2009-02-10
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – USD gruppiert sich um nach negativen Nachrichten für Euro-Banken
Der Dollar verlor gestern ursprünglich an Boden, erholte sich aber im späten Handel, nachdem die Devisenmärkte die Verspätung der Bekanntgabe des sehnsüchtig erwarteten US-Banken-Rettungsplans verdaut hatten. Trotz dieser Verschiebung erlangten riskantere Währungen die Gunst, und Währungen wie der USD und JPY fielen zurück während die Risikobereitschaft der Händler zunahm.
Vom US-Banken-Rettungsplan wird erwartet, dass er der weltweiten Wirtschaft mehr Stabilität verleiht, Vertrauen in die erschütterten Finanzmärkte wieder herstellt und dass er das Potential in sich birgt, das Wachstum der US-Wirtschaft anzukurbeln. Für viele Händler Grund genug riskantere Positionen einzunehmen. Diese Form des Handels lastete gestern auf dem Dollar, der sich jedoch später wieder erholte und im Vergleich zum EUR bei 1,2821 schloss.
Die Bekanntgabe des US-Banken-Rettungsplans verzögerte sich, da Beamte der Obama Administration noch mit Details beschäftigt waren, die möglicherweise die Verabschiedung des $819 Mrd. Konjunkturpakets durch den US-Senat hätten aufhalten können. Beide Rettungspläne werden sehnsüchtig erwartet, doch ist nach wie vor unklar, welche Wirkung sie auf die Finanzmärkte haben werden. Händler sollten morgen den Ausführungen des Finanzministers Timothy Geithner folgen, wenn er den Banken-Rettungsplan erklärt. Dieses Schlüsselereignis könnte richtungweisend sein für EUR/USD.
EUR – EUR im Abschwung aufgrund russischer Kreditumschichtung
Beim späten gestrigen Handel fiel der Kurs des EUR stark ab, nachdem bekannt wurde, dass russische Banken sich darum bemühen Kredite ausländischer Banken in Höhe von über $400 Mrd. umzuschichten. Die 16-Nationen-Währung kam zusätzlich unter Druck, als europäische Finanzminister andeuteten, dass es für europäische Banken immer schwerer werden könnte auf den Finanzmärkten Kredite zu bekommen.
Diese beiden Ereignisse sorgten für den allgemeinen Rückgang des EUR. Verglichen zum GBP schloss er kräftig niedrig bei 0,8646 gegenüber dem Vorwert von 0,8771, und im Vergleich zum JPY schloss er ebenfalls rückläufig bei 117,17.
Während des gestrigen Handels setzte der EUR zunächst seine Aufwärtsfahrt fort und legte sogar noch auf die Gewinne vom Freitag drauf. Diese Woche begann mit größerer Unterstützung für riskantere Währungen. Die schlechten US-Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche, mit sehr viel höherer Arbeitslosenzahl als erwartet, verhalfen den EUR im Vergleich zum Dollar zu einer Wertsteigerung. Diese Gewinne lösten sich jedoch, nach Bekanntwerden der russischen Bank-Nachrichten gestern Nachmittag, sehr schnell in Nichts auf.
JPY – Händler dürfen weitere Schwächung des JPY erwarten
Nach Bekanntwerden, dass russische Banken sich darum bemühen Kredite ausländischer Banken umzuschichten, legte der JPY im Vergleich zu seinen Währungspartnern zu. Das übt noch mehr Druck auf den sich ohnehin schon abquälenden europäischen Bankensektor aus. Japan selbst hat seine eigenen Probleme mit Banken, wenn man beispielsweise bedenkt, dass Japans größte Investmentbank, Nomura, zusätzliches Kapital von über $3 Mrd. benötigt. Diese Investmentfirma bemüht sich händeringend die Übernahme des Asiengeschäfts von Lehman Brothers zu verkraften.
Im Vergleich zum USD schloss der JPY gestern rückläufig bei 91,36 und das GBP stand bei 135,51 Yen gegenüber dem Vorwert von 135,09.
Händler dürften sich auf eine weitere Schwächung des JPY einrichten, insbesondere nach der Ansprache des US-Finanzministers, Timothy Geithner, heute um 16:00 MGZ. Seine Erläuterungen zum US-Banken-Rettungsplan könnten dazu beitragen das Marktrisiko zu mindern. Dieses wiederum könnte es Händlern ermöglichen sich von ihren Safe-Hafen-Yen-Positionen im Austausch für riskantere Währungen zu trennen, was die japanische Währung abwerten wird. Der USD/JPY-Kurs dürfte den heutigen Tag nahe dem Wert von 92,00 beschließen.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Die Stunden-Charts zeigen dieses Paar mit hohen Kursschwankungen ohne erkennbare Ausrichtung, doch verengen sich die Bollinger Bands auf dem Tages-Chart, was auf bevorstehende zunehmende Volatilität hinweist. Ein rückläufiges Cross des Slow Stochastic auf dem 4-Stunden-Chart belegt, dass der Kurs von 1,2800 schon bald wieder angetestet wird. Sollte dieser Level durchbrochen werden, könnte eine gute Strategie sein sich dem Trend anzuschließen.
GBP/USD
Die zinsbullische Kursbewegung dieses Paares verläuft weiter im zinsbullischen Channel, der jedoch noch durchbrochen werden muss. Das zinsbullische Cross, welches sich auf dem Slow Stochastic des Stunden-Chart bildet, bestätigt diese Annahme. Der RSI bewegt sich über dem 50-Level und deutet auf eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung hin. Der nächste Test-Wert dürfte um die 1,4950 liegen.
USD/JPY
Nachdem es bei 90,89 seinen Tiefstwert erreicht hatte konsolidiert sich dieses Paar jetzt um den Wert von 91,46. Alle Oszillatoren zeigen, dass sich das zinsbullische Momentum voraussichtlich fortsetzen wird. Der Slow Stochastic auf dem 4-Stunden-Chart zeigt keinerlei Crosse am Horizont, und das zinsbullische Momentum scheint auch intakt zu sein. Auf dem Tages-Chart verläuft der Trend dieses Paares weiterhin aufwärts, und es gibt keine bevorstehenden Indikatoren, die auf eine Umkehr hindeuten könnten. Demzufolge könnten Händler ihre Gewinne maximieren indem sie eine feste Long-Position eingehen
USD/CHF
Das zinsbullische Momentum verläuft kraftvoll weiter im zinsbullischen Channel, der jedoch noch durchbrochen werden muss. Das starke zinsbullische Cross, welches sich auf dem 4-Stunden-Chart bildet, bestätigt die Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Der nächste Test-Wert dürfte um die 1,1780 liegen. Zu kaufen scheint für heute die bevorzugte Vorgehensweise zu sein.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


