2008-12-15
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – USD erlebt eine seiner schlechtesten Handelswochen
Die vergangene Woche brachte dem USD einen ausgesprochen rückläufigen Börsengang im Vergleich zu den übrigen Hauptwährungen. Durchaus schlechte Wirtschaftszahlen aus der US-Wirtschaft lösten hohe Volatilität aus. Zum EUR verlor der USD über 650 Punkte und wurde knapp über 1,34 gehandelt. Gegenüber dem GBP wurde die US-amerikanische Währung bei 1,49 gehandelt.
Die negativen Finanznachrichten der letzten Woche verstärkten den Druck auf den USD. Nachdem der US-Senat das geplante Rettungspaket für die angeschlagene Automobilindustrie am späten Donnerstag Nachmittag ablehnte, versicherte das Weiße Haus, den notleidenden Herstellern zu helfen. Diese Stellungnahme beruhigte die Märkte leicht, dennoch verstärkte die Ablehnung des Rettungspakets für die Automobilbranche die Sorge um den globalen Konjunkturabschwung sowie eine länger anhaltende Branchenkrise.
Die Veröffentlichungen einiger Wirtschaftsdaten in der letzten Woche brachten dem USD ebenfalls Abwärtstendenzen ein: US-Handelsbilanz, Erzeugerpreisindex und Arbeitslosenanträge enttäuschten allesamt die Erwartungen der Marktteilnehmer.
Auch in dieser Handelswoche stehen einige wichtige Wirtschaftszahlen auf der Agenda. Experten rechnen mit weitern Kursschwankungen für den USD. Folgende Indikatoren werden in den nächsten Tagen veröffentlicht: US-Arbeitslosenrate, Baugenehmigungen, Kernrate Verbraucherpreisindex, Rohöllagerbestände sowie der “Minutes” -Bericht des Treffens des Offenmarktausschusses (FOMC). Als Ergebnis der Konjunkturflaute im eigenen Land erwarten Analysten eine Leitzinssenkung durch die US-Notenbank von über 0,5%, was dem Dollar wieder Aufschwung bringen könnte. Anleger sollten das Ergebnis des Treffens des Offenmarktausschusses unbedingt im Auge behalten.
Heute stehen auf dem US-Wirtschaftskalender die TIC-Langzeit-Anschaffungen, der regionale Konjunkturbericht des Fed-Distriktes New York sowie Kapazitätsauslastung und Industrieproduktion des Monats November. Alle vier Indikatoren werden bei enttäuschenden Ergebnissen erwartet und könnten gemeinsam mit den Tendenzen des Ölpreises, den USD-Trend bestimmen.
EUR – EUR steigt um 5% zum Dollar an
Der EUR verzeichnete seine wohl stärkste Handelswoche in der Geschichte gegenüber dem US-Dollar. Dabei kamen die Abwärtstendenzen des USD sowie positive Wirtschaftsdaten aus der Eurozone dem EUR zugute. Gegenüber jeder Hauptwährung konnte in der vergangenen Woche ein zinsbullischer Trend des EUR beobachtete werden. Auffälligste Entwicklung war demnach die Erholung des Kurspaares EUR/USD, das über dem Bereich von 1,34 gehandelt wurde.
Eine Reihe schlecht ausgefallener Wirtschaftsindikatoren verdeutlichten eine drückende US-Rezession, während der gescheiterte Rettungsplan für die angeschlagene US-Automobilindustrie den EUR vorantrieb. Jedoch stellte auch die Eurozone selbst positive Zahlen bereit. Zwar wurden nur einige wenige Indikatoren veröffentlicht, diese allerdings übertrafen alle Prognosen. Wichtigste Daten darunter waren Deutschlands ZEW-Konjunkturerwartungen sowie Deutschlands Industrieproduktion, die beide zu den jüngsten Aufwärtstendenzen des EUR beitrugen. Interessant war ebenfalls zu beobachten, wie der Anstieg des Ölpreises mit dem zinsbullischen EUR einherging.
Darüber hinaus verbesserten sich die Konjunkturerwartungen für die Wirtschaft der Eurozone, nachdem auch hier überraschend positive Daten veröffentlicht wurden. Für den EUR werden trotz Volatilität der Nicht-EUR-Crosse erste Zeichen von Stabilität deutlich. Für Anleger ist es momentan von größter Bedeutung, die Zeichen der Wirtschaftsindikatoren aus den USA, Europa und Japan richtig zu deuten, um sich für die richtigen Investitionen zu entscheiden.
Heute werden die Marktteilnehmer bestimmen, ob die Erholung des EUR anhalten wird. Die durch den raschen Kursanstieg in der vorangegangenen Woche ermöglichte Gewinnmitnahme, könnte eingeschränkten Einfluss auf den jüngsten Trend nehmen. Anleger sollten auf das Kurspaar EUR/USD achten, dessen neue Widerstandsmarke bald bei 1,3600 liegen könnte.
JPY – Yen erreicht 13-Jahreshoch und schadet Japans Export
Seit dem Monat September stieg der JPY um 17% an, minderte damit den Exportwert japanischer Güter und traf die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Pkws, fotografischer Ausrüstung sowie TV-Geräte empfindlich. In der vergangenen Woche kletterte der Yen auf ein neues Rekordhoch der letzten 13 Jahre und erhöhte erneut den Schaden für japanische Hersteller, die bereits jetzt, angesichts eines bevorstehenden Zusammenbruchs der Exportmärkte, ins Taumeln geraten waren. Entlassungen bei Großunternehmen wie Sony und Toyota bringt die Auswirkungen der Rezession nun auch in die japanischen Haushalte und verstärkt das Risiko eines anhaltenden Konjunktureinbruchs.
Die Konjunkturerwartungen unter Japans größten Herstellern erreichten Berichten zufolge ein neues Stimmungstief in den letzten 34 Jahren und bestätigen die Annahme, dass Unternehmen ihre Ausgaben sowie Arbeitstellen voraussichtlich weiterhin kürzen und die Wirtschaft damit verstärkt in die Rezession stoßen werden.
In dieser Woche werden gleich mehrere wichtige Wirtschaftsindikatoren aus Japan erwartet, die Volatilität in den JPY-Kurspaaren auslösen werden. Unabhängig davon sollten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die Pressekonferenz der Bank of Japan (BoJ) und das Monetary Policy Meeting dieser Woche richten. Zinsbullische Aussagen aus Regierungskreisen könnten stärkeren Einfluss auf die JPY-Tendenzen nehmen, als so mancher Indikator.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Ein rückläufiges Kreuz des Slow Stochastic auf der Stunden-Chart verdeutlicht, dass innerhalb des nächsten Zeitfensters bereits eine Abwärtskorrigierung stattfinden könnte. Der RSI der 4-Stunden-Chart bewegt sich im “überkauften” Bereich und lässt erkennen, dass das Potenzial des Aufwärtstrends ausgeschöpft ist. Auch der RSI der Tages-Chart bestätigt diese Tendenz. Hier könnte es richtig sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.
GBP/USD
Ein rückläufige Kreuz des Slow Stochastic der Stunden-Chart deutet darauf hin, dass sich eine Korrigierung des jüngsten Aufwärtstrends bald einstellen könnte. Der aktuelle Preis bringt das Kurspaar bis an die obere Grenze der Bollinger Bands auf der Stunden-Chart, was ein Zeichen dafür sein könnte, dass der Aufwärtstrend in Kürze auf Widerstand trifft. Sobald die Abwärtskorrigierung stattfindet, könnte verkaufen die richtige Wahl für heute lauten.
USD/JPY
Allem Anschein nach ist der Abwärtstrend dieses Paares mittlerweile beendet. Der aktuelle Preis liegt hier bereits im “unterkauften” Bereich des RSI auf der Tages-Chart. Darüber hinaus bewegt sich USD/JPY fast an der unteren Grenze des Slow Stochastic auf der Tages-Chart. Hier steht eine Korrigierung voraussichtlich bevor. Auf der Stunden-Chart sind deutliche Zeichen nicht auszumachen. Abzuwarten, bis sich hier klare Signale ergeben, könnte heute die richtige Strategie sein.
USD/CHF
Der deutliche Durchbruch der unteren Grenze der Bollinger Bands auf der Tages-Chart am gestrigen Handelstag deutet darauf hin, dass sich eine zinsbullische Korrigierung des jüngsten Aufwärtstrends bald einstellen könnte. Darüber hinaus bewegt sich das Kurspaar bereits im “überkauften” Bereich des RSI auf der Stunden-Chart. Für heute könnte es richtig sein, bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


