2009-01-20
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Dollar-Kurs im Aufschwung im Vorfeld von Obamas Amtseinführung
Im Vorfeld von Obamas Amtseinführung, die heute stattfindet, verzeichnete der US-Dollar am Montag ganz erhebliche Kursgewinne im Vergleich zu den meisten seiner Haupt-Währungspaarungen. Dieses steht im scharfen Kontrast zum sonntäglichen Handel bei dem sich der USD im Vergleich zu GBP und EUR im Abschwung befand. Die Erholung des Dollar seit Beginn des heutigen Handels ließ jedoch viele Händler der Entwicklung in den kommenden Tagen mit Optimismus entgegensehen.
Der Dollar legte kräftige 300 Pips zum EUR und noch stärkere 550 Pips zum GBP zu und schloss den gestrigen Handel bei 1,3038 bzw. bei 1,4308. Im Vergleich zum JPY stieg der Dollar ebenfalls und schloss bei 90,34. Bei Beginn des heutigen Handels hat der Dollar diese Stärke beibehalten. Einige wichtige Faktoren haben zu dem gestrigen Anstieg des Dollar-Kurses beigetragen. Diese beinhalten den Optimismus im Vorfeld von Obamas Amtseinführung, geringes Handelsvolumen und die trüben Aussichten für Großbritannien und die Eurozone.
Je mehr wir uns der Amtseinführung Obamas nähern, umso mehr hat der Dollar an Stärke gewonnen. Aufgrund von erneuertem Optimismus in eine neue US-Administration, die alte Zöpfe in der US-Politik abschneiden wird, fühlen sich viele Investoren zum Dollar hingezogen. Nicht nur, dass es offenbar große Unterstützung für Obamas $850 Mrd. Finanzspritze gibt, es scheint sogar, als sei er der einzige Mensch, der die USA aus ihrer katastrophalen wirtschaftlichen Lage erretten könne. Folglich, da diese Begeisterung zunimmt, steigt auch der Kurs des Dollar.
Das niedrige Handelsvolumen am Montag aufgrund geringer Wirtschaftsereignisse in Europa und der US-Ferientag (Martin-Luther-King-Day) trugen ebenfalls zur Erholung des Dollar bei. Hinzu kam, dass Funktionäre der Europäischen Zentralbank (EZB) verlauten ließen, dass die Wirtschaft der Eurozone wahrscheinlich um 1,9% rückläufig sein wird, im Gegensatz zu den ursprünglich prognostizierten 1,0%. Dies trug offensichtlich auch zum Rückgang des Euro-Kurses im Vergleich zum US-Dollar bei.
Hinsichtlich des Rückgangs des GBP schickte die Royal Bank of Scotland (RBS), mit ihrem Aktienabsturz um 67%, gestern Schockwellen durch Großbritannien und Europa. Dieses führte zu erneuten Befürchtungen hinsichtlich der Verstaatlichung von Banken in Großbritannien. Diese unterschiedlichen Faktoren belegen, dass die wirtschaftlichen Leiden in Europa den Kurs des Dollar weiterhin stützen werden.
EUR – Düstere Wirtschaftsprognosen lassen den Euro-Kurs fallen
Der EUR fiel um über 300 Pips im Vergleich zum Dollar, stieg jedoch um über 130 Pips im Vergleich zum GBP. Gegenüber dem JPY verlor der EUR kräftige 350 Pips und schloss bei 117,79. Der gestrige Kurseinbruch des EUR trat ein, da Investoren aus dem niedrigen Handelsvolumen und dem US-Ferientag Nutzen zogen. Hinzu kam, dass EZB-Präsident Jean-Claude Trichet gestern bekannt gab, dass die Wirtschaft der Eurozone in diesem Jahr voraussichtlich um 1,9% rückläufig sein wird. Das ist fast doppelt soviel wie die ursprünglich vorhergesagten 1,0%. Des weiteren war ein Großteil der gestrigen Volatilität des EUR auf die Annahme zurückzuführen, dass Möchtegern-Mitglieder, wie die Tschechische Republik, den EUR weiter destabilisieren könnten, wenn sie sich der Einheits-Währung anschließen.
Schockwellen durchliefen Europa als Großbritanniens zweitgrößte Bank, die Royal Bank of Scotland (RBS) Aktieneinbrüche von fast 70% hinnehmen musste. Dieses ließ den Kurs des EUR im Vergleich zum GBP steigen. Es hatte jedoch einen Dominoeffekt insofern, dass die Aktien europäischer Banken gestern Einbrüche erlitten. Im Vergleich zum Dollar und JPY fiel der EUR ab, da Investoren sich in diese beiden Safe-Hafen-Währungen flüchteten. Dieses könnte sich noch fortsetzen, solange die Wirtschaft Großbritanniens und der Eurozone wirtschaftliche Schwäche zeigen während sich die weltweite Rezession verstärkt.
Was jedoch den größten Einfluss auf die Kursbewegungen von EUR, GBP und USD hatte war die, später am Tag stattfindende Amtseinführung von Barack Obama. Investoren und der größte Teil der amerikanische Bevölkerung sehen in Obama den einzigen Menschen der in der Lage sein wird, die USA aus der größten wirtschaftlichen Krise, seit den Tagen der „Großen Depression“, herauszuführen. Das wird sich auch im Verhalten von Investoren in den kommenden Handelstagen niederschlagen. Händler tun gut daran Wirtschaftdaten von beiden Seiten des Atlantiks große Aufmerksamkeit zu zollen. So wird für morgen, 9:30 MGZ, die Bekanntgabe des britischen Verbraucherpreisindexes erwartet. Übereinstimmende oder niedriger als erwartet ausfallende Zahlen können den Kurs des GBP im Vergleich zu den Haupt-Währungen weiter sinken lassen.
JPY – JPY-Kurs profitiert von britischer Bankenkrise
Der Kurs des Yen stieg gestern im Vergleich zum EUR und GBP, da die Wirtschaft der Eurozone weiter schwächelt und die britische Bankenkrise sich verstärkt. Großbritanniens zweitgrößte Bank, die Royal Bank of Scotland (RBS), musste den Verlust von 28 Mrd. Pfund Sterling einräumen, den größten Verlust, den jemals eine britische Firma hinnehmen musste. Das hat den Befürchtungen Nahrung gegeben, dass die britische Regierung diese Bank wird übernehmen müssen. In Erwartung von Daten, die einen seit 18 Monaten stetig sinkenden Wert des Index des Verbrauchervertrauens zeigen, fiel der Kurs des Euro im Vergleich zum US-Dollar gestern auf den tiefsten Wert seit über einem Monat. Dieses spiegelt sich auch in dem viel schlimmer als erwarteten wirtschaftlichen Abschwung der Eurozone in diesem Jahr wider.
Japanische Wirtschaftswissenschaftler befürchten, dass Kreditverluste in Japan zunehmen werden, da die Rezession sich auch in diesem Land verschlimmert. Nichtsdestotrotz ist es wahrscheinlich, dass der JPY im Vergleich zu seinen Haupt-Währungspartnern weiterhin an Stärke zulegen wird. Das liegt auch daran, dass die Weltwirtschaftlage immer instabiler wird. So wird beispielsweise die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzinssatz voraussichtlich bis zum Jahresende um weitere 100 Basispunkte auf 1,0% senken. Folglich könnte die japanische Währung noch attraktiver werden und Anleger beim JPY Zuflucht suchen, da sich Carry Trades auflösen.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Nach der gestrigen gewichtigen Abwärtsbewegung ist dieses Paar sowohl auf dem Stunden- als auch dem Tages-Chart RSI in den „überkauften“ Bereich gerutscht, was auf eine Aufwärtsumkehr später am Tag schließen ließe. Das 4-Stunden-Chart Slow Stochastic scheint auch auf ein bevorstehendes zinsbullisches Cross zu deuten, was die Annahme unterstützt. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen könnte für heute die richtige Wahl sein.
GBP/USD
Es scheint, als wäre auf dem 4-Stunden-Chart Bollinger Bands die untere grenze der Handelsspanne durchbrochen, was darauf schließen ließe, dass diese Paarung unter Aufwärtsdruck steht. Das Stunden-Chart RSI zeigt das Paar im überkauften Bereich, was zeigt, dass in naher Zukunft eine Aufwärtskorrektur bevorsteht. Das jüngste zinsbullische Cross auf dem 4-Stunden-Chart Slow Stochastic unterstützt diese Annahme. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen könnte für heute die richtige Wahl sein.
USD/JPY
Die Bollinger Bands auf dem Stunden-Chart scheinen sich zu straffen, was auf bevorstehende Preisvolatilität schließen lässt. Der Momentum-Oszillator auf dem Wochen-Chart zeigt, dass die Paarung etwas Aufwärtsunterstützung erhält. Es geben jedoch nur wenige Oszillatoren einen Hinweis auf die Preisbewegung. Es wäre deshalb für heute die richtige Strategie auf eindeutigere Signale zu warten.
USD/CHF
Das Paar bewegt sich derzeit auf dem Tages-Chart RSI im überkauften Bereich, was später am Tag zu einer Abwärtskorrektur führen könnte. Ein kräftiges Durchbrechen der oberen Handelsspanne auf dem 4-Stunden-Chart Bollinger Bands hat ebenfalls stattgefunden, was die Paarung unter Abwärtsdruck setzt. Der Momentum-Oszillator auf dem Wochen-Chart zeigt, dass der gegenwärtige Kurs noch Abwärts-Momentum in sich trägt. Zu verkaufen könnte für heute eine gute Strategie sein.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


