2009-01-14
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Dollar erzielt moderate Gewinne in Vergleich zu Pfund und Euro
Der US-Dollar verzeichnete beim gestrigen Handel zum Teil recht große Gewinne in Vergleich zu seinen Haupt-Währungspaaren. Am ausgeprägtesten war das beim Pfund Sterling und dem Euro. Im Kursvergleich USD/JPY jedoch bewegte sich nicht sonderlich viel. Der EUR fiel um 150 Punkte zum Dollar und trug damit um fast 300 Punkte zum Aufschwung des Dollar seit Montag gegenüber der europäischen Währung bei. Bei Handelsschluss lag der Kurs bei 1,3195. Im Vergleich zum GBP stieg der Dollar um dramatische 250 Punkte und brachte es somit in seinem Aufschwung seit Wochenbeginn auf über 600 Punkte.
Der Kursgewinn des Dollar in den vergangenen Tagen ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Als erstes sehen Investoren in der Amtseinführung des neu gewählten US-Präsidenten Barack Obama in 6 Tagen eine massive Ankurbelung der US-Wirtschaft und des Dollar. Vor kurzem erst hatte er seine Vorstellungen über ein wirtschaftliches Hilfsprogramm in Höhe von fast $1 Billion bekannt gegeben. Außerdem hat er vor dramatische Steuersenkungen für den amerikanischen Steuerzahler durchzusetzen. Diese beiden Stimuli sollen der US-Wirtschaft aus der gegenwärtigen Rezession heraushelfen. Seit Anfang des Jahres hat dieser so genannte „Obama-Faktor“ bereits dazu beigetragen, dass der Kurs des Dollar im Vergleich zu den meisten Währungspaarungen an Boden gewonnen hat.
Als zweites hat die Senkung des Leitzinses durch die Bank of England (BoE) letzte Woche dazu beigetragen, dass der Dollar im Vergleich zum GBP in Aufschwung geriet. Die Stärke des Dollar gegenüber dem Pfund ist ganz offensichtlich. Folglich hat die britische Zinssatzsenkung Druck auf Europa und den Kurs des EUR ausgeübt, was dazu führte, dass der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Eurozone eine Zinssatzsenkung ankündigte, um der Schwächung der europäischen Wirtschaft Einhalt zu gebieten. Hinsichtlich des Euro-Kurses gehen Investoren schon jetzt davon aus, dass die EZB den Leitzinssatz am Donnerstag um wenigstens 50 Basispunkte auf 2,0% senken wird.
Ein weiterer wichtiger Faktor der sich positiv auf den Kurs des Dollar auswirkte waren die schlechten Wirtschaftsdaten aus der Eurozone und Großbritannien. Außerdem wurden in den USA in den vergangenen Tagen Zahlen veröffentlicht die sehr viel besser waren als erwartet. So lagen beispielsweise die Zahlen für die US-Handelsbilanz, die am Dienstag bekannt gegeben wurden, um über $10 Mrd. höher als vorhergesagt. Das könnte möglicherweise darauf hindeuten, dass die US-Wirtschaft schneller aus der Rezession heraus kommen könne als von vielen angenommen. Etliche in der Finanzwelt sehen nun eine Erholung der US-Wirtschaft für das 1. Quartal 2010 voraus anstatt des 3. Quartals 2012. Werden in den kommenden Wochen in den USA weitere positive Wirtschaftdaten veröffentlicht wird das sicher auch den Kurs des Dollar weiter stärken.
EUR – Kurs des Euro fluktuiert während EZB Zinssatzsenkung erwägt
Der EUR fiel um 150 Punkte zum Dollar und trug damit um fast 300 Punkte zum Rückgang des Euro seit Montag gegenüber der US-amerikanischen Währung bei. Bei Handelsschluss lag der Kurs bei 1,3195. Die zwei Hauptgründe für den Rückgang des Euro-Kurses in den vergangenen Tagen liegen zum einen in der Erwartung der Zinssatzsenkung am Donnerstag und zum anderen in der sich immer stärker auswirkenden Rezession in der Eurozone. Es wird erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzinssatz um 50 Basispunkte auf 2,0% senken wird. All das führte in den vergangenen Tagen zum Rückgang des Euro-Kurses im Vergleich zum USD. Investoren wenden sich verstärkt dem Dollar zu, da der EUR als unsicher und unstabil gilt.
Wirtschaftdaten der vergangenen zwei Wochen lassen den Schluss zu, dass die europäische Wirtschaft sich in einem viel schlimmeren Zustand befindet als ursprünglich angenommen. Des Weiteren hat EZB-Präsident Jean-Claude Trichet verlauten lassen, dass er den Leitzinssatz in den kommenden Monaten bis auf fast 0% senken würde. Dies ist eine drastische Kehrtwende, zumal die EZB bis dato eine sehr stringente Finanzpolitik anwendete. Da sich die europäische Wirtschaft in den kommenden Monaten jedoch sehr wahrscheinlich auf einer Abwärtsspirale bewegen wird, liegt es nahe, dass sich die Eurozone den historisch niedrigen Zinssätzen von Großbritannien, den USA und Japan anschließen wird. Im Vergleich zum Dollar wird sich der EUR eher abschwächen, da die europäische Wirtschaft sich mehr im Abschwung befindet als die der USA.
Für heute ist die wichtigste Wirtschaftsnachricht aus der Eurozone der Bericht zur Industrieproduktion der um 10:00 MGZ veröffentlicht wird. Der Index der Industrieproduktion misst die Leistungsveränderungen im verarbeitenden Gewerbe, dem Bergbau und den Strom- wie Gasversorgern, bereinigt um die Inflationsrate. Sollte der veröffentlichte Wert höher sein als die vorhergesagten 2,1% könnte dieses zu einer Aufwärtsbewegung des Euro-Kurses im Vergleich zu seinen Haupt-Währungspaarungen führen. Andererseits, liegt der Wert beim vorhergesagten oder gar darunter führt es wahrscheinlich zu einem Abwärtsschwund des EUR. Händler sollten auch der Bekanntgabe der US-Einzelhandelsumsätze, die um 13:30 MGZ veröffentlicht werden, Aufmerksamkeit schenken. Fallen die Zahlen besser als erwartet aus wird das den USD im Vergleich zum EUR weiter stärken.
JPY – Spitzenwerte des JPY treffen japanische Exporte hart
Beim gestrigen Handel verzeichnete der JPY Gewinne in Vergleich zu allen seinen Haupt-Währungspaarungen. Insbesondere galt das für den Euro und das britische Pfund. Die Paarung USD/JPY schloss jedoch relativ unbewegt bei 89,25. Der JPY legte gegenüber dem EUR über 100 Punkte zu und schloss bei 118,01. GBP/JPY fiel gestern um über 200 Punkte auf 129,70. Der Aufschwung der japanischen Währung ist hauptsächlich auf die britische Leitzinssenkung und die für Donnerstag für die Eurozone erwartete zurückzuführen. Während Länder weltweit ihre Zinssätze senken um sich der globalen Rezession entgegenzustemmen, hat der Yen in Vergleich zu diesen Währungen an Stärke zugelegt, und so hält man sich lieber an den Yen solange die anderen Währungen durch purzelnde Zinssätze nicht stabil sind.
Die Stärke des Yen in den vergangenen Monaten hat jedoch zu einem starken Rückgang der japanischen Exporte geführt. Zudem hat die massive Zunahme der Stärke des Yen auch zu einer dramatischen Verschlechterung von Japans Wirtschaftsrezession beigetragen. Letzte Woche sah es noch so aus als würde der Yen etwas an Wert verlieren, aber wie die Ereignisse der vergangenen Tage zeigten war diese JPY-Verluste nur kurzlebig. Mittelfristig sieht es für Japan ziemlich trübe aus, da sich die weltweite Wirtschaftskrise noch verschlimmert. Nur eine unerwartete wirtschaftliche Erholung, angeführt von den USA, wird noch in der Lage sein Japans Wirtschaft in den kommenden Monaten zu retten. Demzufolge kann angenommen werden, dass die japanische Währung in den nächsten Wochen weitere historische Gewinne im Vergleich seiner Währungspaarungen machen wird.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Der Tages-Chart RSI gibt an, dass dieses Paar überverkauft ist und der jüngste Aufwärtstrend an Stärke zulegen wird. Trotzdem verdeutlicht ein rückläufiges Cross des Slow Stochastic auf dem Stunden-Chart, dass bereits in naher Zukunft eine Abwärtskorrektur stattfinden könnte. Die richtige Strategie für heute könnte sein auf klarere Signale zu warten.
GBP/USD
Auf dem 4-Stunden-Chart RSI bewegt sich der Preis für dieses Paar im „überkauften“ Bereich, was andeutet, dass später am Tag eine Aufwärtskorrektur stattfinden könnte. Das kürzliche zinsbullische Cross auf dem 4-Stunden-Chart Slow Stochastic unterlegt diese Annahme, während die Stunden-Charts Bollinger Bands sich verengen, was den Schluss zulässt, dass moderate Preis-Volatilität bevorsteht. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen scheint heute die richtige Wahl zu sein.
USD/JPY
Es scheint, als wäre der Preis in den oberen Bereich der Stunden-Charts Bollinger Bands gestiegen, was auf einen Abwärtsdruck hinweist. Dennoch verdeutlicht ein zinsbullisches Cross des Slow Stochastic auf dem Tages-Chart, dass noch Bewegung in der Aufwärtskorrektur steckt. Es könnte eine gute Strategie sein auf ein klareres Signal dieser Paarung zu warten.
USD/CHF
Der Preis dieser Währungspaarung bewegt sich derzeit auf dem Stunden-Chart RSI im überverkauften Bereich, was auf eine baldige Aufwärtskorrektur hinweist. Das kürzliche zinsbullische Cross auf dem 4-Stunden-Chart Slow Stochastic unterlegt diese Annahme. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen könnte heute die richtige Strategie sein.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


