Während wir uns dem neuen Jahr mit großen Schritten nähern werden wir uns der wichtigsten Themenbereiche für 2012 annehmen.
Im 4. Quartal hat es einen bemerkenswerten Trend positiver US Wirtschaftsdaten gegeben. Heute dürften die letzten US Veröffentlichungen in diesem Jahr aufzeigen, dass die US Wirtschaft das Jahr 2012 positiv gestimmt beginnen wird.
Geringe Liquidität an den Märkten hielt den Euro beim gestrigen Handel relativ unverändert. Da die Währung sich derzeit nahe einem 11-Monats-Tief zum USD bewegt warten Händler ab, ob die anhaltende Schuldenkrise der Eurozone den Euro noch weiter absinken lässt.
Investoren haben schon seit langem für eine quantitative Lockerung (QE) seitens der US Notenbank (Fed) und der BoE eingepreist. Nunmehr scheint es, als würde die EZB die Erwartungen für eine schwächere Geldmarktpolitik erfüllen.
Äußerungen seitens Lorenzo Bini Smaghi sind das erste Anzeichen dafür, dass die EZB Bereitschaft zeigt ein quantitatives Lockerungsprogramm (QE) in Erwägung zu ziehen, falls die Notwendigkeit sich stellt.
EUR Pessimisten treten in breiter Front auf. Laut dem jüngsten CFTC Commitment of Traders Bericht haben Spekulanten an den Terminmärkten ihre größten Short-Position zum EUR seit Mai 2010 aufgebaut. Diese einseitige Positionierung verdeutlicht den Pessimismus an den Märkten zum EUR und zeigt die Möglichkeit einer Verknappung bei den Verkäufen auf. Es besteht das Risiko einer weiteren Runde von Eindeckungen von Leerverkäufen zur Gesundschrumpfung schwacher EUR Shorts, bevor eine weitere Abwärtsbewegung erfolgt.
Während die Weihnachtsfeiertage näher rücken verringert sich normalerweise die Liquidität, weil Trading Desks dann für gewöhnlich nur mit einer Notbesetzung operieren. Da sich die europäische Schuldenkrise jedoch immer mehr zuspitzt werden sich Händler kaum von ihren Trading Terminals fortbewegen. Der Kursrückgang der EUR/USD-Paarung der vergangenen Woche unter einige wichtige technische Werte dürfte ausschlaggebend gewesen sein.
Nach der Entscheidung der SNB den Mindestkurs für EUR/CHF auf dem derzeitigen Wert von 1,20 zu belassen verzeichnete der CHF den kräftigsten Anstieg seit September. Da sich die europäische Schuldenkrise zuspitzt könnte jetzt der richtige Zeitpunkt für Investoren sein, die Bereitschaft der SNB zu testen den Mindestkurs für EUR/CHF zu halten.
Zum ersten Mal seit Anfang des Jahres handelte die EUR/USD-Paarung heute unter dem Wert von 1,30. Die Stimmung an den Märkten bewegt sich weiterhin abwärts, und die Bedrohung einer bevorstehenden Rezession in der EU könnte den EUR Kurs zum Jahresende hin noch weiter absinken lassen.
Während die Bewertung der jüngsten SNB Geldmarktpolitik näher rückt, mehren sich die Spekulationen, dass die SNB in Kürze den Mindestkurs für die EUR/CHF-Paarung von seinem gegenwärtigen Wert von 1,20 auf 1,25 oder vielleicht sogar auf 1,30 anheben wird. Da jedoch die EUR/CHF-Paarung in einer engen 300 Pips Spanne handelt, dürfte die SNB erst einmal abwarten wie sich der Markt entwickelt, bevor sie weitere Schritte unternimmt.
Im Vorfeld des Treffens der US Notenbank (Fed) legte der USD gestern generell an Stärke zu. Da dieser Anstieg bereits zum Wochenende der vergangenen Woche einsetzte hatten Investoren das Wochenende über die Gelegenheit die Nachrichten aus Europa zu verdauen, bevor sie den EUR und Aktien in Abschwung versetzten.
Während sich Investoren fast ausschließlich auf die Ereignisse in Europa konzentrieren, könnte es sein, dass Devisenhändler fast ein wichtiges Treffen der Fed übersehen. Falls es der Eurozone gelingen sollte wieder etwas Stabilität herzustellen, könnten Investoren ihre Aufmerksamkeit erneut auf die lockere Geldmarktpolitik der USA und den schwächer werdenden USD richten.
Auf der gestrigen Pressekonferenz erläuterte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, die drei Säulen für den Fiskalpakt. Er betonte auch, dass die EZB weder vorhat quantitative Lockerungen (QE) durchzuführen, noch in unbegrenzter Anzahl europäische Staatsanleihen aufzukaufen. Als Folge dieses enttäuschenden Statements sank der EUR zum US Dollar unter den Wert von 1,33.
EZB Präsident Mario Draghi hat seine Bereitschaft erkennen lassen die europäischen Staaten mit zusätzlichen Anleihe-Käufen zu unterstützen, falls die europäischen Regierungen Maßnahmen ergreifen, um das Vertrauen von Investoren in die Eurozone wiederherzustellen. Allerdings dürfte eine solche Ankündigung frühestens nach dem Ende des EU Wirtschaftsgipfels am Freitag erfolgen und nachdem sich die europäischen Staaten verpflichtet haben ihre Schulden und Haushaltsdefizite in den Griff zu kriegen.
Die jüngsten CFCT IMM Daten zeigen, dass nicht kommerzielle Händler ihre größten EUR Käufe seit Juni vergangenen Jahres auf dem Devisenterminmarkt getätigt haben. Diese einseitige Positionierung könnte eine Short Squeeze Situation herbeiführen, falls die europäischen Führungskräfte anfangen Investoren bis zum Jahresende ein wenig Vertrauen einzuflößen.
Um 8:15 MGZ werden die Märkte heute erst einmal die Daten des schweizer Verbraucherpreisindex für den Monat November zu verdauen haben. Es wird erwartet, dass der Bericht einen Anstieg der Inflationsrate um 0,1% aufweisen wird, gegenüber einem Rückgang von -0,1% im Oktober. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass der Bericht einen weiteren Rückgang bei den schweizer Preisen zeigen wird, was die SNB zwingen könnte zu agieren, um zu verhindern, dass deflationäre Kräfte sich in die schweizer Wirtschaft einschleichen.
In der vergangenen Woche waren Zentralbanker und Politiker die treibende Kraft für die Devisenmärkte, was sich voraussichtlich in dieser Woche fortsetzen wird. Es stehen 9 Treffen von Zentralbanken auf dem Wirtschaftskalender, wobei das wichtigste wohl das der EZB sein dürfte, von der angenommen wird, dass sie den Leitzinssatz um mindestens 25 Basispunkte senken wird.


