2009-01-16

Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Dollar-Kurs im Aufwind im Vergleich zu EUR und JPY
Der Dollar-Kurs stieg gestern im Vergleich zum EUR und JPY, da die Hoffnung, die US-Regierung würde in Not geratenen Banken noch mehr Geld zur Verfügung stellen, viele Investoren dazu veranlasste wieder zu höheren Risikoaktiva zurückzukehren. Der Dollar verbesserte sich im Vergleich zur europäischen Währung und lag um die 1,3028 nachdem Händler begannen den EUR zu verkaufen, da die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins gesenkt hatte, sich aber die Option für weitere Zinssenkungen in den bevorstehenden Monaten offen gehalten hat.
Der Markt zeigte einen gewissen Optimismus für den USD nachdem demokratische Kongressabgeordnete Pläne für eine $825 Mrd. Steuersenkung und Ausgabevorlage bekannt gaben, mit der der künftige Präsident Barack Obama die kränkelnde US-Wirtschaft ankurbeln will. Dieser Optimismus half dem Dollar gegenüber dem Yen um 0,8% oder 89,84 zuzulegen. Im Vergleich zum britischen Pfund stieg der Dollar um 0,6% auf 1,4655. Analysten halten es für wahrscheinlich, dass der USD im Vergleich zum EUR weiter im Wert steigen wird, was Investoren Hoffnung auf ein großes Konjunkturpaket bereitet, jedoch einen Hauch zu positiv erscheint um ein Risiko einzugehen. Das ist wichtig zu wissen, da es etwas von der Unsicherheit betreffend die US-Wirtschaft beseitigt, im Gegensatz zu den mageren Wirtschaftsdaten die in letzter Zeit aus der Eurozone kamen.
Zusätzlich kann der Dollar auch durch Spekulationen über mögliche größere Verluste in naher Zukunft bei den US-Finanzinstituten gestützt werden. Das könnte US-Investoren dazu veranlassen mit ihrer eigenen Währung in sicheren Gewässern zu segeln. Die Wahrscheinlichkeit, dass das zutrifft ist sehr groß, da zwei der weltgrößten Banken, die Citigroup Inc. und die Bank of America Inc. seit Anfang 2007 etwa $1 Billion durch Hypothekenbezogene Sicherheiten verloren haben. Wirtschaftswissenschaftler nehmen an, dass die Erträge für das 4. Quartal niedrig sein werden und dass Finanzinstitute in den kommenden Monaten wahrscheinlich über weitere Verluste berichten. Ergo erwarten Investoren, dass der Dollar seine Stärke beibehält, da Kapitalerhalt zunehmend an Wichtigkeit gewinnt.

EUR – Leitzinssenkung trägt zur Euro-Volatilität bei
Die europäische Währung hat gestern im Vergleich zu einer Anzahl anderer Haupt-Währungen verloren, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins von 2,5% auf 2% gesenkt hat. Dieses stellt ein Rekordtief für die Eurozone dar, deren wirtschaftliches Schicksal sich in der vergangenen Monaten zunehmend verschlechtert hat. Investoren spekulieren darauf, dass EZB-Präsident Jean-Claude Trichet den Zinssatz sogar noch weiter senken könnte, da der Konjunktureinbruch sich zunehmend verschlimmert. In New York fiel der Kurs des EUR gestern von $1,3191 auf $1,3115 und ist damit im Vergleich zu Anfang Dezember um etwa 9% gesunken.
Da viele Daten darauf hindeuten, dass die wirtschaftlichen Aussichten für die Eurozone sich weiterhin rasant verschlechtern, rechnen Investoren damit, dass die EZB den Leitzins gegebenenfalls sogar bis auf 1% wird senken müssen. Die Schwere der Wirtschaftskrise in Europa zeigt sich auch darin, dass das Wirtschaftswachstum in Deutschland, der größten Wirtschaftsmacht der Eurozone, im Jahr 2008 das geringste der vergangenen drei Jahre war. So schrumpfte es im 3. Quartal 2008 auf etwas zwischen 1,5% und 2,0%. Wirtschaftswissenschaftler bestätigten, dass die Entscheidung der EZB den Leitzins zu senken ein Eingeständnis der ernsten Konjukturlage in der Region sei.
Jedoch sagen einige Analysten voraus, dass der EUR sich nach dem Rückgang, ausgelöst durch die Leitzinssenkung, relativ schnell wieder erholen könnte, da in der Vergangenheit die EZB den Zinssatz nie sehr lange niedrig gehalten hat. Diese Analysten weisen Händler darauf hin, sich die zurückliegenden EZB-Entscheidungen bezüglich Leitzinssenkungen ins Gedächtnis zu rufen. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet ist sich durchaus bewusst, dass eine sinkende Inflationsrate sich negativ auswirken kann, doch das muss nicht zwangsläufig über einen längeren Zeitraum so sein.

JPY – Kurs des Yen im Vergleich zum Euro weiter im Sinken
Der Kurs des Yen gegenüber dem EUR fiel den zweiten Tag hintereinander aufgrund von Spekulationsgewinnen an asiatischen Börsen und Maßnahmen zur Stabilisierung des US-Finanzsystems, welche Investoren dazu ermutigt in höheren Ertrag abwerfende Anlagegüter zu investieren, die mit der japanischen Währung finanziert werden. Gestern rutschte der Yen in New York von 117,87 auf 118,46 pro EUR. Im Vergleich zum Dollar änderte sich der Kurs des wenig und lag letztlich bei 89,96. Der JPY legte an Stärke zu als die asiatischen Aktienindexe fielen. Allen voran Tokios Nikkei 225, der um fast 5% abstürzte, als Befürchtungen über eine Banken-Krise und die weltweite Rezession wieder um sich griffen. Es scheint, als würde die japanische Währung aufgrund ihrer vermeintlichen Sicherheit andere Haupt-Währungen in den Schatten stellen wenn der Markt unter schwerem Stress ist. Der Trend geht also zu einem sich festigenden Yen-Kurs während Aktien sich abschwächen.
Der Kurs des Yen fiel auch als Resultat der Veröffentlichung der schwachen Zahlen für Maschinenbestellungen am Mittwoch, die das Vertrauen in die japanische Währung etwas trübte. Laut Analysten ist diese Schwäche des JPY jedoch nur kurzfristig, da der Fokus des Marktes mehr auf Aktien liegt. Die Kernrate der Maschinenbestellungen in Japan, ein sehr wichtiger Indikator, fiel im November um den Rekordwert von 16,2% gegenüber Vormonat. Dieser scharfe Abschwung zeigt, wie sehr die weltweite Rezession auch die japanische Wirtschaft getroffen.

Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Das enge Range Trading dieser Paarung setzt sich ohne erkennbare Ausrichtung fort und wird derzeit um den Wert von 1,32 gehandelt. Der Tages-Chart RSI bewegt sich bereits im „überkauften“ Bereich. Es scheint, als wäre die nächste Bewegung eine zinsbullische. Sobald die obere Grenze der Handelsspanne überwunden wird, könnte eine gute Strategie lauten: Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.

GBP/USD
Der zinsbullische Trend verliert an Kraft und das Paar scheint sich um den Wert von 1,48 zu konsolidieren. Das Stunden-Chart RSI bewegt sich bereits im „überkauften“ Bereich was anzeigt, dass der jüngste Aufwärtstrend an Kraft verliert und eine Abwärtskorrektur bevorsteht. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen könnte eine bevorzugte Strategie sein.

USD/JPY
Diese Paarung zeigt weiterhin gemischte Ergebnisse und wird derzeit um den Wert von 90,35 gehandelt. Das Stunden-Chart zeigt seit gestern ein gerade Linie. Das 4-Stunden-Chart Slow Stochasic zeigt keine Crosse, was heißt, der zinsbullische Trend kann sich fortsetzen. Für heute könnte kaufen die richtige Strategie sein.

USD/CHF
Das 4-Stunden-Chart zeigt gemischte Signale und der RSI fluktuiert im neutraken Bereich. Jedoch bewegt sich der Tages-Chart RSI bereits im „überkauften“ Bereich, ein Hinweis darauf, dass in naher Zukunft eine Abwärtskorrektur bevorsteht. Sobald die untere Grenze der Handelsspanne überwunden wird, könnte eine gute Strategie lauten: Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.

Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard

 

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