2009-01-22
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – USD bleibt weiterhin Safe-Hafen der darbenden europäischen Wirtschaft
Der Kurs der US-Währung stieg am Mittwoch im Vergleich zum EUR und zum GBP, da der schwächelnde britische Bankensektor weiterhin schwer auf dem Pfund Sterling lastet. In den letzten drei Tagen legte der Dollar im Vergleich zum GBP um 5,3% zu, nachdem Pläne der UK-Regierung für eine zweite Banken-Rettung innerhalb drei Monaten, die Befürchtungen einer sich mehr und mehr verschlimmernden Finanzkrise weiter schürte. Im Vergleich zum JPY jedoch fiel der Dollar gestern bis zu 2,9% bis auf 87,13 – dem tiefsten Wert seit Juli 1995.
Analysten zufolge lag das daran, dass Händler sich vom Dollar abwandten als Optionsverträge, die darauf setzten, dass der Kurs über dem Wert von 90 bleiben würde, um 10 Uhr New Yorker Zeit ausliefen, was einen Kollaps des USD im Vergleich zum JPY zur Folge hatte. Gegenüber der europäischen und britischen Währung verbuchte der USD einige Gewinne aufgrund der Tatsache, dass der Markt außerordentlich besorgt ist über die Verluste auf dem britischen Bankensektor und der sich verstärkenden Rezession in der Eurozone, was einer Erholung des GBP und EUR sehr im Wege steht.
Marktbeteiligte ließen verlauten sie sähen wenig Grund für die Annahme, dass das Schlimmste für GBP und EUR vorüber sei. Es scheint, als deute der Langzeittrend darauf hin, dass die Hauptwährungen für den Dollar verkauft werden, auch wenn dieser Trend gelegentlich durch Sprünge auf dem Aktienmarkt versetzt wird. Momentan liegt der Fokus der Währungsmärkte auf der Frage, ob der US-Aktienmarkt weiterhin nachgebend ist, da er nach der Vereidigung des US-Präsidenten Barack Obama scharf eingebrochen war, was zeigt, dass Risikovermeidung immer noch vorrangig ist. Hier spiegelt sich auch die Ansicht wider, dass es eine Weile dauern wird, bevor die Auswirkungen des Konjunkturpakets der neuen Administration zu spüren sein werden.
EUR – Währung der Eurozone weiter im Abschwung im Vergleich zum Dollar aufgrund der Sorge über die Wirtschaftslage
Es wird erwartet, dass der EUR im Vergleich zum USD und anderen Währungen weiter unter Druck gerät, da, nach Ansicht von Wirtschaftswissenschaftler, auf die Eurozone erhebliche wirtschaftliche Belastungen zukommen. Im heutigen Handel stieg der Kurs um gerade einmal 0,5% auf 1,2973, nachdem er auf 1,2826 gefallen war, dem tiefsten Stand seit dem 9. Dezember.
Bis Mitte des Jahres könnte der Kurs des EUR im Vergleich zum Dollar sogar bis zu 15% fallen, weil europäische Banken Kreditvergaben beschränken, da die Ausgabe von staatlichen Schuldverschreibungen sich aufgrund der immer stärker werdenden weltweiten wirtschaftlichen Abschwächung ausbreitet.
Am Mittwoch fiel der EUR im Vergleich zum Dollar und wurde zu Tiefstwerten gehandelt. Dieses war nachdem auch Portugal, als Mitglied der Eurozone, für dieses Jahr für seine Wirtschaft eine Herabstufung des Ratings durch Wirtschaftswissenschaftler von Standard & Poor hinnehmen musste. Diese sagen auch, die Verluste des EUR gehen auf Investoren zurück, die glauben, dass während die US-Wirtschaft sich ganz offensichtlich in schlechtem Zustand befindet, es um die Wirtschaft der Eurozone noch viel schlimmer bestellt ist.
Schuldverschreibungen zwischen den stärksten und schwächsten Mitgliedern der Eurozone haben stark zugenommen, da durch die weltweite Finanzkrise die Staatshaushalte unter Druck geraten, was die „Eine-Währung-für-alle“-Geldpolitik der EZB wenig effektiv erscheinen lässt. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat erst kürzlich bestätigt, dass alle 16 Nationen die den Euro verwenden in Schwierigkeiten stecken und er erneuerte seinen Aufruf an die Regierungen eine tragbare Steuerpolitik zu betreiben.
JPY – JPY erreicht neue Rekordhöhen im Vergleich zu anderen Haupt-Währungen
Die japanische Währung erholte sich weitgehend und erreicht einen Höchststand seit 13 Jahren zum Dollar und einen seit 7 Jahren zum Euro, und das trotz wachsender Besorgnis von Investoren über die weltweit „notleidenden“ Banken. Der JPY stieg im Vergleich zum Dollar auf 88,80 nach dem Tiefstwert am Mittwoch von 87,09. Zum EUR stieg der Yen um 1% auf 115,27. Händler geben an, dass Erwartungen einer weiteren Schrumpfung des Abstands der Leitzinssätze zwischen Japan, Großbritannien und Europa zur Stärkung des Yen gegenüber dem Pfund Sterling und dem EUR beitragen.
Der JPY wurde nahe einem Rekordhoch zum Pfund Sterling gehandelt, da die Annahme, die sich verschlimmernde Finanzkrise wird Großbritannien dazu zwingen Banken zu verstaatlichen, die Attraktivität der japanischen Safe-Hafen-Währung verstärkte. Der Yen wurde um die 124,75 im Vergleich zum GBP gehandelt, nachdem er gestern um 0,1% anstieg und einen historischen Tiefstwert von 119,42 erreicht hatte. Der Anstieg der japanischen Währung im Vergleich zum GBP geschah auch angesichts eines UK-Berichts, demzufolge die Arbeitslosenquote in Großbritannien am rasantesten seit 1991 ansteigt. Analysten bestätigen, dass der Markt die Risiken des Kursrückgangs der globalen Wirtschaft und die Zunahme der Risikovermeidung bei Investoren widerspiegelt. Daraus resultierend sind die Yen Carry Trades im Auflösen begriffen, mit dem Yen als Nutznießer, und diese Entwicklung kann sich noch eine Weile so fortsetzen.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Nachdem es gestern beim Stand von 1,2850 kräftig Unterstützung bekam hat diese Paarung mit einer Aufwärtskorrektur begonnen. Das Tages-Chart RSI zeigt dieses Paar im überkauften Bereich und die Momentum Oszillatoren auf dem Wochen-Chart deuten auf Aufwärts-Mobilität hin. Diese Aufwärtskorrektur könnte sich sogar noch fortsetzen. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen könnte für heute die richtige Wahl sein.
GBP/USD
Dieses Paar unterliegt seit Dienstag hohen Kursschwankungen ohne erkennbare Ausrichtung. Das 4-Stunden-Chart RSI zeigt, dass das Paar gerade dabei ist den überkauften Bereich zu verlassen, wohingegen das Wochen-Chart RSI genau das Gegenteil belegt. Hier wäre es ratsam für heute klarere Signale abzuwarten.
USD/JPY
Nach dem gestrigen, mittäglichen Hoch hat sich dieses Paar wieder in sein Range-Trading-Muster zurückgezogen. Das Tages-Chart RSI zeigt den Kurs im überkauften Bereich, was auf eine Aufwärtskorrektur später am Tage hinweist. Diese Annahme wird von den Momentum Oszillatoren auf dem Wochen-Chart unterstützt, die einen starken Aufwärtsdruck auf dem Kurs dieser Paarung zeigen. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen könnte für heute die richtige Wahl sein.
USD/CHF
Auf dem 4-Stunden- und dem Tages-Chart RSI bewegt sich der Kurs dieser Paar im überkauften Bereich, was anzeigt, dass eine Abwärtskorrektur in nächster Zeit bevorstehen könnte. Der Kurs dieses Paares scheint sich auch an der oberen Grenze des Tages-Chart Bollinger Bands zu bewegen, was auf eine später eintretende Abwärtsbewegung hinweisen könnte. Zu verkaufen scheint für heute eine gute Strategie zu sein.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


