitag nicht der größte Verlierer auf dem Markt. Die europäische Währung konnte einige der am Donnerstag erzielten Kursgewinne gegenüber dem Britischen Pfund aufrechterhalten. Zum JPY erreichte der EUR sogar einen Jahreshöchststand bei 138,69. Während die Abwärtstendenzen, die sich gegenüber dem USD ergaben, im Gegensatz zum allgemein zinsbullischen EUR standen, behaupten einige Experten, dass diese Kurssteigerung wiederum einen Marktwert darstelle, der sich bereits vor der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten ergab. Mit den Märkten auf wirtschaftlichem Erholungskurs, wird sich für den USD voraussichtlich eine ganz eigene Verkaufsphase ergeben, die seine Gegenwährungen bereits in naher Zukunft auf neue Höchststände bringen könnte.
EUR-Anleger sollten in dieser Handelswoche insbesondere auf Indikatoren aus Großbritannien achten. Zu beobachten sei die Reaktion des Inselstaates nach der Bekanntgabe der Notenbank von England, ihre Sonderpolitik der quantitativen Lockerung der Geldmenge fortzusetzen und das Volumen von 125 auf 175 Milliarden Pfund deutlich aufzustocken. Zweifelsohne werden Nachrichten aus dem Vereinigten Königreich Händlern dabei behilflich sein, die Tendenzen des GBP für diese und die nächste Woche zu bestimmen.
JPY – JPY verliert aufgrund steigender Risikobereitschaft und Dollar-Stärke
Die größten Kursverluste verzeichnete am vergangenen Freitag der japanische Yen im Anschluss an die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten. Dabei rutschte der JPY bis auf in 2009 bereits erreichte Tiefstände gegenüber EUR und GBP bei 138,69, bzw. 163,08 ab. Zum USD fiel der JPY bis auf die 97,76-Marke, ein Kurslevel, der seit Mitte Juni nicht mehr erreicht wurde.
Die erhöhte Risikobereitschaft der Marktteilnehmer und der plötzliche Kursanstieg des USD setzte Japans Währung am vergangenen Freitag nur wenige Momente nach Veröffentlichung des NFP-Berichts unter unüberwindbaren Druck. In dieser Woche stehen ungewöhnlich viele Fundamentaldaten zur Veröffentlichung auf dem japanischen Wirtschaftskalender. Da Experten hier von positiven Ergebnissen ausgehen, wird sich der aktuelle Abwärtstrend der Inselwährung voraussichtlich fortsetzen. Die Marktteilnehmer erfreuen sich neuer Risikobereitschaft und erhöhen somit den Verkaufsdruck der traditionellen Safe-Haven-Währungen JPY und USD.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Die Tages-Chart gibt gemischte Signale aus. Ihr RSI schwankt im neutralen Bereich. Jedoch bewegt sich der RSI der 4-Stunden-Chart bereits im „überkauftem“ Bereich, was bedeuten könnte, dass sich eine Preiskorrektur nach oben ergibt. Eine gute Entscheidung könnte es sein, bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, sobald die obere Grenze der Handelsspanne überwunden wird.
GBP/USD
Aktuell bewegt sich dieses Paar im „überkauften“ Bereich auf der 4-Stunden-Chart. Ihr RSI deutet auf eine bevorstehende Aufwärtsausrichtung hin. Der aufwärts gerichtete Slow Stochastic bestätigt diese Tendenz ebenfalls. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, könnte heute die richtige Strategie sein.
USD/JPY
Ein rückläufiges Cross des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart verdeutlicht, dass sich innerhalb des nächsten Zeitfensters bereits eine Abwärtspreiskorrektur ergeben könnte. Der RSI der Tages-Chart bewegt sich im „überkauften“ Bereich und lässt erkennen, dass das Potenzial des Aufwärtstrends möglicherweise ausgeschöpft ist. Hier könnte es richtig sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.
USD/CHF
Ein Cross des Slow Stochastic, Tendenz fallend, bildet sich auf der Tages-Chart und deutet auf eine rückläufige Preiskorrektur in unmittelbarer Zukunft hin. Die fallende Tendenz der Oszillatoren auf der 4-Stunden-Chart bestätigt diesen Trend. Sobald die Überwindung des unteren Bereichs der Handelsspanne vollzogen ist, könnte es eine gute Entscheidung sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.


