2008-12-17
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – USD fällt nach Leitzinssenkung der US-Notenbank auf 0,25%
Die US-Notenbank hat gestern ihren Leitzins überraschenderweise weiter nach unten gesetzt, als von den meisten Experten erwartet. Der Offenmarktausschuss setzte den Satz um 75 Basispunkte von bislang 1,00% auf eine fluktuierende Rate im Bereich zwischen null Prozent und 0,25% herab. Eine Reduzierung der Zinsrate erwarteten die Marktteilnehmer bereits, jedoch lagen die Prognosen bei 0,5%. Dieser Schritt verdeutlicht die Bereitschaft der US-Notenbank, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den fortschreitenden Konjunkturabschwung aufzuhalten und einen deflationären Zyklus hoffentlich abzuwenden.
Unmittelbare Reaktion auf die gestrige Leitzinssenkung war ein deutlicher Wertverlust des USD, der ein neues Rekordtief in zwei Monaten gegenüber dem EUR erreichte und schlussendlich knapp über 1,4000 schloss. Bereits in den vergangenen Wochen hatte der Dollar in Erwartung auf die Leitzinssenkung Verluste zu verzeichnen. Die jüngsten Tendenzen der US-amerikanischen Währung fielen somit nicht aus dem Rahmen. Bezeichnend ist, dass die Leitzinssenkung jedoch kurzfristig eine positive Wirkung auf die Aktivität an den US-Aktienmärkten auslöste. Der US-Leitindex Dow Jones legte deutlich zu und beendete den Handel gestern bei einem Plus von 4,2%.
Die Absicht, die hinter dieser Leitzinssenkung steckt, ist unter anderem die Kreditgewährung an die Verbraucher zu steigern, indem den Banken die nötige Liquidität zur Verfügung gestellt wird. Demnach sollen sich ebenfalls die Investitionen erhöhen. Darüber hinaus sprach die US-Notenbank von einem Aufkauf hypothekengestützter Wertpapiere in den nächsten Monaten, um die Lage auf dem angespannten Immobilien- und Hypothekenmarkt zu verbessern. Wichtigstes Ziel der US-Notenbanker sei es, global die Rückkehr zu einem nachhaltigen Wachstum zu fördern und die Preisstabilität zu wahren. Doch eine Zentralbank allein wird diesen Vorsatz nicht umsetzen können. Der US-Notenbank gehen allmählich die Mittel aus. Auch die anderen Zentralbanken müssten nachziehen.
Nach diesem bedeutenden Ereignis am gestrigen Handelstag wird es heute etwas ruhiger bleiben. Der Indikator der Rohöllagerbestände wird den Marktteilnehmern helfen, die derzeit verbleibende Stärke des USD zu bestimmen. Trotz des schwachen USD bleibt der Ölpreis verhältnismäßig stabil. Sollte die Bestandsaufnahme damit einhergehen, könnte dies eine zukünftige Trendwende für den USD in den kommenden Wochen markieren.
EUR – Wird sich Europa der jüngsten Leitzinssenkung anschließen?
Seit der vergangenen Woche ergaben sich nur wenige Veränderungen innerhalb der Eurozone. Der EUR konnte überraschend viel Boden gegenüber dem USD gutmachen. Bei Höchstständen, die in fast drei Monaten nicht zu beobachten waren, wird die 15-Nationen-Währung derzeit über 1,4000 gehandelt. Diese Marke erreichte der EUR größtenteils durch die plötzliche Leitzinssenkung der US-Notenbank um 75 Basispunkte am gestrigen Handelstag.
Aus der Eurozone werden nach wie vor kontinuierlich negative Wirtschaftsdaten ausgegeben. Dementsprechend befand sich der EUR in den vergangenen Monaten auf dem Abwärtstrend. Inzwischen verzeichnet die europäische Währung wieder Gewinne zum Dollar. Gegenüber den übrigen Hauptwährungen befindet sich der EUR noch immer in einer Art Warteschleife.
Mit dem Blick auf die gestrige Entscheidung der US-Notenbank, ihren Leitzins nahe der Null-Prozent-Marke zu setzen, könnte auch die Europäische Zentralbank (EZB) eine ähnliche Strategie in Erwägung ziehen. Würde eine solche Reduzierung der Zinssätze auf ein vergleichsweise niedriges Level ausreichen, das Wachstum der angeschlagen Eurozonen-Wirtschaft wieder herzustellen? Diese Frage stellen sich inzwischen auch die europäischen Nationen außerhalb der Währungsunion. Großbritannien bereitet sich erneut auf eine mögliche Leitzinssenkung vor. Wird diese ähnlich deutlich ausfallen wie in den USA?
Allem Anschein nach ist der EUR nicht in der Lage, wie andere Währungen, seinen eigenen Wert anzutreiben. In letzter Zeit richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf den Britischen Pfund, was sich bis zum Ende der Woche fortsetzen könnte. Anleger sollten im Auge behalten, ob sich die Bank of England (BoE) heute tatsächlich, wie erwartet, durch einstimmigen Entschluss auf eine erneute Reduzierung ihres Zinssatzes einigen wird. Eine solche könnte einen sofortigen Kursverlust des GBP bedeuten, jedoch möglicherweise einen Anstieg der europäischen Aktienmärkte erzielen.
JPY – Bank of Japan unter Druck, ihren Leitzins zu senken
Laut Experten hat die überraschende US-Leitzinssenkung gestern die Chancen auf eine Reduzierung des Zinssatzes der Bank of Japan (BoJ) am bevorstehenden Freitag erhöht. Mit ihrer niedrigsten Zinsrate weltweit, hält Japan bereits seit 7 Jahren gewollt den Kurswert des Yen unten, um ihn zur Wahlwährung der Finanzierung von Carry Trades zu bestimmen.
Angesichts der globalen Senkung der Leitzinssätze haben die Carry Trades ihre Bedeutung verloren. Anleger legen dementsprechend wieder direkt in Yen an. In diesem Sinne ist auch Japans Exportrate eingebrochen, was die Wirtschaft des Landes noch tiefer in die Rezession treibt. Um diesen fortschreitenden Entwicklungen Einhalt zu gebieten und das japanische Wirtschaftswachstum wieder anzukurbeln, könnte die BoJ sich tatsächlich gezwungen sehen, ihren Leitzins am Freitag bis auf 0,10% zu reduzieren.
Anleger sollten sich bewusst machen, welche Auswirkungen die US-Leitzinssenkung auf Japans Wirtschaft hat. Bereits am frühen Morgen legten die japanischen Aktienmärkte heute zu und der JPY-Kurs stieg an. Sollte sich die japanische Regierung nicht zu einem Eingreifen durchringen, könnten Forex-Anleger den Yen bei neuen Rekordständen gegenüber den Hauptwährungen erleben.
Rohöl – OPEC-Treffen: Bedeutende Produktionseinschränkungen werden erwartet
Trotz eines deutlich schwachen US-Dollar bleibt der Ölpreis verhältnismäßig stabil. Aktuell bewegt sich der Preis innerhalb einer Spanne um $45 pro Barrel. Die Marktteilnehmer erwarten gespannt das für heute angesetzte Treffen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) im weiteren Tagesverlauf.
Das Kartell soll über eine bedeutende Drosselung ihrer Fördermengen debattieren. Von einer möglichen Einschränkung von 2 bis 2,5 Millionen Barrel pro Tag ist die Rede, die den Ölpreis in den kommenden Wochen wieder auf die $50-$60-Marke bringen könnte. Sollte sich die OPEC nicht auf einen Produktionsabbau einigen, könnten die Marktteilnehmer zum neuen Jahr einen Sturz der Ölpreise bis unter die $30-Marke pro Barrel beobachten.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Der zinsbullische Trend dieses Paares scheint beendet zu sein und EUR/USD konsolidiert sich mittlerweile um die 1,41 -Marke. Der RSI der 4-Stunden-Chart bewegt sich im “überkauften” Bereich und lässt erkennen, dass sich eine Abwärtskorrigierung in naher Zukunft einstellen könnte. Auch der RSI der Tages-Chart bestätigt diese Tendenz. Hier könnte es richtig sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.
GBP/USD
Auf der Tages-Chart bildet sich eine eindeutig zinsbullische Handelsspanne heraus, in deren Mitte das Paar mittlerweile schwankt. Jedoch bewegt sich der RSI der 4-Stunden-Chart bereits im “überkauftem” Bereich, was bedeuten könnte, dass auch hier eine Abwärtskorrigierung unmittelbar bevorsteht. Auch bei diesem Paar könnte es von Vorteil sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.
USD/JPY
Allem Anschein nach ist der Abwärtstrend dieses Paares mittlerweile beendet. Der aktuelle Preis liegt hier bereits im “unterkauften” Bereich des RSI auf der Tages-Chart. Darüber hinaus bewegt sich USD/JPY an der unteren Grenze des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart. Hier steht eine Korrigierung ebenfalls bevor. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, könnte sich heute als richtig erweisen.
USD/CHF
Ein zinsbullisches Cross des Slow Stochastic auf der Tages-Chart verdeutlicht, dass innerhalb des nächsten Zeitfensters bereits eine Aufwärtskorrigierung stattfinden könnte. Der RSI der Stunden-Chart bewegt sich im “überkauften” Bereich und lässt erkennen, dass das Potenzial des Abwärtstrends ausgeschöpft sein könnte. Auch hier empfehlen wir: bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


