2008-12-02
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Dollar steigt nach Spekulationen um EZB-Leitzinssenkung
Der USD erfuhr einen Wertzuwachs, nachdem US-Notenbankchef Ben Bernanke in einer seiner gestrigen Ansprachen erklärte, dass die USA inzwischen besser ausgerüstet sei, die momentane Wirtschaftslage systematisch zu bekämpfen. Vor Bernankes Rede schloss der USD bei 1,2641 zum EUR. Aktuell wird er bei 1,2610 gehandelt. Des Weiteren bestätigte Bernanke, dass die US-Notenbank eine erneute Zinssenkung um 1,00% in Betracht ziehe. Die Fed solle darüber hinaus auch andere, weniger konventionelle Maßnahmen ergreifen, um ihr Wirtschaftswachstum zu stimulieren. Auch die Spekulationen um eine erneute Leitzinssenkung in Europa durch die EZB ließ den Dollar in seinem Wert zum EUR ansteigen. Europas Inflationsrate war im November bereits auf 2,0% von zuvor 3,2% im Monat Oktober gerutscht. Diese Entwicklung bereitet den Boden für weitere Zinssenkungen, die von der EZB im Rahmen ihres für Donnerstag, den 4. Dezember anberaumten Treffens diskutiert werden.
Gegenüber dem JPY rutschte der USD wiederum auf 94,61 ab. Experten sagen voraus, dass die US-amerikanische Währung in naher Zukunft weitere Verluste gegenüber dem japanischen Yen verzeichnen könnte. Die Indikatoren der US-Wirtschaft sprechen für sich: Sowohl Produktions- als auch die Arbeitsmarktzahlen haben sich in der vergangenen Woche deutlich verschlechtert und erreichten ihren neuen Tiefstand seit 2001. Die Vereinigten Staaten geraten immer tiefer in die Rezession. Darüber hinaus verringerten sich die US-Nonfarm-Payrolls um 320.000 Angestellte im Monat November, nachdem die Zahl bereits im Vormonat um 240.000 gefallen war. Laut US-Regierungsberichten sei die größte Weltwirtschaft im 3. Quartal um 0,5% geschrumpft. Die Verbraucherausgaben gingen um 3,7% zurück. Dies sei ein neues Rekordtief seit dem Jahre 1980.
Der Dollar kann derzeit außerdem Boden zu Japans Währung gutmachen, da die Marktteilnehmer davon ausgehen, dass die globale Rezession japanische Investoren veranlassen wird, ihre ausländischen Anlagen aufzulösen, um sie in ihrem Heimatland anzulegen. In Zeiten von Risikoaversion tendieren japanische Anleger dazu, sich auf ihre eigenen Märkte zu konzentrieren. Trotz Abwärtstrend für Japans Wirtschaft, könnte der USD weiterhin Verluste gegenüber dem Yen verzeichnen und bis Ende 2008 sogar bis auf 90,00 rutschen.
EUR – Eurozonen-Währung verliert angesichts sich verstärkender Konjunktursorgen
Der EUR setzte gestern seinen freien Fall gegenüber dem USD und JPY fort. Zum Yen rutschte die europäische Währung bis auf 117,46 ab. Ebenso verzeichnete der EUR Verluste gegenüber dem Dollar – um fast 0,7% fiel dieser auf 1,2608. Im Zuge der sich verschlechternden konjunkturellen Lage greifen immer mehr Investoren aus der Eurozone auf Wertpapiere zurück. Wieder einmal verliert der EUR zum JYP, nachdem Spekulationen um einen erneuten Sturz an den globalen Aktienmärkten und einem Rückgang der weltweiten Produktion, Anleger dazu veranlasste, wieder in japanische Yen zu investieren und gewinnträchtigere Anlagen aufzulösen.
Äußerst negative Wirtschaftszahlen haben bei den Marktteilnehmern mittlerweile jeden Zweifel über die Herabsetzung der jeweiligen Zinsrate seitens der Zentralbanken EZB und BoE am Donnerstag beseitigt. Offen bleibt, der Höhe dieser Leitzinssenkungen. Experten sind sich einige, dass sich die Zentralbanken bei der aktuellen Lage für eine Reduzierung von mehr als 50 Basispunkten entscheiden werden. Offiziell wurde bekannt gegeben, dass sich die Eurozone seit dem vergangenen Monat in einer Rezession befände, nachdem ihre Wirtschaftsaktivität zum zweiten Monat infolge zurückgegangen war. Vor dem dritten Quartal 2009 soll sich Europas Wirtschaft nicht erholen.
Wirtschaftswissenschaftler vermuten, dass die Gesetzgeber in Europa ihren Leitzins noch in dieser Woche auf 2,75% in der Eurozone und 2,00% in Großbritannien senken werden. Mit dieser aggressiven Währungspolitik wollen die Zentralbanken der fortschreitenden globalen Rezession entgegenwirken. In den nächsten Monaten werden US-Dollar und Yen voraussichtlich die stärksten Währungen bleiben.
JPY – JPY profitiert von erwarteten Leitzinssenkungen
Japans Währung kann ihre Stärke derzeit halten. Ihr Wertzuwachs gegenüber den Hauptwährungen ist auf die aktuell vorherrschende Risikoaversion der Anleger weltweit zurückzuführen. Dabei erreichte der JPY ein 1-Monatshoch gegen den Dollar, nachdem Investoren sich mittlerweile vermehrt von risikoreichen Positionen abwenden. Insbesondere gegenüber den europäischen Nationen, denen bis zum Ende der Woche erneute Zinssenkungen ins Haus stehen, konnte der japanische Yen an Boden gewinnen. Unter den entsprechenden Währungen befinden sich EUR, GBP sowie der Australische und Neuseeländische Dollar. Zu später Stunde an der New Yorker Börse verzeichnete der Yen gestern einen Wertzuwachs von 2,4% zum US-Dollar und notierte bei 93,18. Zum EUR schloss der JPY bei 117,59. Hier ergab sich ein Anstieg von 3,0%.
Der JPY profitiert derzeit ebenfalls von den aktuell fallenden Aktienmärkten. Experten gehen davon aus, dass der Yen zukünftig wieder bis auf seine im Oktober erreichten Höchststände klettern und seinen Aufwärtstrend zum Beginn des Jahres 2009 fortsetzen könnte. Während sich die globale Wirtschaftslage kontinuierlich verschlechtert, planen die EZB, die EoB sowie die Zentralbanken Australiens und Neuseelands weitere Leitzinssenkungen, verringern dabei jedoch die Gewinnvorteile ihrer Währungen gegenüber dem äußerst niedrigen Yen-Kurs. Japans Leitzins liegt bei 0,30% im Vergleich zu einer Zinsrate von beispielsweise 5,25% in Australien, 6,5% in Neuseeland und 3,00% in Großbritannien. Durch die anhaltende Rezession werden ausländische Investitionen in gewinnträchtige Währungen für die japanischen Anleger immer risikoreicher. Es ist davon auszugehen, dass diese Anleger ihre ausländischen Gewinne zukünftig ins eigene Land zurückführen, was den JPY noch weiter ansteigen lassen könnte.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Die Schwankungen innerhalb der breiten Handelsspanne auf der 4-Stunden-Chart setzen sich momentan fort. Bislang konnte kein Durchbruch erzielt werden. Die negative Neigung des Slow Stochastic auf der Tages-Chart deutet auf eine Fortsetzung des Abwärtstrends innerhalb der Spanne hin. Hier könnte es richtig sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.
GBP/USD
Der Abwärtstrend setzt sich in vollem Umfang fort. GBP/USD wird derzeit um 1,4900 gehandelt. Der Slow Stochastic der Stunden-Chart verdeutlicht, dass diese Abwärtstendenz noch nicht beendet ist. Der nächste Richtpreis könnte bei 1,4800 liegen. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen, könnte heute auch bei diesem Kurspaar die richtige Entscheidung sein.
USD/JPY
Die rückläufige Flag-Formation auf der 4-Stunden-Chart besteht nach wie vor, während ein Durchbruch bislang nicht erfolgte. Das Momentum ist bislang äußerst rückläufig, was durch den RSI auf der Tages-Chart verdeutlicht wird. Forex-Anleger sollten einen erneuten Durchbruch der 92,80-Marke abwarten, der einen nächsten deutlichen Preisrutsch einleiten könnte.
USD/CHF
Dieses Paar befindet sich inmitten einer sich verengenden zinsbullischen Handelsspanne und schwankt aktuell in deren mittleren Bereich. Die Stunden-Chart gibt gemischte Signale aus. Ihr RSI bewegt sich überwiegend im neutralen Bereich. Der Slow Stochastic der Tages-Chart zeigt jedoch ein starkes Aufwärtsmomentum an, während der RSI bestätigt, dass es tatsächlich aufwärts geht. Alle Indikatoren deuten auf weitere zinsbullische Tendenzen hin. Die bevorzugte Strategie für heute könnte lauten: Bei Tiefständen zu kaufen.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


