2010-03-22
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Anzeichen einer US-Konjunkturerholung stärken Dollar
Der USD setzte seine Aufwärtstendenzen in der vergangenen Woche fort. Dabei konnte die US-Währung gegen den EUR an Boden gewinnen. Das Währungspaar EUR/USD kletterte bis auf 1,3502. Der Dollar verzeichnete ebenfalls Kursgewinne gegenüber dem Pfund Sterling.
Der Dollar-Aufschwung resultierte aus positiven US-Konjunkturdaten, die in der letzten Woche veröffentlicht wurden und neue Hinweise auf eine Stabilisierung der Lage gaben. Laut Bericht zu den US-Baugenehmigungen, wurden im Februar Genehmigungen für 0,61 Mio. neue Wohnhäuser gezählt. Dies war der dritte Monat in Folge, an dem über 0,60 Mio. Genehmigungen erteilt wurden. Darüber hinaus legte die Kernrate des Verbraucherpreisindexes als führender Inflationsindikator im Februar um 0,1% zu. Derzeit gibt es weder Inflations- noch Deflationsanzeichen und somit wird das Ergebnis von Marktbeobachtern als Bestätigung für eine nachhaltige Konjunkturerholung gewertet. Des Weiteren scheint sich die Lage am Arbeitsmarkt in den USA zu stabilisieren. Der wöchentliche Arbeitsmarktbericht, der die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in einer Woche ausgibt, ging in der letzten Woche um 5.000 Zähler auf 457.000 zurück. Gegenwärtig, während einer Phase, in der die globale Wirtschaft nach wie vor um eine Überwindung der Rezession kämpft, bevorzugen auch Investoren solide Konjunkturdaten. Die US-Wirtschaft scheint sich tatsächlich auf einem Erholungspfad eingefunden zu haben. Anleger können von weiteren Aufschwung-Signalen ausgehen.
In dieser Handelswoche stehen einige wichtige und äußerst interessante Veröffentlichungen aus den USA auf der Agenda. USD-Händler sollten dabei unbedingt die US-Verkäufe bestehender Häuser, den US-Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter, die Verkäufe von Hausneubauten sowie die wöchentlichen Arbeitslosenzahlen im Auge behalten. Darüber hinaus ist die für Donnerstag erwartete Ansprache von US-Notenbankchef Ben Bernanke von größter Bedeutung für die Märkte. Bernanke wird über mögliche Leitzinssatzänderungen sprechen.
EUR – EUR fällt weiterhin gegen Hauptwährungen
In der vergangenen Handelswoche wertete der EUR gegen einen Großteil der Hauptwährungen ab. Dabei verlor die Einheitswährung 250 Punkte gegen den Dollar, nahezu 100 Punkte gegen das Pfund Sterling und über 200 Punkte gegen den Yen.
Händler verwiesen auf zwei Hauptursachen für die Abwärtsentwicklungen des EUR gegenüber seinen Gegenwährungen. Einerseits spielen die Anlegersorgen um das hoch verschuldete EU-Mitgliedsland Griechenland nach wie vor eine tragende Rolle an den Märkten. Die hohen Staatsschulden in Griechenland und weiteren hoch verschuldeten Staaten veranlassen Investoren dazu, auf eine Inflationserhöhung der EU zu spekulieren, während die EU keinen konkreten Rettungsplan für Athen hervorbringt. Allem Anschein nach bleibt der EUR solange unter Druck, bis die Fragen bezüglich griechischer Haushalt- und Finanzen geklärt sind. Weitere Ursache für den EUR-Freifall waren wiederum enttäuschende Konjunkturdaten aus der Eurozone. Wiederholt trübte die die konjunkturelle Stimmung in Europa ein. Die europäischen ZEW-Konjunkturerwartungen erreichten das zunächst von Experten erwartete Ergebnis von 40,1 Punkten nicht und gingen von 40,2 Zählern im Februar auf 37,9 Punkte im Monat März zurück. Hier ergab sich zum sechsten Mal in Folge ein Rückgang. Analysten werten dies als weiteren Beleg für die anfällige Konjunkturlage in der Eurozone, in der die konjunkturelle Krise noch nicht überstanden zu sein scheint.
Auch aus dem Euroraum werden in dieser Woche einige interessante Indizes veröffentlicht. In erster Linie ist dabei Konjunkturdaten aus Deutschland wie dem ifo-Geschäftsklimaindex und dem Bericht zum Verbrauchervertrauen Aufmerksamkeit zu schenken. Darüber hinaus wird EZB-Chef Trichet in der anstehenden Woche erwartungsgemäß zwei Ansprachen halten. Händler, aufgepasst, hier ist zum Zeitpunkt der Ansprachen von starken Kursschwankungen auszugehen.
JPY – JPY gleicht Verluste gegen Hauptwährungen aus
In der letzten Handelswoche ergaben sich für den japanischen Yen überwiegend Aufwärtstendenzen gegenüber den Hauptwährungen. Zum EUR machte der Yen nahezu 200 Punkte gut. EUR/JPY handelt aktuell um 122,20. Auch zum Pfund Sterling ergab sich ein Kursgewinn von ungefähr 200 Punkten.
Als Hauptursache für den zinsbullischen Yen-Trend gilt unter den Händlern der Konjunkturpessimismus innerhalb der Eurozone, der sich überwiegend aus der gegenwärtigen Griechenland-Krise ergibt. Die Risikobereitschaft am Markt ist gedämpft. Händler orientieren sich an Safe-Havens wie USD und JPY. Einen weiteren Katalysator für die Aufwärtstendenzen des Yen stellen derzeit positive Konjunkturdaten aus der japanischen Wirtschaft dar. Der Bericht zum Tertiary Industry Activity, der den monatlichen Gesamtwert der von japanischen Firmen erworbenen Dienstleistungen misst, stieg im Monat Januar um 2,9% und lag damit über den Erwartungen von einem 1,3%-igen Anstieg. Des Weiteren verdeutlichte der Bericht zum All Industry Activity Index, dass der Gesamtwert der von japanischen Firmen erworbenen Waren und Dienstleistungen im Monat Januar um 3,8% in die Höhe geklettert ist. Diese positiven Indexstände verstärken den Eindruck, dass auch Japans Wirtschaft leichte Erholungstendenzen erfährt, was dem Yen wiederum Auftrieb verleiht.
Anleger sollten ihr Augenmerk in dieser Woche unbedingt auf die folgenden Indikatoren richten: Dienstag – japanische Handelsbilanz, Donnerstag – Kernrate Tokio-Verbraucherpreisindex. Diese Veröffentlichungen nehmen in der Regel großen Einfluss auf den Yen. Händler sollten im Hinterkopf behalten, dass positive Daten, den Yen weiter stützen können.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Am vergangenen Freitag konnte dieses Währungspaar sein rückläufiges Flag Continuation Pattern durchbrechen, das sich in den letzten zwei Wochen gebildet hat. Das EUR/USD scheint jedoch mittlerweile überkauft. Auf der Tages-Chart zeigt der Slow Stochastic ein zinsbullisches Cross an, was ein Zeichen für eine mögliche Aufwärtsbewegung sein könnte. Der Slow Stochastic der 4-Stunden-Chart bestätigt mit einem zinsbullischen Cross diesen Trend. Der RSI der Wochen-Chart hat seine abwärts gerichtete Trendlinie überwunden und ist ebenfalls am steigen. Eine mögliche Strategie könnte heute sein, Long-Positionen aufzulösen.
GBP/USD
Der Abwärtstrend setzt sich fort. Die Tages-Chart gibt Anzeichen für eine Verstärkung der Kursbewegung nach unten aus. Das MACD-Histogramm ist abwärts geneigt, während sich ein rückläufiges Cross bildet, das auf Abwärtstendenzen deutet. Der Preis hat die 20-Day-Average der Bollinger Bands unterschritten, was bedeuten könnte, dass der Preis bis auf die unteren Bollinger Bands fällt. Händler sollten das Level 1,4870 als nächsten Richtpreis nutzen.
USD/JPY
Sowohl auf der Tages-, als auch 4-Stunden-Chart ist ein Consolidation Pattern deutlich zu erkennen. Ein Großteil der Preisbewegungen findet oberhalb der 20-Day-Average der Bollinger Bands statt. Daraus ergibt sich eine enge Handelsspanne für Anleger, die diesem Markt beitreten. Händler, die hier auf steigende Kurse setzen, sollten eine Limit-Order nahe der Widerstandsmarke von 90,70 festlegen. Händler, die auf fallende Kurse setzen, könnten die Unterstützungsmarke bei 90,30 ins Visier nehmen.
USD/CHF
Dieses Paar unterliegt bereits seit geraumer Zeit hohen Kursschwankungen ohne erkennbare Ausrichtung. Der Slow Stochastic der Tages-Chart gibt aktuell unterschiedliche Signale aus. Auch die Oszillatoren der 4-Stunden-Chart lassen eine eindeutige Tendenz nicht erkennen. Wir empfehlen: Warten Sie bei diesem Kurspaar deutlichere Signale auf der Stunden-Chart ab.


