2009-08-14
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Schlechte Konjunkturdaten bringen USD Kursverluste
Während des gestrigen Handelstages verzeichnete der Dollar gegenüber allen Hauptwährungen Kursverluste. Dabei rutschte die US-amerikanische Währung um 100 Punkte gegenüber dem EUR ab und markierte bärische Trends gegenüber Pfund und Yen.
Ursache hierfür waren eine Reihe negativ ausgefallener Konjunkturdaten. Die US-Einzelhandelsumsätze gingen überraschend um 0,1% im Juli zurück und enttäuschend die Prognosen schwer. Experten erwarteten zunächst einen Anstieg von 1,8%. Des Weiteren sanken die Einnahmen der Einzelhändler in den USA um 0,6% im Juli, betrachtet man die Kernrate. Der Unterschied zwischen den beiden Indikatoren: Die Kernrate misst die Gesamtentwicklung und -umsätze unter Ausschluss der Autohäuser. Die Tatsache, dass beide Indikatoren im Minus lagen bestätigt ein weiteres Mal die Annahme, dass US-amerikanische Verbraucher sich nach wie vor vorsichtig hinsichtlich ihrer Ausgaben verhalten. Noch fehlt das Vertrauen in ein Ende der Rezession.
Ein weiterer wichtiger Indikator, der dem US-Dollar am Donnerstag Abwärtstendenzen bescherte, waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Woche). Das US-Arbeitsministerium teilte am Donnerstag mit, dass die Zahl auf 558.000 angestiegen sei. Beide Indizes, Einzelhandelsumsätze und Arbeitsmarktdaten verdeutlichten, dass sich eine Überwindung der Rezession für die US-Wirtschaft bislang nicht ergeben hat. Der USD-Kurs rutschte demzufolge ab.
Als wichtigste Veröffentlichung der USA heute gilt der Index der Verbraucherpreise. Der Indikator ist ein Richtwert für die durchschnittliche Preisentwicklung eines definierten Warenkorbs der städtischen Bevölkerung. USD-Anleger sollten ihren Fokus auf diesen Bericht legen. Da heute die Kernrate ausgegeben wird, welche die Veränderungen des Verbraucherpreisindexes ohne Lebensmittel und den Energiesektor misst, stellt diese eine verlässliche Größe dar. Aktuellen Voraussagen zufolge sollen sich die Preise im Monat Juli stabilisiert haben. Sollte diese Prognose stimmen oder die Erwartungen übersteigen, könnte der Dollar einige der gestrigen Einbußen wieder ausgleichen. Sollte das Ergebnis enttäuschen, wird sich der Abwärtstrend des Dollar voraussichtlich fortsetzen.
EUR – EUR-Kurs steigt angesichts positiver BIP-Daten
Für den EUR ergab sich gestern ein volatiler Handelstag. Dabei verzeichnete der EUR deutliche Kursgewinne gegenüber dem Dollar. EUR/USD kletterte dementsprechend bis auf die Marke von 1,4300. Gegenüber Yen und Pfund ergaben sich eher gemischte Ergebnisse.
Dem starken EUR-Anstieg waren über den Erwartungen liegende Konjunkturdaten vorausgegangen. Die deutsche Wirtschaft lag laut Statistischem Bundesamt im 2. Quartal überraschend mit 0,3% im Plus. Hier wird der inflationsbereinigte Wert aller Güter und Dienstleistungen, die von Personen innerhalb Deutschlands erbracht werden, gemessen. Einige Experten deuten die aktuellen BIP-Zahlen als Anzeichen eines erreichten Rezessionsendes. Einen ausfallsicheren Aufschwung signalisieren diese definitiv noch nicht. Jedoch könnte die positive Konjunkturbilanz das bisher für Mitte 2010 vorausgesagte Krisenende beschleunigen.
Im späteren Handelsverlauf am Donnerstag wurden die vorläufigen Zahlen des Bruttoinlandsprodukts der EU-Staaten ausgegeben, die verdeutlichten, dass das BIP im 2. Quartal um 0,1% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken ist. Experten gingen zunächst von einem Rückgang von 0,5% aus. Die überraschend positive Entwicklung zeigte, dass die von den Regierungen ergriffenen Maßnahmen zur Stabilisierung der Konjunktur in Europa Erfolg haben. Auch in der Eurozone breitet sich nun, nach US-Vorbild der letzten 2 Monate, neuer Optimismus aus, der auf ein baldiges Ende der Rezession hoffen lässt. Der EUR verzeichnete infolgedessen deutliche Kursgewinne.
Für heute wird eine Reihe wichtiger Konjunkturdaten aus der europäischen Wirtschaft erwartet. Vorläufige Arbeitsmarktdaten (exklusive Agrar) aus Frankreich werden heute veröffentlicht. Laut Prognose soll hier deutlich werden, dass sich die Zahl der Arbeitslosen in Frankreich im vergangenen Quartal auf 0,7% belaufen wird. Darüber hinaus erwartet die Marktteilnehmer der Index der Verbraucherpreise der Eurozone für Juli, der gemischte Ergebnisse liefern soll. Fallen die Indizes gemäß ihren Prognosen aus, könnten sich für den EUR, angesichts der insgesamt negativ gefärbten Zahlen, leichte Abwärtstendenzen einstellen.
JPY – Yen steigt aufgrund asiatischer Aktienkursrallye
Der JPY begann den gestrigen Handelstag bei zinsbullischen Trends gegenüber den Hauptwährungen. Zum Dollar setzten sich die Kursgewinne bis zum Ende des Handelstages fort, während sich gegenüber EUR und Pfund Verluste einstellten. Ein Anstieg der Aktienkurse an den asiatischen Märkten trieb den Yen gegenüber seinen Gegenwährungen in die Höhe und steigerte die Nachfrage nach gewinnträchtigen Anlagen. Wie die japanische Zentralbank gestern mitteilte, ist die Verschlechterung der Wirtschaftslage in Japan zum Ende gekommen. Mit der Zeit erwarte man einen Aufschwung für die eigene Konjunktur. Die sich daraus ergebende positive Stimmung unter den Anlegern, spiegelte sich im Handel an den asiatischen Aktienmärkten wider und hatte einen Kursanstieg des Yen zur Folge.
Der gestern veröffentlichte Bericht Tertiary Industry Activity (Dienstleistungssektor) verdeutlichte, dass der Gesamtwert der von japanischen Firmen erworbenen Dienstleistungen im Monat Juni um 0,1% gestiegen ist. Ein weiterer Hinweis darauf, dass die japanischen Verbraucher ihre Ausgaben langsam erhöhen und dass sich die allgemeine Stimmung unter den Verbrauchern bereits verbessert hat. Auf Japans Wirtschaftsagenda stehen für heute keine bedeutenden Indizes. JPY-Anleger sollten ihr Augenmerk auf die heutigen US-Indikatoren richten, die den Handel voraussichtlich bestimmen werden.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
EUR/USD zeigte sich in den vergangenen 2 Tagen äußerst zinsbullisch und wird aktuell um 1,4258 gehandelt. Der RSI der 4-Stunden-Chart unterstützt einen möglichen Abwärtstrend für heute. Auf der Tages- und Stunden-Chart werden die heutigen Tendenzen etwas deutlicher: Der Stochastic Slow der Tages-Chart deutet auf eine Fortsetzung der jüngsten Aufwärtstendenzen hin. Der Stochastic Slow der Stunden-Chart bestätigt dies. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, könnte sich bei diesem Paar heute auszahlen.
GBP/USD
Dieses Paar verzeichnete in der vergangenen Woche deutliche Verluste. Dennoch kletterte GBP/USD gestern bis auf die 1,6665-Marke. Die Oszillatoren der Charts geben insgesamt gemischte Signale aus. Einerseits deutet der Stochastic Slow der Tages-Chart und der MACD der 4-Stunden-Chart auf eine zinsbullische Bewegung für heute hin. Auf der anderen Seite stützen der RSI der Tages-Chart sowie der RSI der Wochen-Chart eine bärische Preiskorrektur. Klare Signale abzuwarten, könnte heute die richtige Wahl sein.
USD/JPY
Dieses Cross signalisierte in der vergangenen Woche zinsbullische Tendenzen und wird momentan um die Marke 95,21 gehandelt. Die Oszillatoren der Charts deuten größtenteils auf eine zinsbullische Preiskorrektur hin. Auch Slow Stochastic und MACD der 4-Stunden-Chart bestätigen diese Tendenz. Diese Entwicklung wird außerdem vom Slow Stochastic der Tages-Chart gestützt. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, könnte bei diesem Paar heute große Profite bringen.
USD/CHF
Das Cross USD/CHF erreichte seinen Höhepunkt vor ungefähr einer Woche. Bereits zum dritten Tag in Folge ergeben sich nun Kursverluste. Der Slow Stochastic der 4-Stunden-Chart deutet für heute auf eine zinsbullischen Trendwende hin. Ein Großteil der übrigen technischen Indikatoren signalisiert jedoch ein Fortdauern der bärischen Tendenz bis zum Ende des Handelstages. Slow Stochastic der Tages-Chart und MACD der 4-Stunden-Chart bestätigen dies. Bei diesem Trend auf fallende Kurse zu setzen, könnte eine gute Entscheidung für heute sein.


