2009-02-03

Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Risikovermeidung lässt Dollarkurs steigen, doch Gewinnmitnahme hält nicht an
Der Dollar startete in die Handelswoche mit Gewinnen im Vergleich zu seinen Haupt-Währungspartnern, verlor jedoch diese später am Tag zum EUR. Gewinne zum GBP blieben bestehen und die GBP/USD-Paarung befindet sich auf dem tiefsten Stand seit einer Woche. Risikovermeidung war gestern die Triebfeder auf den Devisenmärkten, und das heißt typischerweise Stützung für den US-Dollar. Wenn die Risikobereitschaft auf dem Markt abnimmt werden riskantere, auf USD basierende Anlagen verkauft und in Dollar rückgewandelt, was dazu beiträgt, den Kurs der Währung steigen zu lassen.
Der Dollar erfuhr einen Aufschwung im Vergleich zu den europäischen Währungen, als Moody’s das Kredit-Rating für die Barclays Bank herabsetzte. Das minderte die Risikobereitschaft von Händlern, doch war das nur von kurzer Dauer, da der neue Index des Institute for Supply Management (ISM) die Voraussagen übertraf. Der Bericht trug zur Erholung der EUR/USD-Paarung später am Tage bei und löschte die früheren Gewinne des Dollar aus. Einige Händler berichteten über dünne Liquidität auf dem Devisenmarkt, da ein heftiger Schneesturm es vielen Londoner Händlern unmöglich macht heute ihre Büros aufzusuchen. Begrenzte Liquidität kann zu überspitzten Kursschwankungen auf den Devisenmärkten beitragen. Zu einem Zeitpunkt erreichte der EUR/USD einen Tiefststand von 1,2705, doch erholte er sich später und schloss den Handel bei 1,2874.
Vorausschauend auf den heutigen Handel könnte die Paarung mit der größten Volatilität der AUD/USD sein. Es wird angenommen, dass die Royal Bank of Australia (RBA) heute um 3:30 MGZ ihren Leitzinssatz um gewaltige 100 Basispunkte senken wird. Somit ist das die fünfte aufeinander folgende Zinssenkung seitens der RBA. Wird diese Zinssenkung noch von friedfertigen Äußerungen begleitet könnte das den Kurs dieser Paarung über den Wert von 0,6500 anheben. Aufgrund der schwachen Konjunkturlage in Australien hat diese Paarung dieses Jahr schon um fast 10% abgenommen.

EUR – Händler warten auf EUR Leitzinsentscheidung
Der EUR hat in jüngster Zeit nur die zweite Geige gespielt, da grundlegende Belange der US-Wirtschaft den Kurs der EUR/USD-Paarung lenkten. Die Veröffentlichung von Obamas Konjunkturpaket sowie die Zahlen des US-Bruttoinlandsprodukts verursachten vergangene Woche die meisten Schlagzeilen und auch die Gewinne. Die Paarung fiel gegenüber der Vorwoche um mehr als 1% aufgrund der US-wirtschaftlichen Grundlagen und allgemeiner Risikovermeidung.
Für heute erwarten die Marktteilnehmer die Bekanntgabe der monatlichen deutschen Einzelhandelsumsätze. Deutschland ist die größte Volkswirtschaft innerhalb der Eurozone, und so könnte dieser Bericht Einblick in die Verbraucherstimmung bei sich verschlimmernder wirtschaftlicher Lage vermitteln.
Am Donnerstag werden alle Augen auf der Europäischen Zentralbank (EZB) ruhen und ihre Entscheidung bezüglich einer Anpassung des europäischen Leitzinssatzes erwarten. Die meisten Wirtschaftswissenschaftler sagen voraus, dass der Zinssatz bei den gegenwärtigen 2,00% verbleiben wird. Je näher diese Bekanntgabe rückt, desto heftiger die Volatilität dieser Paarung, was gute Gelegenheiten bietet, Profit aus den Kursspitzen zu schlagen.

JPY – Festgefahrene Regierungssituation könnte dem Yen schaden
Die Verabschiedung eines derzeit in Japan diskutierten Konjunkturpakets könnte sich verzögern aufgrund eines Disputs zwischen Japans Premierminister Aso und der japanischen Legislative. Die Weigerung des Parlaments einen Konjunkturplan zu verabschieden kommt zu einem Zeitpunkt, da die Zustimmungsrate für Asos Politik sich auf einem absoluten Tiefststand befindet. Aso weigert sich vorgezogene Wahlen einzuberufen, während das Parlament hinsichtlich des Konjunkturpakets keinen Zentimeter nachgeben will bevor nicht ein Wahltermin festgelegt ist.
Dieses könnte verheerende Folgen für die japanische Wirtschaft haben, die sich bemüht den Auswirkungen der Rezession zu begegnen. Der japanische Leitzinssatz steht nahe der 0%. Das limitiert die Möglichkeiten der Regierung hinsichtlich der Bekämpfung der Wirtschaftskrise und der Beeinflussung der Finanzpolitik. Denn der Streit zwischen Premierminister und dem Parlament bedroht jegliche Änderung in der Finanzpolitik. Jetzt, da die Regierung sich so in einem politischen Patt festgefahren hat, dürfte sich die Wirtschaft noch erheblich langsamer erholen, als die der benachbarten Volkswirtschaften.
Eine verzögerte wirtschaftliche Erholung kann allerdings Ärger für den Yen bedeuten. Devisenmärkte haben die Tendenz nach vorne zu sehen und könnten den Yen aufgrund angenommener wirtschaftlicher Schwäche abwerten. Jegliche weitere Verzögerung beim Konjunkturpaket der Regierung kann für die USD/JPY-Paarung bedeuten, dass sie in den kommenden Wochen wieder bis auf den Wert von 95,00 ansteigen könnte.

Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Es sieht so aus, als wäre dem rückläufigen Trend die Kraft ausgegangen, da sich das Paar gegenwärtig nahe der Untergrenze auf dem Slow Stochastic des Tages-Chart bewegt, was vermuten lässt, dass eine zinsbullische Korrektur bevor steht. Für EUR/USD könnte eine gute Strategie lauten, bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, sobald die obere Grenze der Handelsspanne überwunden ist.

GBP/USD
Der RSI auf dem 4-Stunden-Chart bewegt sich im neutralen Bereich und zeigt gemischte Signale. Der Slow Stochastic des Tages-Chart jedoch zeigt ein rückläufiges Cross, was annehmen lässt, dass sich der Abwärtstrend fortsetzen könnte. In diesem Fall erscheint bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen eine empfehlenswerte Strategie zu sein.

USD/JPY
Laut dem Tages-Chart bewegt sich das Paar im neutralen Bereich ohne spezielle Ausrichtung. Jedoch lässt ein Cross über dem 70er-Wert auf dem Slow Stochastic des 4-Stunden-Chart vermuten, dass die nächste Bewegung wahrscheinlich eine rückläufige sein wird. Händler sollten hier den Durchbruch und Umschwung abwarten.

USD/CHF
Das Paar vermittelt weiterhin gemischte Ergebnisse und handelt derzeit um den 1,16 Wert. Seit gestern zeigt das Stunden-Chart eine durchgehende Linie. Der Slow Stochastic des Tages-Chart zeigt keine Crosse, was heißt, dass der rückläufige Trend sich wahrscheinlich fortsetzen wird. Zu verkaufen scheint für heute die bevorzugte Vorgehensweise zu sein.

Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard

 

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