2009-01-29
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Dollar-Kurs nach Bekanntgaben der US-Notenbank gestärkt
Der gestrige Handel wurde besonders durch die generelle Erholung des Dollar-Kurs geprägt, nach den Bekanntgaben der US-Notenbank am Mittwochnachmittag während des New Yorker Handels. Der USD sprang im Vergleich zum EUR in die Höhe und das Paar sackte bis knapp unter einem wichtigen Stützwert von 1,3100. Auch verglichen zum Pfund Sterling konnte der Dollar sein Abwärts-Momentum umkehren und schloss den Handel bei 1,4155. Zum japanischen Yen stieg der Dollar von 89,22 bis auf 89,68 bei Handelsende.
Der Dollar begann den Tag in den roten Zahlen, als Händler noch befürchteten, die US-Notenbank würde zu noch mehr unkonventionellen Mitteln greifen, um der Talfahrt der US-Wirtschaft zu begegnen. Es wurde vermutet, die Notenbank würde langfristige Schatzanweisungen kaufen um die US-Hypothekenzinsen zu senken. Es gab ebenfalls Gerüchte am Markt, die Notenbank würde Anstrengungen unternehmen um einer Deflation zuvorzukommen. Händler betrachten solche Taktiken mit großer Skepsis, da ein Anstieg der Inflationsrate sich äußerst negativ auf die Kaufkraft des Dollar auswirkt.
Andere Händler vertraten die Ansicht, die US-Notenbank hätte in ihren Maßnahmen zur Bekämpfung der US-Wirtschaftskrise eine äußerst aggressive Politik betrieben. Die Notenbank hat schon weit vor ihren europäischen und britischen Gegenstücken den Leitzins drastisch gesenkt und angriffslustig faule Bankanlagen in ihre Bilanz aufgenommen, um die US-Bankenindustrie zu stützen. Dieses trug zu einem positiven Momentum für den Kurs des Dollar bei.
Der heutige USD-Handel wird sich auf die Bekanntgabe zweier fundamentaler Wirtschaftsdaten fokussieren. Zum einen die Umsätze langlebiger Wirtschaftsgüter und zum anderen die neuen Arbeitslosenzahlen. Für beide Indikatoren werden drastische Verschlechterungen erwartet. Kurzfristig könnte das dem Kurs des Dollar schaden und den EUR/USD Kurs bis Ende des Tages möglicherweise bis auf 1,3200 steigen lassen.
EUR – Spekulationen über Leitzinssatz verleihen dem EUR zeitweilig Stärke
Der EUR erfuhr große Volatilität in Erwartung einer Rede des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet. In dieser Rede vor dem Welt-Wirtschafts-Forum (WWF) im schweizerischen Davos deutete Trichet an, den Leitzinssatz, bis zum nächsten Treffen der EZB am 5. Februar, unberührt zu lassen.
Im Licht der wirtschaftlichen Rezession der Eurozone hat die EZB wiederholt den europäischen Leitzinssatz gesenkt. Gegenwärtig steht dieser bei einem Rekordtief von 2,00%. Marktanalysten haben für das nächste EZB-Treffen eine weitere Senkung um 0,50%-Punkte vorhergesagt. Der EZB-Vorstand muss nun die Balance finden zwischen einer Lockerung der Währungspolitik, um dem wirtschaftlichen Abschwung in der Eurozone zu begegnen und dem zu raschen Senken des Leitzinssatzes. Richtliniensetzer fürchten, dass eine zu starke Senkung des Zinssatzes in der Zukunft zu inflationärem Druck führen könnte.
Ein heute veröffentlichter Bericht des Internationalen Währungsfond (IWF) war eine auf den neuesten Stand gebrachte wirtschaftliche Vorhersage für die Wirtschaft der Eurozone. Der IWF revidierte seine Wachstumsratenvorhersage von einem ursprünglich angenommenen Rückgang von 0,50% auf den um ein vielfaches größeren Wert von 2,00%.
Die Wirtschaftlage in der Eurozone scheint sich sehr viel schneller zu verschlechtern, als noch vor kurzem angenommen. Richtliniensetzer senden jedoch gemischte Signale auf den Markt. Die EZB hat mit der Bank of England und der US-Notenbank nicht Schritt gehalten in ihrer Mission sich der Woge des wirtschaftlichen Niedergangs entgegenzustemmen. Vielleicht wäre ein etwas aggressiveres Vorgehen seitens der EZB angesagt. Dieses könnte sich dann auch positiv auf den Kurs des EUR niederschlagen.
JPY – Die Stärke des USD setzt den Yen unter Druck
Der Kurs der USD/JPY Paarung stieg heute aufgrund von Bemerkungen der US-Notenbank und gestiegener Risikobereitschaft. Außerdem trug ein Anstieg des Dow Jones Indexes zur weiteren Wertschätzung des Dollar bei. Wenn der US-Aktienmarkt im Aufwind ist scheint sich das gleich positiv auf diese Paarung auszuwirken. Die gestiegene Risikobereitschaft wurde auch durch die Verabschiedung von Barack Obamas Konjunkturpaket im US-Repräsentantenhaus angeheizt. Diese Faktoren trugen zur Erholung der USD/JPY Paarung bei, die den Tag bei 89,68 schloss. Das Paar hat jetzt den höchsten Stand seit einer Woche erreicht.
In Zeiten finanzieller Bedrängnis wird der Yen weitgehend als Safe-Hafen-Währung betrachtet. Da Händler mehr und mehr geneigt sind Risiken einzugehen, wenden sie sich vom Yen ab und investieren in den USD oder andere, höhere Erträge erzielende Währungen. Die Risikobereitschaft scheint zuzunehmen, da die US-Notenbank und die Obama-Administration gemeinsam Anstrengungen unternehmen um Vertrauen wieder aufzubauen und Zukunftsperspektiven für eine stabile Markterholung zu schaffen. Das könnte der USD/JPY Paarung kurzfristig Schwung verleihen, und der Kurs des Paares könnte bis auf 91,00 steigen.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Nachdem wir gestern einen erheblichen Rückgang zu verzeichnen hatten scheint diese Paarung nun ein kurzzeitiges Gleichgewicht gefunden zu haben. Die Oszillatoren auf allen Charts lassen keine Richtungsvorhersage für diese Paarung zu. Einzig die Momentum Oszillatoren auf dem Wochen-Chart deuten darauf hin, dass sich die Aufwärtsbewegung fortsetzen könnte. Für heute dürfte es die richtige Strategie sein auf klarere Signale zu warten.
GBP/USD
Der RSI auf dem Stunden-Chart zeigt, dass sich der Kurs derzeit im überkauften Bereich bewegt, was auf eine in naher Zukunft bevorstehende Aufwärtskorrektur hinweist. Diese Annahme einer bevorstehenden Aufwärtskorrektur wird durch die Tatsache bestätigt, dass sich der Kurs dieser Paarung im unteren Bereich der Bollinger Bands auf dem Stunden-Chart befindet. Mit eng gesetzten Stopps zu kaufen könnte für heute die richtige Wahl sein.
USD/JPY
Der Slow Stochastic auf dem 4-Stunden-Chart zeigt, dass sich ein rückläufiges Cross gebildet hat, welches diese Paarung weiter in Abschwung versetzt. Die Momentum-Oszillatoren auf dem Wochen-Chart deuten ebenfalls auf eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung hin. Dem entgegengesetzt zeigen die Slow Stochastic auf dem Stunden-Chart, dass sich in naher Zukunft ein zinsbullisches Cross bilden könnte, was heißt, dass die Abwärtsbewegung in Bälde durch eine Aufwärtskorrektur abgelöst werden könnte. Mit eng gesetzten Stopps zu kaufen könnte für heute kurzzeitig eine gute Strategie sein.
USD/CHF
Der RSI auf dem 4-Stunden-Chart zeigt, dass sich der Kurs dieser Paarung derzeit im überkauften Bereich bewegt, was auf eine in naher Zukunft bevorstehende Abwärtskorrektur hinweist. Die Bildung eines rückläufigen Cross auf dem Slow Stochastic des 4-Stunden-Chart bestätigt diese Annahme. Zu verkaufen könnte für heute die richtige Wahl sein.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


