2010-01-25
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – USD-Kurs steigt aufgrund positiver US-Daten
Der USD wertete in der vergangenen Handelswoche deutlich gegen die Hauptwährungen auf. Dabei konnte die US-Währung einen Teil der zuvor verzeichneten Kursverluste wieder ausgleichen, insbesondere gegenüber EUR und Pfund Sterling. Um über 300 Punkte zum EUR und über 200 Punkte zum Britischen Pfund kletterte der Dollar in die Höhe.
Die Aufwärtstendenzen des USD ergaben sich direkt aus positiven Konjunkturdaten der US-Wirtschaft. Die letzte Handelswoche begann mit einem äußerst viel versprechenden Ergebnis zum US-Saldo von Wertpapierkäufen und -verkäufen ausländischer Investoren. Dabei misst die Datenbank Treasury International Capital System die Differenzwert zwischen langfristigen ausländischen Sicherheitsanlagen, die von US-Bürgern gekauft und langfristigen US-Sicherheitsanlagen die von Ausländern gekauft werden. Das Resultat belief sich auf $126,8 Mrd. im November von zuvor $19,3 Mrd. im Monat Oktober. Die Prognosen der Experten lagen bei $30,3. Das überraschende Ergebnis führten Marktbeobachter auf Anleihenkäufe in Rekordhöhe durch Privatinvestoren zurück. Allem Anschein nach haben ausländische Investoren ihr Vertrauen in die US-Wirtschaft wiedererlangt, was den Dollar unmittelbar stützte.
Im weiteren Wochenverlauf veröffentlichten die USA eine Reihe ermutigender Konjunkturdaten. Der Bericht zu den US-Baugenehmigungen im Dezember verdeutlichte einen markanten Anstieg von Genehmigungen für Wohnhäuser, der alle Erwartungen übertraf. Darüber hinaus stieg der Erzeugerpreisindex ein weiteres Mal im vergangenen Monat. Solange die Konjunkturdaten aus den Staaten positiv bleiben, wird der USD seinen Aufwärtstrend voraussichtlich fortsetzen.
Wichtigster US-Indikator in der anstehenden Handelswoche ist die Bekanntgabe des Fed-Funds-Zielsatzes am Mittwoch. Dabei wird die so genannte „Federal Funds Rate“, der Leitzins der US-Notenbank, für den kommenden Monat ausgegeben. Die Marktteinehmer gehen davon aus, dass die Federal Reserve ihren Leitzins unverändert auf dem aktuellen Niedrigzinsniveau belassen wird. Sollte die Fed jedoch mit einer Zinsanhebung überraschen, könnten sich heftige Kursschwankungen am Markt ergeben.
EUR – EUR fällt auf ganzer Linie
Der EUR verbuchte in der vergangenen Handelswoche überwiegend Kursverluste. Dabei ergaben sich für die Gemeinschaftswährung Abwärtstendenzen gegenüber einem Großteil der Hauptgegenwährungen, einschließlich US-Dollar, Yen und Pfund Sterling. Am deutlichsten war dieser Trend gegen Japans Yen zu spüren. Das Währungspaar EUR/JPY fiel entsprechend bis auf 127,00 ab.
Die Woche begann mit eher beunruhigenden Wirtschaftsdaten aus Deutschland. Der Index der ZEW-Konjunkturerwartungen war von 49,8 Punkten im Dezember auf 47,2 Zähler im Januar abgerutscht. Die Einschätzungen stützt das ZEW auf eine Umfrage unter rund 350 Analysten und institutionellen Anlegern, die die konjunkturellen Aussichten für die nächsten sechs Monate in Deutschland einschätzen. Dieser Bericht zählt zu den führenden Indikatoren aus Deutschland, gilt als äußerst zuverlässig und nimmt in der Regel großen Einfluss auf die Märkte. Da Deutschland als stärkste Wirtschaftsnation der Eurozone gilt, schwächte das Ergebnis den EUR in der Folge.
Des Weiteren enttäuschte der Einkaufsmanagerindex in der vergangenen Woche die Erwartungen der Experten, die sich auf ein Ergebnis von 53,1 Punkten beliefen. Der Index wurde mit 51,2 ausgegeben. Für die deutsche Wirtschaft zeichnete sich somit im Dezember eine abgeschwächte Geschäftslage in Bezug auf Beschäftigung, Produktion und Auftragseingang ab. Die europäische Gemeinschaftswährung gab in ihrem Wert folglich auf breiter Front nach.
Auch in dieser Woche stehen einige wichtige Konjunkturdaten aus Deutschland auf der Eurozonen-Agenda, die für Forex-Händler interessant werden könnten. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei Deutschlands ifo-Geschäftsklimaindex am Dienstag geschenkt werden. Angesichts der jüngst entmutigenden Daten aus der deutschen Wirtschaft, könnte ein enttäuschendes Ergebnis in höchstem Maße negativen Einfluss auf den EUR-Kurs nehmen. Ein Index von 95,2 Zählern, entsprechend den Erwartungen der Volkswirte, kann den EUR jedoch stützen.
JPY – Yen-Aufwärtstrend setzt sich vor Zinsentscheid fort
Auch in der letzten Woche wertete der Yen weiter auf. Diese Aufwärtstendenzen wurden bereits vor einigen Wochen ausgelöst und gehen gegen einen Großteil der Hauptwährungen von statten. Die deutlichsten Kursgewinne ergaben sich gegenüber dem Pfund Sterling. GBP/JPY ging bis auf 145,00 zurück.
Hauptursache für den starken Yen scheint wiederholt die Währungspolitik der Bank of Japan (BoJ) zu sein. Masaaki Shirakawa, Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), erklärte am Montag, dass die BoJ in naher Zukunft zunächst an der Politik des „billigen Geldes“ festhalten werde. Dies weckte Spekulationen für größere Investitionen in Japan und trug wesentlich zum zinsbullischen Trend des Yen bei.
Japans Finanzminister Naoto Kan verkündete schließlich am Donnerstag, dass er es bevorzugen würde, in Zukunft einen schwächeren Yen zu sehen. Dies entspricht wiederum den Vorstellungen der japanischen Regierung sowie der Bank of Japan (BoJ) im Allgemeinen, die einen schwachen Yen befürworten, um die Erholung der japanischen Wirtschaft durch einen gesteigerten Export voranzutreiben. Nach dieser Maßgabe könnten die Marktteilnehmer kurzfristig einen Kursabfall für JPY beobachten.
Wichtigste Veröffentlichung aus Japan in dieser Woche ist die Overnight Call Rate, der wichtigste Leitzins der Bank of Japan am Dienstag. Analysten zufolge soll die Bank of Japan (BoJ) ihren Zinssatz unverändert bei 0,10% belassen, was die niedrigste Rate in der Gruppe der Industrienationen darstellt. Sollte dies der Fall sein, wäre es für JPY-Händler von Vorteil, die auf den Zinsentscheid folgende Pressekonferenz der BoJ aufmerksam zu verfolgen, aus der sich möglicherweise Hinweise auf zukünftige währungspolitische Tendenzen ergeben.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Dieses Paar schwankt zwar aktuell in neutralen Bereichen, Händler sollten ihre Augen jedoch offen halten. Auf der 4-Stunden-Chart nähert sich der RSI bereits der überkauften Spanne. Diese Tendenz wird vom RSI der 2-Stunden-Chart bestätigt. Händler sollten zunächst weitere Bewegungen für EUR/USD abwarten.
GBP/USD
Auf der 8-Stunden-Chart hat der RSI in den „überkauften“ Bereich gedreht. Der Slow Stochastic derselben Chart zeigt ein zinsbullisches Cross an. Auch auf der Tages-Chart gibt der Slow Stochastic ein solches aus. Gleiches gilt für den MACD der 2-Stunden-Chart. Auf steigende Kurse zu setzen, könnte sich bei diesem Währungspaar heute auszahlen.
USD/JPY
Auf der 8- und 4-Stunden-Chart zeichnet sich mittlerweile ein zinsbullisches Cross des Slow Stochastic ab. Der RSI der 4-Stunden- und Tages-Chart bewegt sich bereits im „überkauften“ Bereich. Auf der 2-Stunden-Chart ist ein zinsbullisches Cross des MACD zu erkennen. Bei USD/JPY könnte es heute ebenfalls von Vorteil sein, zu kaufen.
USD/CHF
Dieses Paar gibt unterschiedliche Signale aus. Auf der Stunden-Chart zeigt der Slow Stochastic ein zinsbullisches Cross an, während sich der RSI in Richtung „überkauften“ Bereich auf der 4-Stunden-Chart bewegt. Auch auf der Tages-Chart dreht der RSI langsam in die „überkaufte“ Spanne. Auf der 8-Stunden-Chart bildet sich auf dem MACD ein rückläufiges Cross. Für heute könnte es richtig sein, bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.


