2009-03-26
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Dollar im Abschwung aufgrund erhöhter Risikobereitschaft
Nachdem US-Finanzminister Timothy Geithner verkündete, er stehe der Ausweitung der besonderen Bezugsrechte des Internationalen Währungsfond (IWF) aufgeschlossen gegenüber, schloss der Dollar am Mittwoch im Vergleich zu einigen seiner Währungspartner im Minus. So sackte der USD gestern verglichen zum EUR ab und schloss bei 1,3569. Ähnlich verhielt es sich beim CHF, und die Paarung rutschte von 1,1299 auf 1,1227 bei Handelsschluss.
Eine enttäuschend verlaufene Versteigerung von US-Bundesanleihen stoppte den am frühen Morgen stattgefundenen Aufschwung am US-Aktienmarkt, doch schüttelten Investoren diese Enttäuschung letztlich ab und konzentrierten sich auf die positiven Wirtschaftsdaten. Laut Regierungsbericht stiegen die Verkäufe von Hausneubauten im Februar überraschenderweise an, nachdem sie zuvor auf einem Rekordtief angelangt waren. Es waren die heftig gesunkenen Preise und niedrigen Hypothekenzinsen die die Käufer köderten. Ebenso unerwartet war die Erholung bei den Umsätzen langlebiger Wirtschaftsgüter im selben Monat.
Jedoch ist die Nachfrage nach Hausneubauten aufgrund der höchsten Arbeitslosenquote seit einem viertel Jahrhundert und gesunkenem Haushaltseinkommen begrenzt, was zeigt, dass der gesamte Immobilienmarkt sich doch nicht so schnell erholen wird, auch wenn die Maßnahmen zur Senkung der Darlehenskosten und der Verringerung der Hypothekenvorgaben langsam greifen. Folglich könnten Investoren in den kommenden Wochen ihre Dollar-Positionen aufgeben, da ihnen klar wird, dass die US-Wirtschaft noch einen langen Weg der wirtschaftlichen Gesundung vor sich hat.
Investoren dürften auch weiterhin mit ungewöhnlicher Kurs-Volatilität bei EUR/USD rechnen, da diese Paarung Anstrengungen unternimmt sich zu stabilisieren und neue Unterstützungs- und Widerstandslinien zu finden. Solch große Kursschwankungen, wie hier gesehen, sind nicht an der Tagesordnung und bieten eine ausgezeichnete Gelegenheit sie sich für ergiebige Kursgewinne zu Nutzen zu machen. Kurzfristig könnte der Dollar im Vergleich zum EUR noch weiter sinken, da Händler sich nach riskanteren Anlagewerten umsehen.
EUR – Trotz negativer Daten EUR weiter im Aufschwung
Obwohl der gestrige Tag für die Eurozone viele relativ negative Wirtschaftsdaten sah, gelang es dem EUR doch im Vergleich zu den meisten seiner Währungspartner zuzulegen. Zum Dollar stieg der EUR um nahezu 100 Punkte und schloss bei 1,3569. Zum CHF bewegte sich der EUR nur in einer recht kleinen Handelsspanne, und die Paarung schloss bei 1,5231. Zum britischen Pfund Sterling legte der EUR beeindruckende 120 Punkte zu und schloss bei 0,9301. Auch zum Yen verzeichnete die europäische Währung kräftige Kursgewinne und schloss den Handel am Mittwoch 85 Punkte im Plus bei 132,67.
Das wichtigste wirtschaftliche Ereignis der Eurozone war gestern die Bekanntgabe des deutschen Ifo Geschäftsklimaindex. Dieser Wert fiel im März auf den niedrigsten Stand seit über 26 Jahren, was der Vermutung Nahrung gab, dass sich die Rezession in der größten Volkswirtschaft der Eurozone noch weiter verstärkt. Experten gehen davon aus, dass diese negativen Daten zusätzlichen Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) ausüben werden, den Leitzinssatz in naher Zukunft weiter zu senken. Das könnte sich langfristig auf den EUR auswirken, doch kurzfristig können Devisenhändler sich den EUR zunutze machen, um mit dieser Währung gute Gewinne zu verzeichnen.
Für heute dürfte der wichtigste Wirtschaftsindikator der in der Eurozone veröffentlicht wird, die für 7:00 MGZ vorgesehene GfK-Konsumklimastudie sein. Experten rechnen damit, dass diese Zahl leicht unter der des Vorwerts liegen wird. Händler sollten dieser Publikation große Aufmerksamkeit zollen, da ein besser als erwartetes Ergebnis dem EUR weiterhin auf kurze Zeit Auftrieb verleihen könnte. Händler sollten ebenfalls die Einzelhandelsumsätze aus Großbritannien um 9:30 MGZ und die neuen Arbeitslosenzahlen aus den USA um 12:30 MGZ beachten, da diese Zahlen die Richtung der Haupt-Währungskreuze des EUR für die kommende Woche bestimmen könnten.
JPY – Yen weiter auf Talfahrt im Vergleich zum EUR
Der Yen schloss den gestrigen Handel mit gemischten Ergebnissen im Vergleich zu seinen Haupt-Währungspartnern. Zum USD blieb der JPY am Mittwoch weitgehend unverändert und schloss bei 97,77. Auch zum EUR verhielt sich der JPY rückläufig und die Paarung schloss 85 Punkte höher bei 132,67. Im Verlauf des vergangenen Monats ist diese Paarung um über 2.200 Punkte angestiegen, da Investoren das Vertrauen in die japanische Währung verloren haben. Zum GBP machte der JPY jedoch recht bemerkenswerte Gewinne und schloss fast 90 Punkte im Plus bei 142,63. Andererseits handelt es sich hier nur um eine leichte Richtungsumkehr bei diesen zwei Währungen, da der JPY verglichen zum GBP beim Handel in dieser Woche dramatisch zurückgegangen war.
Der Zusammenbruch des japanischen Exportmarktes dürfte die Stimmung unter den größten Herstellern des Landes im März auf den tiefsten Stand in mehr als 30 Jahren drücken, was weitere Investitionskürzungen und Arbeitsplatzverluste nach sich ziehen könnte. Das Exportgeschäft erleidet seit November jeden Monat neue Rekordeinbrüche, da sich die amerikanischen und europäischen Verbraucher immer mehr einschränken. Der Zusammenbruch der US-Verkäufe zwang Toyota tausende Arbeitsplätze abzubauen und die Inlandsproduktion in diesem Quartal um die Hälfte zu kürzen. Der Autohersteller wird vielleicht erst gar im 3. Quartal dieses Jahres die Produktion wieder erhöhen. Heute sollten Devisenhändler die Wirtschaftsveröffentlichungen aus Japan, den USA, der Eurozone und Großbritannien beachten, da diese sich alle kurzfristig auf den Kurs des JPY auswirken können.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Diese Paarung vollzog in den vergangenen Tagen ein Range Trading und läuft jetzt auf eine anscheinend recht intensive volatile Bewegung zu. Nach einem recht kräftigen Kursanstieg letzte Woche befindet sich die Paarung in einer Abwärtskorrektur um seinen wahren Kurs zu finden. Während die meisten Oszillatoren anfangen sich in den neutralen Bereich zu begeben zeigt der RSI des Tages-Chart diese Paarung im überkauften Bereich, was heißt, dass noch Raum für eine Abwärtskorrektur besteht. Die Bollinger Bands auf dem Stunden-Chart verengen sich. Demzufolge dürften wir heute eine Abwärtsbewegung zu sehen bekommen. Zu verkaufen könnte heute eine kluge Wahl sein.
GBP/USD
Der RSI auf dem Stunden- und dem Tages-Chart zeigt, dass sich diese Paarung im überkauften Bereich bewegt, was auf eine bevorstehende Abwärtskorrektur hindeuten könnte. Das rückläufige Cross des Slow Stochastic auf dem Tages-Chart bestätigt diese Annahme. Allerdings scheint der Slow Stochastic auf dem 4-Stunden-Chart ein zinsbullisches Cross aufzuzeigen, was belegt, dass diese Paarung tatsächlich ein Range Trading mit klaren Hochs und Tiefs vollzieht. Ein guter Schritt könnte heute den ganzen Tag über sein, bei Tiefständen zu kaufen und bei Höchstständen zu verkaufen.
USD/JPY
Der jüngste Aufwärtstrend hat den Kurs dieser Paarung in den überkauften Bereich des RSI auf dem Stunden-Chart gedrückt, was auf eine bevorstehende Abwärtskorrektur hinweist. Der Slow Stochastic auf dem Stunden- und dem Tages-Chart zeigt die Bildung eines rückläufigen Cross, was die Annahme einer Abwärtsbewegung bestätigt. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen könnte für heute eine kluge Wahl sein.
USD/CHF
Bei nur sehr wenig Bewegung in den vergangenen Tagen verbleibt diese Paarung nun schon seit einiger Zeit in seinem Range Trading Verhalten. Die meisten Oszillatoren vermitteln neutrale Indikatoren, doch zeigt sich beim Slow Stochastic auf dem Tages-Chart neuerdings ein zinsbullisches Cross, was auf eine Korrektur der heftigen Abwärtsbewegung der vergangenen Woche hindeutet. Da der wöchentliche Momentum-Oszillator immer noch aufwärts zeigt, könnte für heute eine kluge Wahl sein: bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.


