2010-02-10
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Dollar fällt aufgrund steigender Risikobereitschaft
Am gestrigen Handelstag gab der USD gegen einen Großteil der Hauptwährungen nach. Deutliche Kursverluste ergaben sich zum EUR und Pfund Sterling. EUR/USD kletterte auf ein Wochenhoch um 1,3838.
Ursache dafür waren zum einen anhaltende Spekulationen um ein mögliches Eingreifen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Rettung Griechenlands im Falle einer eintretenden Zahlungsunfähigkeit. In der Hoffnung auf die Abwendung einer drohenden Staatspleite Griechenlands erholte sich die Marktstimmung im Euroraum gestern leicht. Dieser Marktoptimismus fördert wiederum die Risikobereitschaft der Investoren, die nach gewinnträchtigen Anlagen wie EUR und Pfund Sterling Ausschau hielten. Des Weiteren belastete am Dienstag ein geschwächter US-Konjunkturoptimismus den Dollar. Laut einem Bericht schätzen US-Bürger ihre persönliche Finanzsituation aktuell pessimistischer ein als bislang und haben weniger Vertrauen in die Wirtschaftspolitik der USA.
Heute stehen gleich mehrere bedeutende Konjunkturdaten auf der US-Agenda. Um 14:30 Uhr wird zunächst die US-Handelsbilanzdaten für Dezember veröffentlicht. Diese gibt die Differenz zwischen Export und Import von Waren und Dienstleistungen aus. Analysten prognostizieren einen leichten Rückgang des US-Defizits von $36,40 Mrd. auf $35,8 Mrd. Ein solches Ergebnis könnte dem USD etwas Unterstützung verleihen. Darüber hinaus erwarten die Anleger um 16:00 Uhr die Anhörung von US-Notenbankchef Ben Bernanke vor dem Ausschuss des Repräsentantenhauses für Finanzdienstleistungen in Washington zum bevorstehenden Auslaufen der Notfallhilfen für die Finanzwirtschaft. Bernanke wird über Wirtschaftsaussichten und Finanzmärkte sprechen und damit Einfluss auf den heutigen Handel nehmen.
EUR – Mögliche Griechenland-Rettung stützt EUR
Der EUR wertete am Dienstag deutlich gegen die Mehrheit der Hauptwährungen auf. Dabei kletterte die Gemeinschaftswährung um 150 Punkte zum USD sowie um 200 Punkte zum japanischen Yen in die Höhe. Leicht zinsbullische Tendenzen ergaben sich auch gegenüber dem Pfund Sterling.
An den Märkten im Euroraum hofft man auf eine baldige Kontrolle über die Schuldenkrise in Griechenland. Spekulationen um einen möglichen Hilfsplan für das in die Notlage geratene Mitgliedsland steigerten gestern die Nachfrage nach Währungen, die höhere Erträge abwerfen, was den EUR insbesondere gegen Safe-Havens wie USD und Yen stützte. Deutschland gerät dabei Medienberichten zufolge bei wichtigen EU-Partnern unter Druck, sich an einer Rettungsaktion für Griechenland zu beteiligen. Abzuwarten bleibt, ob der griechische Regierungschef Papandreou seine Sparankündigungen umsetzen kann. Zu den möglichen Rettungshilfen für die Griechen gehören bilaterale Darlehen einiger Euro-Staaten.
Anleger sollten weitere Entwicklung rund um Rettungsaktionen für das hoch verschuldete EU-Land aufmerksam beobachten. Dieses Thema scheint aktuell den größten Einfluss auf die Bewegungen des EUR am Markt zu haben. Darüber hinaus veröffentlicht Frankreich heute um 8:45 Uhr die aktuellen Zahlen zur Industrieproduktion im Dezember. Der entsprechende Bericht misst den inflationsbereinigten Gesamtwert der Industrieproduktion in Frankreich. Dieser soll laut Prognose im vergangenen Monat um 0,6% gestiegen sein. Sollte das Ergebnis den Vorhersagen entsprechen, könnte der EUR weitere Unterstützung finden.
JPY – Yen fällt gegen Hauptwährungen
Der letzte Yen-Aufwärtstrend wurde gestern unterbrochen. Japans Yen verbuchte Kursverluste gegenüber den Hauptwährungen. Entsprechend rutschte der JPY um 80 Punkte gegen den USD, um 200 Punkte gegen den EUR und um über 250 Punkte gegen das Pfund Sterling ab.
Jüngste Spekulationen um einen möglichen Hilfsplan für das in die Notlage geratene Griechenland minderte am Dienstag die Nachfrage nach Safe-Havens wie dem Yen. Die Hoffnung auf die Abwendung eines Bankrotts des Mitgliedsstaats hingegen belebte das Interesse an gewinnträchtigen Anlagen wieder und drückte somit den Yen-Kurs. Darüber hinaus verhalf ein Anstieg an den chinesischen Aktienmärkten einer Senkung der Risikoaversion unter den Anlegern. Der Marktoptimismus fördert wiederum die Risikobereitschaft der Investoren, die nach höher verzinsten Währungen wie EUR und Pfund Sterling Ausschau halten. Dieser Yen-Abwärtstrend wird voraussichtlich anhalten, solange der EUR aufwertet.
Heute bleiben die Banken in Japan aufgrund des nationalen Feiertages zur Staatsgründung geschlossen. Hier könnte sich ein Handelstag geprägt von einer geringen Liquidität ergeben. Händler sollten Fundamentaldaten aus den USA aufmerksam verfolgen, insbesondere Bernankes Anhörung, da diese voraussichtlich den größten Einfluss auf den Yen-Handel nehmen wird.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Dieses Paar handelt aktuell nach gestriger Aufwertung nahe der Unterstützungsmarke von 1,3777. Die Tages-Chart gibt jedoch erste Anzeichen einer Kurskorrektur zum bisherigen Abwärtstrend aus. Darüber hinaus hat das MACD-Histogramm die 0-Linie durchbrochen, was einen möglichen Kursanstieg bestätigt. Dies wiederum wird vom RSI der Wochen-Chart gestützt, der mittlerweile in den „überkauften“ Bereich gedreht und dabei die 30-Linie überschritten hat. Händler könnten bei EUR/USD heute auf steigende Kurse setzen und sich die mögliche Kurskorrektur zu Nutze machen.
GBP/USD
Die jüngste Kurskorrektur nach oben hat den Preis in den „überkauften“ Bereich auf der 4-Stunden-Chart gedrückt. Der Slow Stochastic-Oszillators hat inzwischen ein rückläufiges Cross gebildet, was auf eine mögliche rückläufige Preisbewegung in naher Zukunft deutet. Außerdem bewegt sich der Wochen-RSI im „überkauften“ Bereich und scheint aktuell eine Doppel-Top Chartformation zu bilden. Händler könnten den Durchbruch der 70-Linie abwarten, um anschließend auf fallende Kurse zu setzen. Hier könnte sich Händlern eine großartige Gelegenheit bieten, diesem Markt angesichts eines bevorstehenden Langzeit-Abwärtstrends erneut beizutreten.
USD/JPY
Auf der Tages-Chart scheint dieses Paar die abwärts geneigte Trendlinie, die am 7. Januar einsetzte, überwunden zu haben. Die Korrektur wird bei 2,7% des vorausgegangenen Trends angesetzt. Des Weiteren gibt der MACD Anzeichen einer Kurskorrektur nach oben aus. Das Histogramm steht kurz davor, die 0-Linie zu durchbrechen, während sich auf derselben Chart ein zinsbullisches Cross bildet, was ebenfalls auf einen potentiellen Preisanstieg hinweist. Händler könnten eine Korrektur über 3% abwarten, um anschließend bei einem Gewinnmitnahme-Niveau bei 90,70 auf steigende Kurse zu setzen.
USD/CHF
Aktuell bewegt sich dieses Paar im „überkauften“ Bereich der Tages-Chart. Ihr RSI deutet auf eine bevorstehende Abwärtsausrichtung. Die fallende Tendenz des Momentums auf der Wochen-Chart bestätigt diesen Trend. Sobald sich die Überwindung des unteren Bereichs vollzieht, könnte es von Vorteil sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.


