2009-01-15
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Erholung des USD schreitet fort
Der Handel des USD im Vergleich zum EUR bewegte sich weiterhin zwischen 1,3100 und 1,3300. Die Paarung bewegte sich in Erwartung der anstehenden großen Ereignisse ohne klar ausgerichtete Bewegung. Solange der Wert von 1,3500 unerreicht bleibt besteht die gute Chance, dass die Paarung sich in den nächsten Tagen abwärts bewegen wird. Risikovermeidung verleiht dem Kurs des USD weiterhin Stärke, was sich wahrscheinlich fortsetzen wird bis wir Anzeichen von Stabilisierung sehen.
Investoren spekulieren darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) heute die erwartete Leitzinssenkung durchführen wird. Während sich die Wirtschaft in der Eurozone fortgesetzt im Abschwung befindet wird das die Kosten der Kreditaufnahme weiterhin senken. Der wirtschaftliche Schwung hat in den vergangenen Monaten in Europa dramatisch abgenommen. Es wird erwartet, dass die EZB ihre Lockerung der Geldmarktpolitik in der ersten Hälfte dieses Jahres fortsetzen wird, was höchstwahrscheinlich zu einer weiteren Aufwertung des Dollar führt. Barack Obamas Sieg hat die Hoffnung vieler Investoren auf kraftvolle politische Maßnahmen angefacht und auch den Kurs des USD im Vergleich zu seinen Währungspartnern gestützt.
Zudem hat der Dollar bewiesen, dass er trotz Bekanntgabe negativer Wirtschaftdaten zu steigen in der Lage ist. Analysten sehen den Aufwärtstrend sich fortsetzen solange die Hauptrivalen des Dollar in einer ähnlich misslichen Lage stecken. So sind beispielsweise die US-Einzelhandelsverkäufe im Dezember um heftige 2,7% gefallen, da eine immer schwächer werdende Wirtschaft die Verbraucher geradezu dazu zwang sich mit ihren Ausgaben im Weihnachtsgeschäft zurückzuhalten.
Die wichtigste Wirtschaftsnachricht aus den USA für heute sind die neuen Arbeitlosenzahlen. Es wird erwartet, dass letzte Woche 512.000 Personen zum ersten Mal Arbeitslosenversicherung beantragt haben. Ein solches Ergebnis wird direkten Einfluss auf die US-amerikanische Wirtschaft haben, welches wiederum den Kurs des USD bedroht. Händler sollten diese Entwicklung sehr aufmerksam verfolgen, da eine jede maßgebliche Information einen neuen Trend auf dem Markt auslösen kann.
EUR – Senkung des Leitzinssatzes für heute erwartet
Aufgrund der Annahme, dass die Europäische Zentralbank (EZB) heute ihren Leitzins um einen halben Prozentpunkt auf 2,0% senken wird dürfte sich die Währung der Eurozone im Vergleich zum US-Dollar weiter abschwächen. Der EUR setzt also seine Talfahrt fort nachdem er beim gestrigen Handel bis auf 1,3100 gefallen war. Die EZB wird ihre Entscheidung betreffend des Leitzinses heute um 12:45 MGZ bekannt geben, und 45 Minuten später wird EZB-Präsident Jean-Claude Trichet eine Pressekonferenz abhalten.
Im letzten Monat nannte die EZB 2,0% als Zielvorgabe um die Wirtschaft zu stabilisieren. Derzeit droht Europa die größte Gefahr durch Schuldenabbau, Depression und Deflation und dann wieder durch überhöhte Schulden. Folglich wird die EZB heute ihren Leitzinssatz senken, während andere Regierungen sich an staatlich unterstützten Förderungsprogrammen versuchen. Der Markt wird die EZB Leitzinssenkung dahingehend deuten die Zuversicht der Anleger wiederherzustellen und die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Finanzkrise zu lindern.
In den vergangenen Monaten war die EZB in ihren Bemühungen die Finanzprobleme zu bewältigen weniger aggressiv als die US-Notenbank. Folgerichtig da sich die Finanzkrise in Europa verschlimmerte fiel auch der Kurs des EUR im Vergleich zum USD beständig. Jedoch kann das EZB-Vorhaben den Zinssatz zu senken sich positiv auf die Wirtschaft der Eurozone auswirken, denn es versichert die Banken, dass Liquidität aufrechterhalten wird und gleichzeitig das Vertrauen in die Märkte wieder steigt.
JPY – JPY Kursentwicklung relativ flach verlaufend
Der Yen schloss den gestrigen Handel mit gemischten Ergebnissen in Vergleich zu den anderen Haupt-Währungen. Der Kurs des JPY wurde hauptsächlich durch das Verhalten dieser anderen Haupt-Währungen beeinflusst, trotz der Veröffentlichung eines wichtigen japanischen Wirtschaftsindikators. In letzter Zeit scheint das bei JPY sehr häufig der Fall zu sein.
Die Kernrate der Maschinenbestellungen in Japan fiel im November um den Rekordwert von 16,2%, ein weiteres Zeichen dafür, dass die weltweite Krise Kapitalanlagen fast zum Erliegen gebracht hat. Die Großhandels-Inflationsrate erreichte seinen tiefsten Stand seit 4 Jahren und fiel im Dezember um mehr als die Hälfte. Auch die Rohölpreise fielen ständig während die Finanzkrise einen Großteil der Industriestaaten in eine immer größere Rezession rutschen ließ.
Für heute sind aus Japan keine Wirtschaftdaten zu erwarten, und Händler sollten das Geschehen auf den anderen Märkten beobachten um daraus eine Entwicklung der Kursrichtung des JPY ableiten zu können. Besondere Aufmerksamkeit sollte der EZB-Bekanntgabe um 12:45 MGZ gelten, die für heute die wichtigste Veröffentlichung sein wird, die die Kreuzkurse des Yen beeinflussen kann.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Der RSI des Tages-Chart zeigt, dass diese Paarung sich immer noch im „überkauften” Bereich befindet, was in den nächsten Tagen eine Aufwärtsbewegung dieses Paares unterstützen könnte. Ein zinsbullisches Cross auf dem Tages-Chart Slow Stochastic bestätigt diese Annahme. Der Preis scheint sich auch nahe der unteren Grenze auf dem Tages-Chart Bollinger Bands zu bewegen, was ebenfalls für eine bevorstehende Aufwärtsentwicklung spricht. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen könnte heute die richtige Wahl sein.
GBP/USD
Der Kurs dieses Paares scheint sich auf dem 4-Stunden- und dem Tages-Chart nivelliert zu haben, was derzeit auf keine klare Richtungsentwicklung schließen lässt. Die Bollinger Bands auf dem Stunden-Chart wird weiterhin enger, was anzeigt, dass eine volatile Preisbewegung bevorsteht. Für heute könnte die richtige Entscheidung sein klarere Indikatoren abzuwarten.
USD/JPY
Es scheint, dass sich ein zinsbullisches Cross auf dem Tages-Chart Slow Stochastic gebildet hat, was verdeutlicht dass eine Aufwärtskorrektur bevor steht. Die Bollinger Bands auf dem Stunden-Chart scheinen enger zu werden, was auf eine ausgeprägte Bewegung am späteren Tag hinweisen könnte. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen könnte heute die richtige Wahl sein.
USD/CHF
Der Kurs dieses Währungspaares bewegt sich derzeit im „überkauften“ Bereich auf dem Tages-Chart RSI, was auf eine mögliche Abwärtskorrektur schließen lässt. Die Momentum Oszillatoren der Wochen-Charts zeigen, dass auf dieser Paarung immer noch ein Abwärtsdruck liegt. Die Bollinger Bands auf dem 4-Stunden-Chart scheinen im Moment auch äußerst eng, so dass später am Tag ein volatiler Preis-Swing auftreten könnte. Hier könnte es heute eventuell eine gute Strategie sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


