2009-01-07
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Obamas Konjunkturpaket bringt USD Aufwärtstrend
Die US-Währung konnte in den vergangenen Tagen einen Wertzuwachs gegenüber 14 der 16 am häufigsten gehandelten Währungsgegner verzeichnen. Insbesondere zum EUR ist ein deutlicher Kursanstieg zu erkennen. Gestern kletterte der Dollar zum Yen von zuvor 93,44 Yen auf 93,60 Yen. Zum EUR notierte die US-amerikanische Währung bei 1,3504. Dies war der höchste Stand seit dem 15. Dezember.
Die neuesten Aufwärtstendenzen ergaben sich, nachdem der zukünftige US-Präsident Barack Obama ein neues Konjunkturpaket in Höhe von $775 Milliarden befürwortete. Angesichts dieser Finanzspritze spekulieren Investoren nun, ob das größte Wirtschaftssystem der Welt, früher einen Weg aus der Rezession findet als andere Nationen. Experten zufolge, tendieren Anleger derzeit zu einem EUR-Verkauf, da die Anzeichen für eine erneute Leitzinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) deutlicher werden.
Der aktuelle zinsbullische Trend des USD könnte jedoch durch aufkommende Mutmaßungen über ein neues Rekordtief für den US-Dienstleistungsbereich seit dem Jahre 1997 gebremst werden. Darüber hinaus wird berichtet, dass im Monat November erneut weniger Eigenheimverkäufe aus dem Bestand getätigt wurden als zuvor und dass die Auftragseingänge der Industrie zum vierten Monat in Folge zurückgegangen sind. Diese Daten könnten sich äußerst negativ auf den USD auswirken. Des Weiteren gehen Analysten davon aus, dass dem starken Anstieg der letzten Tage zunächst eine kurzfristige Abwertung folgen wird.
Heute steht ein besonders wichtiger US-Indikator auf dem Wirtschaftskalender. Der ADP-Bericht zum Wechsel der US-Beschäftigung (NFP) wird einen vorläufigen Überblick über die Arbeitsmarktdaten am Freitag schaffen. Sollte sich dabei herausstellen, dass sich der Arbeitsmarktsektor etwas erholt hat, könnte der USD seinen zinsbulllischen Trend fortsetzen. Fällt der Indikator negativ aus, könnte mit einem Wertverlust des USD gerechnet werden.
EUR – Schlechte Eurozonen-Daten fordern weitere Leitzinssenkungen durch EZB
Der EUR erreichte gestern ein 3-Wochentief gegenüber dem Dollar. Auch zum Yen verlor der EUR an Wert. Sollten die Daten in dieser Woche auf eine regionale Inflation deuten, würde der Boden für eine erneute Zinssatzsenkung durch die EZB bereitet. Gegenüber dem Dollar lag die europäische Währung gestern bei 1,3500. Zum Yen fiel der EUR von zuvor 127,31 Yen auf 126,13 Yen. Die Inflation in der Eurozone ist im vergangenen Monat auf 1,6% zurückgegangen. Die Inflationsrate fiel im November bis auf 2,1% von zuvor 3,2% und erreichte den niedrigsten Stand seit 1991.
Seit Anfang Oktober hatte die EZB ihren Leitzins um insgesamt 175 Basispunkte reduziert. Die Zinsrate lag bei 2,50% als die Eurozone in eine Rezession eingetreten ist. Die EZB soll voraussichtlich über die Senkung ihres Referenzzinssatzes um weitere 50 Basispunkte bei ihrem nächsten Treffen am 15. Januar diskutieren. EZB-Sprecher haben eine erneute Reduzierung in naher Zukunft nicht ausgeschlossen.
Der jüngste Rückgang des EUR zum USD ist unter anderem auf Zahlen aus dem Dienstleistungsbereich zurückzuführen. Demnach ist aktuell ein verschärfter Abschwung bei den Dienstleistern in der Eurozone zu beobachten. Diese geraten immer tiefer in den Abwärtsstrudel und fahren ihre Geschäfte deutlich zurück. Inzwischen wurden so viel Stellen wie seit ca. fünf Jahren nicht mehr abgebaut. Die Dienstleistungsbranche gibt ca. zwei Drittel des BIP der Eurozone ab. Darüber hinaus sackte der Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone auf ein neues Rekordtief.
In Deutschland, der bedeutendsten Wirtschaft der Eurozone, wurde in der vergangenen Woche deutlich, dass die Inflationszahlen im Dezember stärker fallen als zuvor erwartet. Dies führen Experten überwiegend auf die stürzenden Öl-, Lebensmittel- sowie Rohstoffpreise zurück. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet lehnte es bislang ab, offiziell zu einer weiteren Leitzinssenkung Stellung zu nehmen. EZB-Vizepräsident Lucas Papademos wiederum betonte am Sonntag, dass weitere Senkungen notwendig seien, um die Wirtschaft der Eurozone vor einer Deflation zu schützen.
JPY – Konjunkturausblick für Yen weiterhin schwach
Gegenüber dem US-Dollar fiel der Yen gestern bis auf 94,05, was den niedrigsten Stand seit dem 8. Dezember (92,03) markierte. Analysten machten darauf aufmerksam, dass die japanischen Investoren ihre Auslandsinvestitionen in diesem Jahr erneuern werden, was dem Yen weiterhin schaden könnte. Japans Währung verzeichnete gestern einen Wertverlust von 1% zum Dollar. Seit Jahresbeginn rutschte der JPY bereits um insgesamt 4% ab. In 2008 galt dieser noch als größter Nutznießer des Jahres, angesichts des Wertzuwachses von mindestens 16% gegenüber den Hauptwährungen.
Zum sechsten Tag in Folge verschlechterte sich der JPY-Kurs zum USD. Dies kennzeichnet einen neuen Rekord der letzten zwei Jahre, seitdem General Motors Corp. verkündete, dass ausreichend finanzielle Mittel vom Staat zur Verfügung stünden, ein Worst-Case-Szenario zu überwinden und zusätzliche Leihgaben nicht benötigt werden. Das US-Finanzministerium hatte General Motors $13,4 Milliarden zugesichert und weitere $6 Milliarden, um Kreditgeber GMAC LLC zu stützen, über den Darlehen und Händlerförderungen bezogen werden. Allem Anschein nach verschlechtern sich die Konjunkturaussichten für die von der Rezession betroffene japanische Wirtschaft in den Augen der Investoren in hohem Tempo.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Nachdem EUR/USD seinen Tiefpunkt bei 1,3300 erreicht hat, werden nun stellenweise Anzeichen einer Preiskorrigierung deutlich. Dabei verdeutlicht ein zinsbullisches Cross des Slow Stochastic auf der Tages-Chart, dass sich die stellenweise rückläufige Korrigierung ihrem Ende nähert. Weder die 4-Stunden- noch die Stunden-Chart geben eindeutige Signale aus. Derzeit wird das Paar um 1,3500 gehandelt. Anleger sollten vorerst weitere Entwicklungen auf der Stunden-Chart beobachten, bevor sie eine Entscheidung treffen.
GBP/USD
Der deutliche Durchbruch des oberen Bereichs der Bollinger Bands auf der 4-Stunden-Chart deutet darauf hin, dass sich eine Abwärtskorrigierung schon bald einstellen könnte. Der RSI der 4-Stunden-Chart bestätigt diese Tendenz und schwankt genau im “überkauften” Bereich. Verkaufen könnte eine gute Entscheidung für heute sein.
USD/JPY
Allem Anschein nach bewegt sich der RSI der 4-Stunden- und der Tages-Chart im “überkauftem” Bereich, was bedeuten könnte, dass sich ein Abwärtstrend ankündigt. Die deutliche Überwindung der oberen Grenze der Bollinger Bands auf der Tages-Chart bestätigt diese Tendenz. Auch hier könnte es heute richtig sein, zu verkaufen.
USD/CHF
Aktuell bewegt sich USD/CHF auch im “überkauftem” Bereich auf der 4-Stunden-Chart. Der RSI deutet auf eine bevorstehende Abwärtskorrigierung hin. Auf der Stunden-Chart könnte sich in naher Zukunft bereits ein rückläufiges Cross bilden, was den insgesamt rückläufigen Trend bestätigt. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen, könnte bei diesem Paar eine gute Strategie für heute sein.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


