2008-11-06
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Nach Ende der US-Präsidentschaftswahl richten Anleger ihr Augenmerk auf die Eurozone
Die US-amerikanische Währung konnte gestern endlich wieder Boden gegenüber dem EUR gutmachen, nachdem der Dollar in den vergangenen zwei Tagen stark gefallen war. Der USD wurde von Barack Obamas entscheidendem Sieg gestützt, der den Anlegern tatsächlich verstärkt Zuversicht in den Dollar verleihen könnte. Nach dem Ende des US-Wahlkampfes beginnen Investoren sich nun wieder in Richtung Europa zu orientieren. Sowohl die Europäische als auch Englands Zentralbank treffen heute ihre Entscheidung zu einer bevorstehenden Leitzinssenkung.
Anleger gehen davon aus, dass die EZB ihren Zinssatz senken wird und die Steuerung der Zinsen als Maßnahme zur Bekämpfung der aktuellen Wirtschaftsverlangsamung einsetzt. Bereits seit einigen Monaten ist die Wirtschaftsaktivität in Europa dramatische rückläufig. Die Politik der Leitzinsregulierung soll sich bis Mitte nächsten Jahres fortsetzen, was voraussichtlich zu einem weiteren Wertzuwachs des US-Dollar führen wird. Obamas Sieg hat die Erwartungen der Anleger geweckt: Sie glauben fest daran, dass die USA in Zukunft unerschrockene wirtschaftspolitische Maßnahmen erfahren werden, die den Dollar gegenüber seinen Währungskontrahenten fördern werden.
Der zukünftige Präsident hat bereits ein zweites Finanzpaket befürwortet, das die US-Wirtschaft weiter ankurbeln soll. Vor ca. drei Wochen hatte der Demokrat Barack Obama eine Erhöhung des Rettungspakets für die strauchelnde amerikanische Mittelklasse von $115 Mrd. auf $175 Mrd. vorgeschlagen. Dieser Vorschlag galt als Schritt zum Vertrauensaufbau und zur Linderung der Konsequenzen der vorherrschenden Finanzkrise. Obamas Sieg wird das Vertrauen in die US-Wirtschaft und die Vermögenswerte voraussichtlich stärken, was die US-amerikanische Währung weiter stützen wird.
In den kommenden Tagen wird der USD seinen Aufwärtstrend wahrscheinlich fortsetzen. Dieser Tendenz könnte sich insbesondere dann einstellen, sollte die neue Regierung, wie angekündigt, eine starke Währungspolitik verfolgen, um den dringend benötigten Kapitalfluss herbeizuführen.
EUR – Leitzinssenkung für heute erwartet – wird der EUR weiter sinken?
Die Währung der Eurozone könnte, angesichts der erwarteten Leitzinssenkung heute durch die Europäische Zentralbank (EZB), einem weiteren Wertverlust zum US-Dollar entgegen sehen. Dabei ist von einer Reduzierung um einen halben Prozentpunkt auf 3,25% die Rede. Dies wäre die zweite Senkung innerhalb eines Monats. Der EUR verschlechtert sich mittlerweile weiterhin, nachdem er allein gestern um 0,2% gefallen war. Die EZB wird ihre Entscheidung zum Leitzins um 12:30 MGZ in Frankfurt bekannt geben. Im Anschluss wird EZB-Präsident Jean-Claude Trichet, 45 Minuten nach offizieller Bekanntgabe, eine Pressekonferenz abhalten.
Bereits im vergangenen Monat hatte die EZB in einer gemeinschaftlichen Maßnahme mit den Zentralbanken der USA, Großbritanniens, Kanadas sowie der Schweiz ihren Leitzins auf 3,75% herabgesetzt, um eine Stabilisierung der globalen Wirtschaft zu erreichen. Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) fordert ein Frühwarnsystem vor Finanzkrisen und einheitliche internationale Standards. Demzufolge beabsichtigt die EZB heute ihren Leitzins erneut zu senken, während andere Nationen eine Strategie staatlich gestützter Investitionsprogramme verfolgen. Mit der Senkung des Leitzinses versucht die EZB das Anlegervertrauen wiederzugewinnen und die Auswirkungen der aktuellen Finanzkrise zu lindern.
Die EZB ist derzeit die einzige europäische Einrichtung, die innerhalb Europas versucht, finanzielle Stabilität zu garantieren. Auch in Großbritannien drängte die Regierung am Dienstag auf eine Senkung des Leitzinses. Die Bank of England plant eine Reduzierung um 75 Basispunkte bis zum Ende der Handelswoche. Im vergangenen Monat hatte diese ihren Zinssatz bereits um 50 Basispunkte gesenkt.
Großbritanniens Wirtschaft war im dritten Quartal zum ersten Mal in 16 Jahren rückläufig. Experten erwarten einen weiteren Rückgang auch für das vierte Quartal mit Steuerkurs auf Rezession. Eine Leitzinssenkung größeren Umfangs könnte somit vorteilhaft für den Pfund Sterling sein. Seit drei Tagen bereits verliert die UK-Währung deutlich gegen den EUR. Zwei Tage infolge konnte sie jedoch Gewinne gegenüber dem Dollar verbuchen. Leichte Verluste erfuhr der GBP gegenüber dem Dollar kurz nach Bekanntgabe einer rückläufigen Entwicklung im UK-Dienstleistungssektor. In den kommenden Tagen könnte sich der Britische Pfund bei 78,50 Pence pro EUR konsolidieren. Mit der bevorstehenden Leitzinssenkung könnte die Bank of England einen großen Teil zur Abwendung einer drohenden Rezession innerhalb der Eurozone beitragen.
JPY – Yen legt zu trotz globaler Wirtschaftsschwäche
Der JPY hat sich mittlerweile gegenüber den Hauptwährungen stabilisiert, nachdem die von Rezessionsängsten geplagten Anleger ihre Carry Trades aufgelöst hatten. Dabei wird ein Kredit in einer Währung mit vergleichsweise niedrigem Zinsen aufgenommen und gleichzeitig in eine Währung mit höheren Zinsen investiert. Am Mittwoch stieg der Yen auch zum US-Dollar. Ein neu geweckter Appetit der Investoren auf Carry-Trades veranlasste die Anleger die Differenz der Zinsen zwischen den USA und Japan zu nutzen. Sie verschuldeten sich in japanischen Yen und legen das Geld in höherverzinslichen Dollarbeständen an.
Seitdem sich die Aktienmärkte nach den hohen Kursschwankungen im Oktober stabilisierten, richten Investoren ihr Augenmerk erneut auf die Wirtschaftsindikatoren der jeweiligen Nationen. Diese geben derzeit weltweit schlechte Zahlen aus. Anleger erwarten heute hoffnungsvoll die Entscheidungen der EZB und der Bank of England zum ihrem Leitzins. Die Bank of Japan (BoJ) hatte im vergangenen Monat davor gewarnt, dass der globale Konjunkturausblick sich verschlechtere und sich verstärkt Unsicherheit auf den Finanzmärkten verbreite.
Japans Währung kletterte mittlerweile auf 97,77 pro USD, nachdem sie gestern bei 99,58 schloss. Auch zum EUR verbesserte der Yen seinen Wert von 126,30 auf 128,14.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Auf der Tages-Chart ist zu erkennen, dass dieses Paar nach wie vor innerhalb einer sich ausdehnenden rückläufigen Handelsspanne schwankt. Bislang konnte kein Durchbruch erzielt werden. Die negative Neigung des Slow Stochastic auf der Tages-Chart deutet auf eine Fortsetzung des Abwärtstrends innerhalb der Spanne hin. Hier könnte es richtig sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.
GBP/USD
Dieses Paar befindet sich inmitten einer sich verengenden zinsbullischen Handelsspanne und bewegt sich langsam auf deren oberen Grenzbereich zu. Die Stunden-Chart gibt gemischte Signale aus. Ihr RSI schwankt überwiegend im neutralen Bereich. Der Slow Stochastic der 4-Stunden-Chart zeigt jedoch ein starkes Abwärtsmomentum, während der RSI bestätigt, dass es tatsächlich abwärts geht. Alle Indikatoren deuten auf weitere Abwärtstendenzen hin. Die bevorzugte Strategie für heute könnte lauten: Bei Tiefständen zu kaufen.
USD/JPY
Auf der Stunden-Chart zeichnen sich hohe Kursschwankungen ab. Dabei wird eine eindeutige Tendenz nicht erkennbar. Dennoch verengen sich die Bollinger Bands auf der 4-Stunden-Chart. Dies könnte bedeuten, dass sich die Volatilität verstärkt. Ein rückläufiges Kreuz des Slow Stochastic auf der Tages-Chart weist darauf hin, dass die 95-Marke demnächst erprobt werden könnte. Sollte diese Level durchbrochen werden, ist es eventuell von Vorteil, bei diesem Trend einzusteigen.
USD/CHF
Dieses Paar unterlag in den vergangenen Wochen hohen Kursschwankungen und scheint unbeständig zu bleiben. Die Bollinger Bands auf der 4-Stunden-Chart erweitern sich, während der RSI auf neutralem Territorium bleibt. Forex-Anleger sollten deutlichere Signale abwarten, bevor sie diesem Markt beitreten.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


