2008-11-03

Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – USD-Gewinnzuwachs über europäische Währungen
Die Kursschwankungen des USD waren in der letzten Woche stärker als gewöhnlich zu spüren. Anleger konnten zum Ende der Handelswoche sprunghafte Entwicklungen beobachten. Dabei fiel die amerikanische Währung am Donnerstag bis unter 1.2700 zum EUR und kletterte am Freitag wieder bis auf die 1.3200-Marke. Diese Entwicklung fand statt, nachdem überwiegend positive Nachrichten aus der US-Wirtschaft und eher durchschnittliche Zahlen aus der Eurozone veröffentlicht wurden. Jedoch scheinen Wirtschaftsindikatoren nach wie vor weniger Einfluss auf die Anleger zu nehmen als dies in der Vergangenheit der Fall war. Rettungspakete und Finanzspritzen spielen derzeit eine entscheidende Rolle für das Anlegervertrauen, ganz abgesehen von den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA.
Experten erwarten bereits in naher Zukunft starke zinsbullische Bewegungen des USD gegenüber mindestens zwei europäischen Hauptwährungen: EUR und GBP. Das neue Finanzprogramm des Internationalen Währungsfonds für Schwellenländer sowie Devisentauschgeschäfte der US-Notenbank mit Südkorea, Brasilien, Mexiko und Singapur in einer Höhe von jeweils $30 Mrd., ließ die Märkte über das Wochenende aufatmen.
Dies bedeutet einen weiteren Schritt für die US-Notenbank, die Marktliquidität zu steigern. Weitere Maßnahmen umfassen, Zinssenkungen, Kreditinstitute aus ihrer finanziellen Notlage helfen, Hypothekenschulden begleichen sowie fast unbegrenzte Dollarmengen zur Verfügung zu stellen.
In den Schlagzeilen wird die US-Notenbank jüngst als diejenige Zentralbank bezeichnet, die weltweit als “Retter” in Zeiten der globalen Finanzkrise gilt. Positiver Nebeneffekt ist dabei das Vertrauen, das sich seitens der Anleger aufbaut. Trotz teils schlecht ausgefallener Wirtschaftsindikatoren, zeigt sich die US-Notenbank verhältnismäßig krisenfest in ihrer Entscheidungsfindung sowie äußerst zuversichtlich in ihren Pressekonferenzen. Beide Faktoren lassen den USD in seinem Wert weiterhin steigen – Zuversicht und Beständigkeit. Während das produzierende Gewerbe in den USA für den vergangenen Monat rückläufige Zahlen erwartet, kann davon ausgegangen werden, dass der Dollar sich gegenüber den übrigen Hauptwährungen durchsetzt und seinen Aufwärtstrend auch heute aufnimmt.

EUR – EUR hält sich nur mühsam über Wasser
Nachdem der EUR dauerhafte Verluste verzeichnen musste, zeichneten sich in der vergangenen Woche sporadische Kurssprünge ab, als die US-amerikanische Währung unter schlecht ausgefallenen Marktindikatoren litt. Auch wenn Europas Währung ihre vorausgegangene Stärke nicht wiedergewinnen konnte, beobachteten Experten ein sich neu entwickelndes Anlegervertrauen in die 15-Nationenwährung. Der EUR kletterte dabei sogar bis auf 1.3200 zum USD, bevor ein Abwärtstrend wiederholt einsetzte. Gegenüber dem GBP ergaben sich für den EUR hohe Kursschwankungen, die das Ergebnis einer instabilen Handelswoche des Britschen Pfund bildeten. Diese Volatilität könnte sich auch in der kommenden Woche fortsetzen, da in den nächsten Tagen wichtige Indikatoren aus Großbritannien erwartet werden.
Der Europäischen Zentralbank (EZB) stehen schwierige Zeiten bevor. Mit der drohenden Rezession für die Eurozone und dem Fehlen einer übereinstimmenden Herangehensweise, die Finanzkrise zu bekämpfen, scheint die EZB mittlerweile als Sicherheitsnetz zu gelten, auf dass sich die gesamte Region stützt. Doch dieser mangelt es an Geldmittel sowie wirtschaftspolitischer Kraft, um einen maßgeblichen Wandel zu vollziehen. Sollte die EZB tatsächlich nicht in der Lage sein, einen solchen Umbruch zu erreichen, könnte der Europäischen Währungsunion (EWU) der Einbruch bevorstehen.
Insbesondere durch Länder wie Ungarn und Polen, die sich auf Finanzspritzen der EZB stützen, jedoch nicht Mitglied der EWU sind, sieht sich die EZB mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die kaum lösbar sind. Entsprechend dieser Problematik kann von einer erneuten Kürzung der Zinsrate für die Eurozone durch EZB-Präsident Jean-Claude Trichet ausgegangen werden. Damit wäre ein neuer Rekord in den letzten 10 Jahren hinsichtlich Leitzinssenkungen für diese Region erreicht.
In der anstehenden Handelswoche bleibt es voraussichtlich überwiegend in der Eurozone, da keine wichtigen Indikatoren auf dem Wirtschaftskalender stehen. Erst am Donnerstag wird die EZB in einer Pressekonferenz über ihre Entscheidung bezügliche einer Leitzinssenkung sprechen. Bis dahin könnte es sich für EUR-Anleger lohnen, ihre Entscheidungen auf Englands Wirtschaft abzustimmen, um von den hohen Kursschwankungen des GBP zu profitieren.

JPY – JPY fällt aufgrund wieder erstarkter Carry Trades
Der jüngste Wertzuwachs des JPY wurde in den vergangenen Tagen stark eingedämmt. Während sich die asiatischen Aktienmärkte langsam erholen, beleben Anleger ihre Carry Trades wieder. Sie nehmen Geld in Währungen mit niedrigen Zinsen auf, um diese dann in eine höher verzinste Währung zu tauschen. Diese Carry Trades sind für Anleger mittlerweile interessanter denn je, nachdem die Bank of Japan ihren Leitzins in der vergangenen Woche von 0.50% auf 0.30% gesenkt hatte. Die Zinssenkung hat nun einen steten Abwärtstrend des JPY zur Folge.
In der anstehenden Woche werden auch aus der japanischen Wirtschaft nur wenige Veröffentlichungen erwartet. Demnach könnte es für JPY-Anleger wichtig werden, die Entscheidung der EZB zum Leitzins im Auge zu behalten. Diese könnte die Tendenzen des JPY in der anstehenden Woche vorläufig bestimmen sowie die Richtung für den JPY-Kurs zum EUR angeben, die zinsbullische ausfallen könnte. Sobald Anleger im Zuge ihrer Carry Trades beginnen werden, JPY in USD umzutauschen und anzulegen, anstatt in eine wackelige europäische Wirtschaft zu investieren, könnte sich für den USD ein erneuter Aufwärtstrend einstellen.

Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Dieses Paar unterlag in den vergangenen Tagen Kursschwankungen und wird mittlerweile um die 1.28-Marke gehandelt. Allerdings verengen sich die Bollinger Bands auf der Stunden-Chart, was darauf hindeutet, dass eine starke Preisbewegung bevorsteht. Anleger sollten zunächst auf einen Durchbruch warten, bevor sie sich dem Trend anschließen.

GBP/USD
Allen Anzeichen auf der 4-Stunden-Chart zufolge bewegt sich dieses Paar nach wie vor auf neutralem Territorium, ohne erkennbare Tendenzen. Auch hier verengen sich die Bollinger Bands auf der Stunden-Chart. Ein Durchbruch sollte zunächst abgewartet werden.

USD/JPY
Dieses Paar unterliegt bereits seit einer Weile hohen Kursschwankungen, ohne erkennbare Ausrichtung. Der Slow Stochastic der Tages-Chart gibt gemischte Signale aus. Auch die Oszillatoren der 4-Stunden-Chart lassen eine eindeutige Tendenz nicht erkennen. Eine gute Strategie für heute könnte lauten: Warten Sie deutlichere Signale auf der Stunden-Chart ab.

USD/CHF
Seitdem hier die 1,1200-Marke erreicht wurde, hat sich für dieses Paar ein äußerst starker Aufwärtstrend ergeben. Aktuell wird USD/CHF bei 1,1500 gehandelt. Die Stunden-Chart gibt ausschließlich zinsbullische Signale aus, was ein Zeichen dafür sein kann, das eine erneute Aufwärtsbewegung bevorsteht. Auch die Stunden-Chart bestätigt diese Tendenz. Hier könnte Kaufen die richtige Strategie sein.

Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard

 

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