2008-11-11
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Chinas Konjunkturpaket stärkt US-Dollar
Der Dollar konnte gestern zum EUR einen Gewinnzuwachs verzeichnen, nachdem die amerikanische Währung zunächst an der New Yorker Börse auf ein Tagestief von $1,2925 gefallen war. Der US-Dollar gewann zuvor entstandene Verluste zurück und schloss bei 1,2737, nachdem die erste Begeisterung bezüglich des Konjunkturpakets der chinesischen Regierung nachgelassen hatte. Die chinesische Regierung gab am Sonntag die Verabschiedung eines gewaltigen Konjunkturprogramms von fast 600 Milliarden bekannt. Die Börsen reagierten vielerorts anfangs positiv auf das Milliardenpaket, was die die Risikobereitschaft der Anleger steigerte. Als Ergebnis dessen konnte der Dollar deutlich an Boden gegen den EUR gutmachen.
Dennoch könnte Chinas Plan nicht ausreichen, die globale Rezession abzuwenden. Experten zufolge sei Chinas Finanzplan zwar ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch nicht kraftvoll genug, um die Lage der globalen Wirtschaft unmittelbar zu retten. Das Programm soll in erster Linie die Binnenkonjunktur stärken, um zurückgehende Exporte auszugleichen und seinen Bürgern die Chance auf mehr Einkommen und Konsum ermöglichen. Auch der Wiederaufbau der Provinz Sichuan nach dem Erdbeben stehe an erster Stelle. Wie auch viele andere Nationen einschließlich den USA, Japan, Deutschland und Großbritannien, bessert nun auch China seine geldwirtschaftliche Lage mit Hilfe finanzpolitischer Schritte auf.
Einige Analysten sehen den USD als einzigen Nutznießer des chinesischen Rettungspakets. Da China jedoch im Allgemeinen als eine der Triebfedern für globales Wirtschaftswachstum gilt, könnte das chinesische Konjunkturpaket zu einer Besserung der Marktstimmung führen. Zunächst wird allerdings abzuwarten sein, in wie weit dieser Plan durchgeführt wird, in welche Bereiche die zusätzlichen Ausgaben fließen und ob letzten Endes die erfolgten Maßnahmen eine Verbesserung des quartalsmäßigen Wachstums bewirken können. Ein Großteil der Anleger teilt nach wie vor die Meinung, das China drastischere Maßnahmen im Kampf gegen die Wirtschaftskrise ergreifen müsste. Das am Wochenende verkündete Konjunkturprogramm der chinesischen Regierung konnte die Gemüter nicht vollständig beruhigen. Auf den Märkten spiegelt sich nach wie vor Nervosität und anhaltende Rezessionsangst wider.
Aufgrund nationaler Feiertage bleiben die Banken in den USA, Kanada und Frankreich heute geschlossen. Folglich könnten sich hohe Preisschwankungen oder extrem geringe Marktaktivitäten ergeben. Die großen Banken bilden einen der wichtigen Faktoren, der die Währungsmärkte in Bewegung setzen. Anleger könnten sich die erhöhte Volatilität am heutigen Handelstag zu Nutze machen, sollte diese Entwicklung eintreten.
EUR – EUR gibt Zugewinne an USD wieder ab
Gestern stieg der EUR in seinem Wert um rund 1,4% zum Dollar auf ein Tageshoch von $1,2925. Bis Handelsschluss verlor Europas Währung jedoch über 150 Punkte. Auch der GBP gewann zum USD im Laufe des Tages und kletterte um 0,8% bis auf 1,5870. Zu Handelsschluss verlor dieser, ähnlich wie der EUR, 169 Punkte. Einige der Hauptwährungen gaben stark nach, als China, eine der Nationen, die einen Großteil zum weltweiten Wirtschaftswachstum beiträgt, sein $600 Mrd. schweres Konjunkturpaket zur Ankurbelung der landeseigenen Wirtschaft bekannt gab.
In den vergangenen Monaten hatten viele Nationen ihren Leitzins drastisch gesenkt, um sich vor den Konsequenzen der vorherrschenden globalen Wirtschaftkrise zu schützen. In der letzten Woche hatte die Bank of England (BoE) erst die Märkte mit ihrer Leitzinssenkung auf 3,0% geschockt , währen die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins um 0,5% auf 3,25% herabsetzte. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet erklärte gestern in einer Pressekonferenz, dass ein Nachlassen des Inflationsdrucks eines Landes, den jeweiligen Notenbanken ermögliche, mithilfe von Zinssenkungen den Konjunkturabschwung zu bekämpfen.
Heute werden die ZEW-Konjunkturerwartungen für November veröffentlicht. Der Bericht wird voraussichtlich einen Rückgang der Erwartungen von Analysten und deutschen Investoren verdeutlichen, was auf eine insgesamt rückläufige Entwicklung in Europa schließen lässt. Vor diesem Hintergrund sind weitere Zinssenkungen durch die EZB denkbar.
Momentan bleibt die Lage an den Währungsmärkten angespannt. Die anhaltende Rezessionsangst weitet sich aus und die Risikobereitschaft der Anleger ist derzeit auf ein Minimum reduziert. Das Kurspaar EUR/USD könnte seine vorläufige Korrigierung demnach schon in Kürze mit einem Kursrückgang beenden.
JPY – JPY nach rückläufigen Carry Trades wieder auf aufsteigendem Ast
Japans Währung konnte gegenüber dem EUR einen deutlichen Gewinnzuwachs verzeichnen. Jüngst hatten Anleger ihre Carry Trades reduziert, bei denen sie eine Währung mit relativ niedrigem Zinssatz auswählen und auf diese einen Kredit aufnehmen. Das Kreditgeld wird jedoch in ein anderes Währungsvehikel, das hohe Zinsen bietet, investiert. Japans Leitzins liegt aktuell bei 0,3% und gilt dabei als eine der niedrigsten Zinsraten weltweit.
Der Yen konnte auch gegen den Dollar Boden gutmachen, nachdem die asiatischen Aktienmärkte aus Sorge um geschmälerte Unternehmensgewinne, die sich im Zuge einer drohenden Rezession ergeben könnten, stürzten. Der Yen notierte zum Dollar von zuvor 97,78 bei 98,00. Die Stimmung an den Märkten scheint derzeit zugunsten des Yen zu liegen. Geschwächte Aktienmärkte bewirken eine Umkehr des Anlegerverhaltens in Bezug auf risikoreiche Anlagen, was den JPY wiederum stützt. Der EUR ist derzeit anfällig, da der Konjunkturausblick in Richtung weitere Leitzinssenkungen weist. Experten prognostizieren, dass der Yen noch im heutigen Börsengang bis auf die 97,30-Marke pro Dollar klettern und bei 124,20 zum EUR gehandelt werden könnte.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Auf de Tages-Chart ist zu erkennen, dass dieses Paar nach wie vor innerhalb einer sich erweiternden rückläufigen Handelsspanne bewegt. Bislang konnte kein Durchbruch erzielt werden. Die negative Neigung des Slow Stochastic auf der Tages-Chart deutet auf eine Fortsetzung des Abwärtstrends innerhalb der Spanne. Hier könnte es richtig sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.
GBP/USD
Auf der Tages-Chart ist eine Konsolidierung um die1,5650-Marke zu erkennen, jedoch ohne deutliche Preisausrichtung. Die 4-Stunden-Chart gibt gemischte Signale aus. Auf der Tages-Chart schwankt das Paar überwiegend im neutralen Bereich. Anleger sollten deutlichere Signale abwarten, bevor sie diesem Markt beitreten.
USD/JPY
Auf der Tages-Chart bildet sich eine eindeutig zinsbullische Handelsspanne heraus, in deren Mitte das Paar mittlerweile schwankt. Slow Stochastic und RSI der Tages-Chart weisen eine zinsbullische Tendenz aus. Eine Korrigierung ist dabei nicht in Sicht. Der nächste Richtpreis könnte demnach bei 102,00 liegen.
USD/CHF
Nach einer äußerst langen Phase hoher Kursschwankungen ohne jegliche Ausrichtung, konnte dieses Kurspaar einen zinsbullischen Durchbruch verzeichnen. Der Slow Stochastic der Tages-Chart bestätigt dieses Aufwärtsmomentum. Für Anleger könnte es richtig sein, sich bei USD/CHF heute auf die Kaufseite schlagen.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


