2008-12-09

Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Dollar fällt weiterhin zum EUR
Der Dollar erweitert seine Verluste gegen den EUR und den Britischen Pfund zum zweiten Tag in Folge, nachdem der neuerwählte US-Präsident Barack Obama das größte Infrastrukturprogramm seit 50 Jahren, das innerhalb zwei Jahren mindestens 2,5 Millionen Arbeitsplätze schaffen soll, ankündigte.
Gestern wurde der US-Dollar in Tokio bei $1,2963 zum EUR gehandelt. Zuvor war er um 1,9% gestürzt und erreichte die $1,2964-Marke. Dies war der niedrigste Stand seit dem 27. November. Um 1,5% schwächte der Dollar gegen den GBP ab und notierte bei $1,4915, während Anleger sich wieder auf gewinnträchtige Positionen konzentrierten. Beflügelt zeigten sich die Anleger ebenfalls von der Aussicht auf ein $15 Milliarden schweres Rettungspaket für die Autobranche, was die Abwärtstendenzen des Dollars zusätzlich steigerte.
Die Hoffnung auf eine neue Finanzspritze erhöhte sich bereits am vergangenen Freitag, nachdem US-Wirtschaftsdaten verdeutlichten, dass nahezu eine halbe Million Arbeitsstellen im vergangenen Monat verloren gegangen waren. Dies ermutigte die Gesetzgeber zu handeln. Bereits am Montag überwies die Demokratische Partei den Entwurf des milliardenscheren Rettungpakets an das Präsidialamt.
Investoren weltweit scheint der neue Rettungsplan des US-amerikanischen Kongresses für die Autoindustrie und Obamas Zusage zum Konjunkturprogramm, zu beruhigen. Am Montag verbuchten die US-Aktienmärkte daraufhin deutliche Gewinne. Allein zum JPY stieg der Dollar in seinem Wert um 1% auf 93,73 Yen. Diese Entwicklung könnte darüber hinaus auf das Versprechen Obamas vom Samstag zurückgeführt werden, nachdem er mindestens 2,5 Millionen Arbeitsplätze im Rahmen des größten Infrastrukturprogramms seit den 50er Jahren schaffen sowie den Energieverbrauch der US-Regierung mindert wolle.
Experten erwarten derzeit keinen anhaltenden Abwärtstrend des USD. Dennoch verbleibt die Sorge um eine mögliche langwierige Rezession, die die Marktteilnehmer momentan davon abhält, zuviel Risikobereitschaft zu zeigen.

EUR – EUR erholt sich nach Ankündigung eines neuen US-Konjunkturprogramms
Die Währung der Eurozone erholte sich gegenüber dem USD und JPY, nachdem der neuerwählte US-Präsident Barack Obama seine Pläne zum größten Infrastrukturprogramm seit den 50er Jahren verkündete. Anleger verloren vermehrt das Interesse an “sicheren” Yen-Anlagen. Allem Anschein nach verringert Obamas Programm den Druck der Finanzunternehmen, US-Dollar, angesichts der drohenden Finanzkrise, anzusammeln. Am Montag notierte der EUR von $1,2718 auf $1,2836 zum US-amerikanischen Dollar. Diese EUR-Gewinne bewerten Analysten als begrenzt und auf einen leichten Rückgang des Anlegervertrauens in Deutschland, Europas größtem Wirtschaftssystem, zurückzuführen. Hier entsteht wieder Handlungsspielraum für die Europäische Zentralbank (EZB) in Hinsicht auf eine Senkung ihrer Zinsrate. In wie weit das Anlegervertrauen im Monat Dezember gesunken ist, werden heute die Ergebnisse des ZEW-Berichts (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) für Konjunkturerwartungen verdeutlichen. Bei seiner Vormessung im vergangenen Monat war der Index von -53,5 auf -57 Punkte zurückgegangen.
Die EZB hatte ihren Leitzins bereits in der vergangenen Woche, am 4. Dezember, von 3,25% auf 2,50% herabgesetzt. Die Entscheidung zur Leitzinssenkung hatten die EZB-Gesetzgebern getroffen, nachdem im vergangenen Monat deutlich wurde, dass die Inflationsrate der Eurozone den größten Rückgang der letzten zwei Jahrzehnte verzeichnete. Nach wie vor scheint jedoch die Inflationsrate der Eurozone schneller zu fallen als die Zinsrate der EZB. Experten erwarten, dass die verlangsamte Antwort der Währungs- und Finanzbehörden auf die vorherrschende Finanzkrise, den EUR weiterhin unter Druck halten wird.
Der EUR verzeichnete auch zum Britischen Pfund einen Wertzuwachs, nachdem die Bank of England ihren Leitzins um 1% auf 2% gesenkt hatte, der sich seitdem auf dem niedrigsten Stand seit 1951 befindet. Damit sollte verhindert werden, dass Großbritannien zum ersten Mal in 17 Jahren in eine Rezession fällt. Einige Experten sind der Meinung, dass sich der Abwärtstrend des Britischen Pfund gegenüber dem EUR nicht ausdehnen wird. Bis Jahresende könnte der GBP vielmehr bis auf 85 Pence pro EUR klettern.

JPY – JPY im Versuch Verluste zum Dollar ausgleichen
Japans Währung erreicht mittlerweile ein 1-Wochentief zum EUR. Einige Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die globalen Bemühungen, die aktuell vorherrschende Finanzkrise zu bekämpfen, den asiatischen Aktienmärkten Auftrieb geben und dem Anreiz der japanischen Währung als Auffangbecken abtun wird. Der Anstieg der Aktienmärkte wird als Zeichen nachlassender Risikoaversion gedeutet und könnte die Nachfrage nach Yen dämpfen. Diese hat die Tendenz zu steigen, sobald die Risikobereitschaft abnimmt und Carry Trades aufgelöst werden. Bei der Anlagestrategie Carry Trades nehmen Investoren einen Kredit in einer Währung mit vergleichsweise niedrigen Zinsen auf, um diesen anschließend in eine Währung mit vergleichsweise hohen Zinsen zu investieren. Japans Referrenzzinssatz ist mit 0,3% der niedrigste weltweit. Die Eurozone hat ihre Zinsrate bei 2,5%, Neuseeland beispielsweise bei 5% festgelegt.
Zum EUR wird der JPY derzeit bei 120,06 gehandelt, nachdem er gestern in New York bei 120,26 schloss. Seinen Tiefstand seit dem 1. Dezember erreichte Japans Währung zuvor bei 120,96. Zum Dollar stand der JPY bei 92,95. Im dritten Quartal war Japans Wirtschaft stärker geschrumpft als von seiner Regierung erwartet. Unternehmen verkürzten ihre Augaben und haltbierten ihre Investitionen in Erwartung einer langanhaltenden Rezession. Diese Entwicklungen, in Verbindung mit einer gewissen Unsicherheit bezüglich Obamas neuem Rettungsplan, setzte dem zinsbullischen JPY zunächst ein Ende. Seit September konnte die japanische Währung einen Wertzuwachs von insgesamt 14% zum Dollar verzeichnen, was die Sorge der Exporteure um den Wert ihrer Auslandsgewinne verstärkte.

Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Dieses Kurspaar erholt sich mittlerweile nach den Abwärtstendenzen der vergangenen Woche. Sowohl auf der 4-Stunden- als auch auf der Tages-Chart geben alle Indikatoren gemischte Signale aus. Dennoch weist der Slow Stochastic der Stunden-Chart ein zinsbullisches Momentum aus. Eine gute Strategie für heute könnte lauten: bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.

GBP/USD
Der Abwärtstrend dieses Paares setzt sich in vollem Umfang fort. Auf der Tages-Chart bleibt das Abwärtsmomentum deutlich. GBP/USD bewegt sich aktuell in dessen Mitte. Auch die Stunden-Chart bestätigt diese Entwicklung, obwohl der RSI andeutet, dass der anhaltende Abwärtstrend bereits in naher Zukunft beendet sein könnte. Anleger sollten den momentanen Abwärtstrend noch für sich nutzen.

USD/JPY
Auf der 4-Stunden-Chart wird deutlich, dass sich USD/JPY nach wie vor innerhalb einer rückläufigen Handelsspanne befindet. Auf der Tages-Chart hat der RSI jedoch die 30-Marke überwunden, was ein Zeichen dafür sein kann, dass der Markt “überkauft” ist. Der Slow Stochastic gibt ebenfalls ein neu entstandenes zinsbullisches Cross aus und deutet auf einen bevorstehenden zinsbullischen Trend hin. Wir empfehlen: Kaufen Sie bei eng gesetzten Stopps.

USD/CHF
Die Schwankungen innerhalb der sich verengenden rückläufigen Handesspanne auf der Tages-Chart setzten sich fort. Bislang wurde kein Durchbruch erreicht. Die negative Neigung des Slow Stochastic der Stunden-Chart deutet auf eine Fortsetzung der rückläufigen Bewegung innerhalb der Handelsspanne hin. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen, könnte hier richtig sein.

Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard

 

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