2008-12-24

Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Dollar wegen schwacher US-Wirtschaftsdaten auf dem Abwärtstrend
Die US-Währung rutscht weiterhin in den Keller. Der USD verlor gestern 0,2% seines Wertes zum EUR. Auch gegenüber anderen Hauptwährungen verlor die US-amerikanische Währung an Boden, während die Marktteilnehmer sich um das Ausmaß der US-Rezession Sorgen machen. Die wirtschaftlich schwierige Situation wurde gestern noch deutlicher, nachdem US-Wirtschaftszahlen veröffentlicht wurden, die die Erwartungen mehr als enttäuschten. Die Zahlen der US-Eigenheimverkäufe aus Bestand sowie die der US-Verkäufe von Hausneubauten wiesen auf eine weitere Verschlechterung der Lage am US-Immobilienmarkt hin, während das Bruttoinlandsprodukt (BIP), wie vorausgesagten, bei -0,5% im 3. Quartal verbleibt. Der aktuelle Wert ist somit der schwächste seit dem 3.Quartal 2001. Nach diesem Zahlen zu urteilen, könnte es noch eine ganze Weile dauern, bis sich die US-Wirtschaft wieder erholt. Tendenziell wird der Dollar demnach seinen Abwärtstrend vorerst fortsetzen, insbesondere zur Feiertagssaison und dem Jahreswechsel. Eine geringe Liquidität könnte weiteren Verkaufsdruck der US-Währung bedeuten.
Im Laufe des Tageshandels konnte gestern jedoch eine geringfügig zinsbullische Korrigierung des Dollars beobachtet werden, als Investoren zum Abschluss des Wirtschaftsjahres 2008 Dollar-Positionen kauften, um ihre Wertbestände ins Gleichgewicht zu bringen. Unabhängig davon sagen Analysten voraus, dass die langfristigen Aussichten für die US-Wirtschaft und -Währung besorgniserregend bleiben. Nach Veröffentlichung der BIP-Zahlen gehen einige Experten davon aus, dass die Wirtschaft im 4. Quartal noch deutlicher schrumpfen wird. Ferner weisen die rückläufigen Zahlen aus dem Immobiliensektor im November darauf hin, dass eine Kombination aus einem schwachen Arbeits- und Beschäftigungsmarkt die Verbraucherausgaben und das Wachstum noch weit bis in 2009 dämpfen könnten. Ökonomen sind der Ansicht, dass das Abwärtsmomentum des Dollars seit dem Sommer auf den nachlassenden Bedarf an US-Depotverwaltern, weitere Rückgaben der Investoren in der Hedge-Fonds-Branche sowie hochtreibende liquide Bestände zurückzuführen ist.
Der trostlose US-Konjunkturausblick beschäftigt die Investoren weiterhin primär. Ratingagenturen haben erst kürzlich ihre Einschätzung zur Kreditwürdigkeit der US-Autobauer herabgestuft, obwohl diese gerade eine Finanzspritze von der US-Regierung erhalten haben. Experten sind der Meinung: Der Dollar bleibt auf dem absteigenden Ast. Die US-Notenbank wird weiterhin an einer äußerst aggressiven Politik festhalten.

EUR – Europäische Währung gewinnt an Boden gegenüber USD
Die Währung der Eurozone verbuchte gestern weiteren Wertzuwachs zum Dollar und einigen anderen Hauptwährungen. Der EUR kletterte am Dienstag deutlich in die Höhe, nachdem Wirtschaftsdaten aus den USA signalisierten, dass die US-Wirtschaft im 3. Quartal geschrumpft sei. Dies schürte die Befürchtung, dass sich die USA in einer schweren Rezession befindet. Die veröffentlichten Zahlen verdeutlichten, dass die US-Wirtschaft von Juli bis September um 0,5% geschrumpft ist und sowohl Verbraucher als auch Unternehmen ihre Ausgaben deutlich eingeschränkt haben.
Demzufolge verzeichnete der EUR gestern gegenüber dem USD einen Gewinn von 0,4% bei $1.3995. Zum JPY kletterte die europäische Währung um 0,3% auf 126.08. Der Britische Pfund rutschte auf 94,72 Pence per EUR angesichts Vermutungen, die Bank of Englang (BoE) könnte deutlichere Leitzinssenkungen in Erwägung ziehen, als ihre Kontrahenten in der Eurozone. Analysten erwarten eine solch drastische Reduzierung der Zinsrate Großbritanniens im Januar. Der GBP verlor gegenüber dem Dollar ebenfalls an Boden und wurde bei $1,4738 gehandelt, nachdem Großbritanniens Wirtschaft im 3. Quartal stärker als erwartet geschrumpft war und der Dienstleistungssektor auf ein neues Tief in den letzten 18 Jahre gefallen war.
Mittlerweile kündigten die Regierungen Frankreichs, Deutschlands und Großbritanniens neue Rettungspakete an, die ihre Nationen aus der Rezession helfen sollen. Deutschland, größtes Wirtschaftssystem der Eurozone, plant ein Rettungspaket in Höhe von 1,3% des eigenen BIP. In ganz Europa verdeutlichte die Verbraucherstimmung sowie Verbraucherausgaben am Dienstag unerwartete Widerstandsfähigkeit: Die düstere Stimmung aufgrund des Konjunkturabschwungs wird durch den deutlichen Rückgang der Inflationsrate gemäßigt. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Verbraucherstimmung sich stark verschlechtern wird, wenn der Arbeitsplatzabbau zunimmt und den positiven Vermögenseffekt ausgleicht, die der Rückgang der Inflationsrate hervorgebracht hat. Bislang ist diese Entwicklung nicht eingetreten. Am Dienstag hat sich die US-Verbraucherstimmung, infolge fallender Preise, auch etwas aufgehellt. Leichte Bedenken zeichnen sich unter den Marktteilnehmern ab, dass die Eurozone in eine tiefere Rezession rutschen könnte, sollte ihr BIP weiter schrumpfen.

JPY – Yen fällt auf Wochentiefstand zum Dollar
Der Yen fiel gestern auf ein Wochentief zum Dollar. Auch dem EUR gegenüber verzeichnete Japans Währung Verluste, während Anleger sich den Carry Trades wieder zuwenden und den weniger gewinnbringenden Yen dazu benutzen, in ertragreichere Währungen anzulegen. Diese Entwicklung ist zu beobachten, seitdem die Bank of Japan ihren Leitzins in der vergangenen Woche von 0,3% auf 0,1% herabgesetzt hatte. Allem Anschein nach findet die extreme Risikoaversion am Markt zu Lasten der japanischen Währung ein Ende. Gegenüber dem US-Dollar rutschte der JPY um 0,7% auf 90,87 ab sowie um 0,9% auf 126,92 zum EUR, nachdem der Yen bereits am Montag 1,3% Verluste verzeichnen musste.
Insgesamt 24% legte Japans Yen gegenüber dem Dollar in diesem Jahr zu mit Steuerkurs auf den größten jährlichen Zuwachs in über zwei Jahrzehnten, angesichts Spekulationen, die Kreditkrise werde sich noch verstärken. Experten sind der Meinung, dass der JPY seinen Abwärtstrend voraussichtlich fortsetzen wird, während sich die äußert risikoscheue Stimmung an den Märkten legt. Am Dienstag ergab sich ein Wertverlust des JPY gegenüber dem USD, als Investoren ihre Profite aus dem jüngsten extremen Aufwärtstrend des JPY festlegten, dabei jedoch bedächtig blieben, das Kurspaar nicht weiter nach unten zu drücken, im Falle eines Einschreitens seitens der japanischen Regierung. Das gegen die Rezession ankämpfende Japan, versucht derzeit den Aufwärtstrend des Yen einzudämmen, mit dem Ziel die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Exportprodukte zu wahren. Experten zufolge ist das Risiko geringer als vor der Zinssenkung, da der Dollar nun bei über 90 Yen liegt. Demnach scheint der Eingriff der Bank of Japan zu funktionieren. Dennoch sind die Anleger allgemein nicht bereit, den Dollar noch tiefer zu treiben, was weitere Abwärtstendenzen des Yen unterstützen sollte.

Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Der RSI der Tages-Chart signalisiert, dass dieses Paar sich bereits im “überkauftem” Bereich bewegt und voraussichtlich schon bald eine Abwärtskorrigierung beobachtet werden kann. Die Bollinger Bands auf der 4-Stunden-Chart verdichten sich darüber hinaus, was bedeuten könnte, dass eine volatile Bewegung bevorsteht. Hier ist es heute möglicherweise richtig, zu verkaufen.

GBP/USD
Momentan wird dieses Paar nahe der unteren Grenze der Bollinger Bands auf der 4-Stunden-Chart gehandelt, die sich ebenfalls verdichten, was wiederum auf eine volatile Aufwärtskorrigierung hinweisen könnte. Der RSI der 4-Stunden-Chart bestätigt diese Tendenz und schwankt genau innerhalb des “überkauften” Bereichs. Kaufen ist voraussichtlich eine gute Entscheidung für heute.

USD/JPY
Aktuell verdeutlicht ein zinsbullisches Kreuz des Slow Stochastic auf der Stunden-Chart, dass ein Aufwärtstrend unmittelbar bevorstehen könnte. Jedoch bewegt sich der RSI der 4-Stunden-Chart bereits im “überkauftem” Bereich, was bedeutet, dass sich auch hier eine Korrigierung des jüngsten Aufwärtstrends ergeben könnte. Forex-Anleger sollten deutlichere Signale abwarten, bevor sie diesem Markt beitreten.

USD/CHF
Der RSI der 4-Stunden- sowie Tages-Chart gibt ebenfalls aus, dass sich USD/CHF im “überkauften” Bereich bewegt. Auch hier könnte dies ein Zeichen für eine Aufwärtskorrigierung in naher Zukunft sein. Außerdem verdichten sich die Bollinger Bands auf der Stunden- und 4-Stunden-Chart, was bedeuten könnte, dass sich eine volatile Preisbewegung voraussichtlich einstellt. Eine gute Strategie für heute könnte hierbei lauten: Kaufen Sie.

Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard

 

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