2008-12-03
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – ADP-Arbeitmarktbericht, exklusive Landwirtschaft, auf der Agenda
Der USD hatte gestern gegenüber den Hauptwährungen überwiegend Abwärtstendenzen zu verzeichnen, nachdem eine leichte Erholung an den Aktienmärkten die Nachfrage nach “sicheren” Positionen minderte. Anleger konnten daraufhin beobachten, wie der USD zum EUR verlor und schließlich bei 1,2720 schloss. Auch gegenüber dem Pfund Sterling begab sich der Dollar auf einen Abwärtstrend. Der wechselhafte Börsengang am gestrigen Handelstag war das Ergebnis verschiedener Berichte der US-Regierung, die das Anlegervertrauen schwächten.
Der Chef der US-Notenbank of Philadelphia und als “Falke” bekannte Notenbanker, Charles Plosser, hatte sich in diesem Jahr zunächst zweimal gegen eine Leitzinssenkung ausgesprochen hatte. Nun deutete er darauf hin, dass der US-Verbraucherpreisindex durch die fallenden Energiepreise in den Keller gerutscht sei. Da die US-Wirtschaft nicht von einer ernsthaften Deflation bedroht sei, könnte die US-Notenbank unterstützend einschreiten, indem sie jegliches Risiko abwendet und sich glaubwürdig dazu verpflichtet, einen umfangreichen Preissturz zu verhindern.
Charles Plosser hatte sich gestern, angesichts des hohen Preisdrucks, für einen Kurswechsel der US-Notenbank ausgesprochen. Diese müsse bei ihren Zinsbeschlüssen sowohl das Wachstum als auch die Inflation im Blick haben. Die derzeitige Finanzpolitik stellt große Geldmengen zur Ankurbelung der US-Wirtschaft zur Verfügung. Sobald sich die Märkte stabilisieren, müssten diese wieder zurückgenommen werden.
Heute werden gleich einige wichtige Veröffentlichungen aus der US-Wirtschaft erwartet. Diese werden die Tendenzen der USD-Paare und- Crosse bestimmen. Dabei sollte insbesondere auf den Wechsel der US-Arbeitsmarktzahlen außerhalb der Landwirtschaft geachtet werden, die in Anbetracht der jüngsten negativen Wirtschaftsdaten unter den Erwartungen liegen könnten. Weitere Indizes auf dem US-Wirtschaftskalender heute: der ISM-Index, nicht-verarbeitendes Gewerbe. Dieser Index wird seinen Einfluss auf die Märkte voraussichtlich haben. Enttäuschende Zahlen würden die schwierige Lage der US-Märkte wiederholt unterstreichen und den USD gegenüber dem EUR weiter schwächen.
EUR – Deflationstrend in der Eurozone steigert Chancen auf Leitzinssenkung
Der EUR verzeichnete gestern einen zinsbullischen Börsengang und konnte Boden gegenüber einem Großteil der Hauptwährungen gutmachen. Dabei stieg der EUR um 0,7% zum USD an und notierte zu Handelsschluss bei 1,2700. Auch gegenüber GBP und JPY ergab sich ein Wertzuwachs. Einzige Veröffentlichung aus der Eurozonen-Wirtschaft war gestern der Erzeugerpreisindex, der nur leicht von den Prognosen der Experten abwich und somit die Volatilität auf ein Minimum beschränkte.
Der Rückgang des Erzeugerpreisindexes bestätigt die Deflationstrends der in die Rezession geratenen Wirtschaft Europas und bereitet den Boden für eine erneut deutliche Leitzinssenkung. Darüber hinaus senkte der anhaltende Preisrutsch des Rohöls die Fabrikpreise in der 15-Nationen-Eurozone um 0,8% auf einen jährlichen Anstieg von 6,3%. Die Erzeugerpreise stellen einen wichtigen Indikator für den inflationären Druck dar, da ein Preisanstieg, solange durch den Einzelhandel mittels herabgesetzter Gewinnspannen nicht ausgeglichen, letzten Endes an die Verbraucher weitergeleitet wird.
Bedeutendste Veröffentlichung aus der Eurozone heute ist der Bericht zu den Einzelhandelsumsätzen in der gesamten Eurozone. Experten erwarten rückläufige Zahlen im Vergleich zu ihrer Vormessung. Anleger sollten ihr Augenmerk unbedingt auf die Zahlen des Einzelhandels richten. Sollten die Ergebnisse die Erwartungen übertreffen, könnte der EUR-Kurs weiter steigen
JPY – BoJ will Refinanzierungsgeschäfte steigern und Anforderungen an Sicherheiten senken
Der JPY verzeichnete gestern erneut Gewinne gegenüber den Hauptwährungen. Die Ankündigung der japanischen Regierung, ihren Leitzins weiterhin stabil zu halten, war nicht überraschend. Japans Zinsrate zählt seit geraumer Zeit zu einer der niedrigsten weltweit. Bei der gestern abgehaltenen Pressekonferenz, verkündete die Bank of Japan (BoJ), dass sie die $32 Mrd. Finanzhilfe bereitstellen wolle, um in Schwierigkeiten geratene Unternehmen zu unterstützen. Dabei sollen die Anforderungen an die Sicherheiten für Refinanzierungsgeschäfte reduziert werden. Diese Entwicklungen, im Rahmen der vorherrschenden Finanzkrise, weisen in der Tat darauf hin, dass sich der jüngste zinsbullische Trend des JPY fortsetzen könnte, wie es bereits in der Vergangenheit der Fall war, als Japans Währung in Zeiten von Wirtschaftskrisen von der schwierigen Lage der Industrienationen profitierte.
JPY-Anleger erwartet heute lediglich ein wichtiger Indikator aus Japans Wirtschaft: der Bericht zu den “Capital Spending”. Experten erwarten hier eine Verschlechterung der Vorergebnisse. Dieser Indikator verursacht in der Regel leichte Kursschwankungen. Jedoch scheint der USD heute bestimmender Faktor für den Markttrend zu bleiben. Anleger sollten die Trends der amerikanischen Währung versuchen, zu deuten, da diese einen starken Einfluss auf die übrigen Währungen nimmt.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Auf der Stunden-Chart ist zu erkennen, dass das Paar bereits seit einer Weile Kursschwankungen unterliegt. Inzwischen scheint es sich jedoch um die 1,2660-Marke konsolidiert zu haben. Dennoch verdeutlicht eine rückläufige Neigung des Slow Stochastic auf der Tages-Chart, dass der deutliche Abwärtstrend nach wie vor seine Gültigkeit hat. Bei Höchstständen zu verkaufen, könnte heute als gute Strategie gelten.
GBP/USD
Der Abwärtstrend setzt sich in vollem Umfang fort. GBP/USD wird derzeit um 1,4850 gehandelt. Der Slow Stochastic der 4-Stunden-Chart ist auch hier negativ geneigt und bestätigt die Annahme, dass diese Tendenz noch nicht beendet ist. Der nächste Richtpreis könnte demnach bei 1,4780 liegen. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen, könnte bei diesem Kurspaar die richtige Entscheidung für heute sein.
USD/JPY
Die Tages-Chart zeigt, dass dieses Paar sich mittlerweile innerhalb einer engen Handelsspanne zwischen 92,80 und 93,80 bewegt, nachdem gestern ein deutlich abwärts gerichteter Durchbruch erfolgt ist. Auf der Tages-Chart ist lediglich ein gemäßigtes Abwärtsmomentum zu erkennen. Daher sollten Anleger auf deutlichere Signale auf der Stunden-Chart warten, bevor sie auf die neuen Abwärtstendenzen reagieren.
USD/CHF
Dieses Paar befindet sich inmitten eines starken Aufwärtstrends, der bislang kein Ende zu finden scheint. Die Stunden-Chart gibt gemischte Signale aus. Eine bevorstehende Abwärtskorrigierung ist auf der 4-Stunden-Chart zwar zu erkennen, jedoch deutet die Tages-Chart darauf hin, dass der Aufwärtstrend nach wie vor Potenzial in sich trägt. Anleger sollten auch hier deutlichere Signale der Stunden-Chart abwarten, bevor sie diesem Markt beitreten.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


