2009-01-02
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – US-Wirtschaftsentwicklungen und Nahost-Konflikt beeinflussen Dollar
Der USD stieg seit Öffnung der Märkte heute Morgen um fast 130 Punkte. Positiv fallen die Wirtschaftsnachrichten im Vorfeld der Amtseinführung des zukünftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama, aus. In den vergangenen Monaten konnten Anleger überwiegend einen Aufwärtstrend der US-amerikanischen Währung gegenüber dem EUR beobachten. Erst in den letzten Wochen stabilisierte sich der USD nicht. Investoren bleiben unschlüssig in Hinsicht zukünftiger Entwicklungen des Kurspaares EUR/USD. Die am Silvesterabend erreichte Marke bei 1,3987 gilt als Richtwert des USD im neuen Jahr. Viele Marktteilnehmer fragen sich jedoch, welche Tendenzen sich für den Dollar nun ergeben werden, angesichts der ohnehin niedrigen Zinsraten, die bereits ein Rekordtief erreicht haben.
Die letzte Leitzinssenkung der USA im Monat Dezember brachte den Zinssatz auf 0,25% und folgte Reduzierungen in der Eurozone, Großbritannien sowie einigen anderen Nationen. Das Ergebnis war eine leichte Stabilisierung des Dollars. Auch andere, von der Finanzkrise betroffene Staaten, nutzen ähnliche finanzpolitische Maßnahmen seit Beginn der globalen Finanzkrise.
Viele Experten sind der Meinung, dass sich der Pfund Sterling in den kommenden Monaten um 1,45 zum USD stabilisieren wird. Andere wiederum, schließen ein Level bei 1,38 nicht aus. Gerade Großbritannien wurde vom weltweiten Konjunkturabschwung empfindlich getroffen. Erst vor wenigen Monaten wurde das Kurspaar GBP/USD bei 1,95 gehandelt. Bei diesem hohen Level zum Dollar war der britische Pfund offensichtlich “überbewertet”. Ähnliches galt zu diesem Zeitpunkt für den Dollar, so dass, angesichts der heftigen Auswirkungen der Rezession auf die Wirtschaft Großbritanniens, das Paar innerhalb eines äußerst kurzen Zeitrahmens stürzte.
Für heute ist mit mittelmäßigen Handelsbewegungen auf dem Währungsmarkt zu rechnen. Sowohl Anleger als auch die Banken kehren zum Handel im neuen Jahr zurück. Einige wichtige Wirtschaftsdaten aus den USA werden heute veröffentlicht, so dass sich zum Ende des Handelstages rasante Entwicklungen ergeben könnten. Vor und nach Veröffentlichung des nationalen ISM-Einkaufsmanagerindexes des verarbeitenden Gewerbes um 15:00 MGZ, kann mit USD-Volatilität gerechnet werden. Darüber hinaus bleibt die Wechselwirkung zwischen Dollar und der Preisvolatilität für Rohöl zu beobachten. Anleger reagieren direkt auf die aktuellen Entwicklungen im Nahost-Konflikt.
EUR – Hohe Volatilität bei Wiedereröffnung der Märkte
Zum Start in das neue Jahr könnte sich für EUR und GBP ein volatiler Handelstag ergeben. 2008 galt für den EUR als erfolgreiches Jahr, in dem die europäische Währung insgesamt einen deutlichen Wertzuwachs gegenüber den Hauptwährungen verzeichnen konnte. Beispielsweise kletterte der EUR zum GBP in diesem Jahr um 43% und erreichte in der vergangenen Woche ein nahezu paritätisches Wechselkursverhältnis. Die Meinungen der Analysten angesichts zukünftiger Entwicklungen des Kurspaares EUR/GBP bleiben jedoch geteilt. Sollte sich der Konjunkturabschwung in Großbritannien weiterhin in einem schnelleren Tempo vollziehen, als in der Europäischen Währungsunion, könnte der Umrechnungskurs zwischen diesen beiden Währungen 1:1 erreichen. Andere sind der Ansicht, dass die Schwäche des GBP nur ein vorübergehender Trend sei, der entweder bereits in den kommenden Tagen und Wochen, jedoch spätestens in ein paar Monaten, einen Umschwung erleben könnte.
Die Bank of England (BoE) gab jüngst bekannt, dass sie eine weitere Leitzinssenkung zu Beginn des neuen Jahres in Betracht ziehe. Gleichzeitig erklärte EZB-Chef Jean-Claude Trichet, dass eine erneute Reduzierung der Zinssätze für die Eurozone in naher Zukunft unwahrscheinlich bleibt. Demnach könnte sich der Pfund Sterling auf Talfahrt gegenüber EUR, USD und weiteren Hauptwährungen begeben, sollte Großbritannien die Leitzinssenkung durchsetzen. Weiterer Einflussfaktor auf das Kurspaar ist und bleibt die Konjunkturschwäche im Vereinigten Königreich. Diese gilt als entscheidender Punkt, da Großbritannien stärker unter der globalen Rezession leidet, als die europäischen Nachbarn.
Heute werden EUR und Pfund auf die Konjunkturzahlen aus ihren eigenen Wirtschaftssystemen sowie aus den USA reagieren. Für Anleger bietet sich möglicherweise eine gute Gelegenheit, kurzfristige Gewinne am Forexmarkt zu erzielen, während die Finanzwelt wieder zur Tagesordnung übergeht.
JPY – Yen wartet auf globalwirtschaftlichen Aufschwung
In der letzten Zeit erreichte der japanische Yen Rekordhöhen gegenüber dem US-Dollar. Dabei ergab sich ein historisches Hoch, dass in den vergangenen 15 Jahren nicht zu beobachten war. Diese Entwicklung kann darauf zurückgeführt werden, dass die Zinsraten beider Nationen sich so gut wie auf demselben Stand befinden. Demnach steigerte sich der Gewinn zunehmend, in US-Dollar und andere Währungen zu investieren, während Japan mit seinem verhältnismäßig niedrigen Leitzins den Kurswert des Yen minimal halten will, um den japanischen Export aufrecht zu erhalten. Die Rechnung geht jedoch nicht auf und die vorherrschende globale Wirtschaftkrise hat verheerende Konsequenzen für Japans Wirtschaft. Das Beispiel Japan verdeutlicht, dass eine starke Währung nicht immer von Vorteil ist.
Während Wirtschaftssysteme weltweit, -angesichts der schwersten Krise seit der Weltwirtschaftskrise- zusammenbrechen, wird der Yen in den kommenden Tagen und Monaten erwartungsgemäß stark verbleiben. Erst wenn sich die Wirtschaft der USA sowie weiterer Nationen erholt, könnte der Yen abschwächen und wieder zu einer attraktiven Währung für Anleger aufblühen. Im besten Fall kann damit jedoch erst zum 3. Quartal des Jahres 2009 gerechnet werden. Anleger sollten bei ihren heutigen Handelsentscheidungen in Bezug auf den Yen, die Tendenzen der amerikanischen und europäischen Wirtschaft nicht aus den Augen verlieren.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Nachdem sich für EUR/USD vor den Feiertagen ein zinsbullisches Momentum ergeben hatte, erfährt das Kurspaar nun eine mäßige Abwärtskorrigierung und wird derzeit um die 1,3855-Marke gehandelt. Die Stunden-Chart lässt erkennen, dass der aktuelle Preis inzwischen bis unter den unteren Bereich der Bollinger Bands abgerutscht ist, was bedeuten könnte, dass sich weitere Abwärtstendenzen einstellen werden. Dabei liegt der nächste Richtpreis möglicherweise bei 1,3799.
GBP/USD
Dieses Paar gibt weiterhin gemischte Ergebnisse aus, ohne genaue Ausrichtung. Ein rückläufiges Cross des Slow Stochastic auf der Stunden-Chart verdeutlicht, dass bereits in naher Zukunft eine zusätzliche Abwärtskorrigierung stattfinden könnte. Hier ist es heute eventuell von Vorteil, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.
USD/JPY
Die 4-Stunden-Chart verdeutlicht, dass USD/JPY nach wie vor keine eindeutige Ausrichtung erkennen lässt. Die Chart zeigt bereits seit einer Woche kaum Bewegungen an. Dabei deutet das rückläufige Cross des Slow Stochastic auf der Tages-Chart darauf hin, dass die nächste Tendenz ein Abwärtstrend sein könnte. Eine mögliche Strategie lautet hier: Bei besonders eng gesetzten Stopps zu verkaufen.
USD/CHF
Dieses Paar bewegt sich innerhalb einer verhältnismäßig engen Handelsspanne, während sich auf der 4-Stunden-Chart keine eindeutige Tendenz erkennen lässt. Bis deutlichere Anzeichen ausgegeben werden, wird sich das Paar vermutlich weiterhin im neutralen Bereich bewegen. Anleger sollten diesem Markt erst beitreten, wenn die Signale eindeutiger werden.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


