2009-01-26
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Der US-Dollar geht stark in eine geschäftige Woche
Nachdem er am Freitag im Vergleich zum EUR bis auf unter 1,2800 gefallen war durchlebte der USD einige heftige Auf und Abs. Im frühen Handel machte der USD erhebliche Gewinne im Vergleich zu seinem europäischen Haupt-Währungspartner. Später jedoch wendete sich das Blatt, und der Dollar schloss den Handel bei 1,2970. Heute hingegen scheint sich der USD wieder auf dem Aufwärtsmarsch zu befinden. Nachdem er den Tag mit einer kräftigen 50 Pips Zunahme im Vergleich zum EUR begann, sieht es so aus, als würde der USD sich wieder auf dem gleichen Aufwärtspfad befinden wie am frühen Freitagmorgen-Handel.
Während das Vertrauen in die europäischen Märkte schwindet, scheint der US-Dollar für die meisten Investoren mehr und mehr die Safe-Hafen-Währung ihre Wahl zu sein. Trotz des sich fortsetzenden Abwärtstrends in wichtigen wirtschaftlichen Bereichen, wie beispielsweise der Wohnungsmarkt, mit dem es nun schon seit Monaten talwärts geht, bleibt die US-Wirtschaft der König, von dem viele glauben, dass er gerettet werden müsse, damit das gesamte System am Leben bleibt. Demzufolge erleben wir, wie große Investoren sich aus anderen Währungen zurückziehen und sich ungeachtet der negativen Wirtschaftsdaten lieber auf den USD konzentrieren.
Diese Woche werden wir zweifelsohne große Volatilität in den Paarungen mit dem USD erleben, während die US-Wirtschaft gespannt den Veröffentlichungen einer Anzahl von Wirtschaftsdaten entgegen sieht. Allen voran steht Barack Obamas Konjunkturpaket, doch es gibt in dieser Woche auch noch etliche andere Indikatoren. Von großer Wichtigkeit erscheint die erste Vorstandssitzung in 2009 der US-Notenbank, bei der darüber beraten wird, ob der Zinssatz für kurzfristige Geldaufnahmen möglicherweise noch tiefer gesenkt wird als der gegenwärtige Richtsatz.
Desweiteren werden am Montag und am Donnerstag gewichtige Informationen betreffend den US-Wohnungsmarkt veröffentlicht. Für Freitag erwarten wir dann den vorläufigen Bericht über das Bruttoinlandsprodukt für das 4. Quartal 2008. Forex-Händler sollten sich diese Ereignisse in ihrem Kalender vermerken, da sie zweifelsohne große Volatilität auf den Märkten verursachen werden, insbesondere was die USD-Paarungen und -Kreuze betrifft.
EUR – Herabstufung der Kreditwürdigkeit kleinerer Wirtschaften der Eurozone könnte Kurs des EUR schwächen
Der EUR hat in den vergangenen Handelstagen einige interessante Kursschwingungen durchlebt. Trotz scharfer Fluktuationen im Vergleich zu USD, JPY und GBP sieht die 16-Nationen-Währung einer Woche voller Veröffentlichungen wichtiger Wirtschaftsdaten gelassen entgegen. Nachdem er die vergangene Woche im Vergleich zum USD bei 1,2970 schloss, liegt der EUR derzeit um dem 1,2900 Wert, da der Dollar am frühen Morgen Gewinne verzeichnete, derzeit aber wieder etwas an Fahrt verliert. Dazu kommt, dass sich die EUR/GBP-Paarung mehr und mehr auf Parität hinbewegt, bei einem gegenwärtigen Kurs von 0,9475.
Da die Wirtschaften von Portugal, Spanien, Griechenland und Italien eine Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit hinnehmen mussten, beginnen sich einige Analysten zu fragen, was der Nutzen des multi-milliarden-schweren europäischen Konjunkturpakets wohl sei, wenn der Fokus fast ausschließlich auf Frankreich und Deutschland liegt und die anderen Länder quasi „in die Röhre gucken“.
Es ist, als würde eine „Rettet den König“ Stimmung in der Eurozone herrschen, die der Ansicht zu sein scheint, dass eine Rettung der französischen und deutschen Wirtschaft die anderen dann auch schon wieder zu Wachstum bringen wird. Eine solche von oben nach unten Beeinflussung wird jedoch in gewisser Weise durch das dezentralisierte Wirtschaftssystem in Europa verhindert. Die beiden Wirtschaftsriesen werden Rettungsmittel einsetzen um ihre Vermögenswerte zu sicher und die Sicherheit ihrer Systeme abzustützen, was jedoch möglicherweise zu spät sein könnte um die anderen Länder zu retten, bevor diese Konkurs anmelden und die Europäische Währungsunion (EWU) verlassen. Das ist keine sehr schöne Prophezeiung für die regionalen Wirtschaften der Eurozone.
Später in der Woche erwartet die 16-Nationen Eurozone wichtiger Verbraucherdaten, die uns eventuell besser verstehen lassen, wie viel Vertrauen die Europäer noch in ihr Wirtschaftssystem haben. Eingedenk regionaler Arbeitslosenzahlen von bis zu 8% und fortwährend sinkenden Verkaufszahlen kann angenommen werden, dass die Verbraucherdaten sehr wahrscheinlich einen Vertrauensverlust in die EWU aufzeigen werden. Es könnte für Forex-Händler ratsam sein sich von EUR Positionen zu trennen, da diese Verbraucherberichte den EUR in den kommenden Tagen voraussichtlich schwächen werden.
JPY – Yen verharrt stark, japanische Wirtschaft schwächelt
Der japanische Yen legt im Vergleich zu seinen Währungspartnern weiterhin an Stärke zu, da die jüngste europäische Leitzinssenkung die japanisch fundierten Carry Trade weniger relevant hat werden lassen. Das sind keine so guten Nachrichten für die japanische Wirtschaft. Je stärker die Währung wird, umso schwerer wird es für die Exporte des Landes, was seine Wirtschaft entsprechend schwächt.
Diese Woche wird noch deutlicher aufzeigen, welch negativen Einfluss der jüngste wirtschaftliche Abschwung und die resultierende Stärkung des Yen auf die japanische Volkswirtschaft hat. Mit der Veröffentlichung einer ungewöhnlich hohen Anzahl von Wirtschaftsindikatoren könnte dem JPY eine Woche der schlimmsten Wirtschaftsdatenbekanntgaben seit der Finanzkrise in den späten 1990-ern bevorstehen. Von jeder Zahl, die in dieser Woche veröffentlicht wird, nimmt man an, dass sie unter dem Vorhersagewert liegen wird, was sehr klar verdeutlicht, wie sehr sich die Lage der japanischen Wirtschaft seit Beginn der Krise verschlechtert hat. Ohne ein größeres Marktereignis, was den Dingen eine Wendung geben könnte, scheint es, als stünden der japanischen Wirtschaft und Währung schwere Zeiten bevor.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Nach mehreren misslungenen Versuchen den 1,2750 Stützwert auf dem 4-Stunden-Chart zu durchbrechen hat sich diese Paarung nunmehr um den 1,2900 Wert konsolidiert. Die stündlichen Studien vermitteln gemischte Signale, was vom Tages-Chart bestätigt wird. Der Slow Stochastic auf dem 4-Stunden-Chart zeigt ein rückläufiges Cross, was auf eine Abwärtskorrektur im nächsten Zeitfenster hindeutet. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen scheint eine bevorzugte Strategie zu sein.
GBP/USD
Das Cable hat seinen Abwärtstrend wieder aufgenommen und steht kurz davor, den Wert von 1,3550 zu durchbrechen. Das Tages-Chart zeigt den gegenwärtigen Kurs unterhalb der Bollinger Bands Untergrenze, was zeigt, dass die rückläufige Bewegung noch zulegt. Sollte der Durchbruch stattfinden könnte dem Paar ein weiterer Abwärtslauf bevorstehen und möglicherweise der Wert von 1,3500 angesteuert werden.
USD/JPY
Dieses Paar hat eine erhebliche Abwärtskorrektur vorgenommen und bewegt sich jetzt um einen Schlüssel-Fibonacci-Wert von 88,80. Das Stunden-Chart zeigt ein rückläufiges Cross, welches den Schluss zulässt, dass nach einem Abwärts-Durchbrechen dieses Wertes der rückläufige Trend sich wahrscheinlich fortsetzen wird. Händler wird geraten diesen Durchbruch abzuwarten bevor sie in den Handel einsteigen.
USD/CHF
Das zinsbullische Momentum dieser Paarung zeigt sich seit dem Durchbruch des Channel auf dem Tages-Chart. Der Tages Slow Stochastic zeigt eine Fortsetzung dieses Trends. Es scheint, als würde dieser Paarung heute wieder einmal ein zinsbullischer Handel bevorstehen. Kaufen könnte für heute die richtige Wahl sein.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


