2008-11-20
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – USD erholt sich nach Verlusten und profitiert von Kursrutsch
Während des gestrigen Börsengang erlebte der USD einen bewegten Handel gegenüber den Hauptwährungen angesichts der stürzenden Börsen weltweit. Hohe Verluste an der Wall Street erreichten ein neues Rekordtief seit 2003. Dabei zeichnete die Unsicherheit über eine Rettung der großen US-Automobilkonzerne für den freien Fall der US-Börsen verantwortlich.
Der USD erholte sich im weiteren Handelsverlauf und konnte Boden gegen den EUR gutmachen. Nachdem die amerikansiche Währung noch gestern Morgen bei 1,2813 gehandelt wurde, notiert sie aktuell bei 1,2500. Zum JPY hatte der USD herbe Verluste einzustecken.
Die US-Verbraucherpreise sind im Oktober mit Rekordgeschwindigkeit von 0,1% auf -0,1% gesunken. Im Vormonat hatten die Preise noch stagniert. Der starke Rückgang der Verbraucherpreise stellt eine Gefahr für die Unternehmensgewinne dar.
Laut Experten belasten neben der anhaltenden Nervosität über das Schicksal der großen Automobilkonzerne auch aktuelle Konjunkturdaten die Stimmung. Wie aus den lezten Protokollen des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed hervorgeht, rechnen die Mitglieder mit einer deutlichen Abkühlung der US-Wirtschaft, die nach Einschätzung der Notenbanker ein Jahr lang andauern wird. Deflation gilt vielerseits als Gefahr für eine intakt funktionierende Wirtschaft. Der sich daraus ergebende Preisrückgang veranlasst Verbraucher sowie Unternehemen dazu, ihre Investitionen zurückzuhalten, was die Wirtschaftsaktivität umso stärker lähmt. Darüber hinaus wies die US-Notenbank darauf hin, dass weitere Leitzinssenkungen nötig wären, um zusätzliche Schäden an der ohnehin bereis schwächelnden Wirtschaft zu verhindern.
EUR – Experten erwarten EUR weiterhin auf dem Abwärtstrend
Der EUR verzeichnete gestern schwere Verluste gegenüber seinen Währungskontrahenten. Nachdem auch die europäischen Aktienmärkte stüzten, setzte Europas Hauptwährung ihre Abwärtstendenzen fort. Am frühen Morgenhandel stieg der EUR zunächst angesicht negativer Wirtschaftsdaten aus den USA bis auf ein Tageshoch gegen den USD an. Dieser fiel dabei bis auf die 1,2800-Marke. Im weiteren Tagesverlauf kehrte sich dieser Trend schnell um, nachdem sich auch die US-Märkte auf eine Talfahrt begeben hatten und sich bei den Marktteilnehmern die Angst vor einem anhaltenden Rezessionsabschwung weltweit verstärkte.
Zum JPY verlor der EUR über 500 Punkte und erreichte dabei einen Tiefstand bei 119,21. Auschlagebender Auslöser für diese Entwicklungen waren insgesamt die europäischen Aktienmärkte, die bei einem Verlust von 4% schlossen, während sich die asiatischen sowie amerikanischen Märkte entgegengesetzt verhielten. Darüber hinaus waren der Bankensenktor und Sicherheitsfirmen, die mit Rohstoffen handeln, unmittelbar betroffen. Erneut wenden sich Anleger von Investitionen in Rohstoffe wie Rohöl ab, da sie ihr Vertrauen in eine rasche Verbesserung des Konjunkturausblicks verloren haben.
Gestern blieb der EUR vom Wirtschaftskalender abwesent. Für heute wird ein Indikator von Bedeutung erwartet: der deutsche Erzeugerpreisindex. Dieser misst die durchschnittliche Veränderungen der Verkaufspreise der heimischen Hersteller für ihre Produktion. Experten erwarten eine Verschlechterung zum Ergebnis im Vormonat. Anleger sollten auch die Tendenzen des GBP sowie JPY im Auge behalten, die heute ihren Einfluss auf die Kursschwankungen des EUR nehmen werden.
JPY – Auflösung von Carry Trades stärkt JPY
Japans Währung konnte sich gestern erholen und Boden gegen den USD und EUR gutmachen. Die gestrigen Daten aus den USA lieferten keinen Anreiz USD zu erwerben, sondern veranlassten die Anleger im Gegenteil dazu, bei einer derzeit überproportional auftretenden Risikoaversion, den japanischen Yen als “sicherer Hafen” zu bevorzugen.
Der äußerst niedrige Leitzins Japans stützt den JPY dabei, seinen Wert zu stabilisieren. Im Zuge der Auflösung von Carry-Trades gerät das Kurspaar USD/JPY unter Druck und wird aktuell bei 95,25 gehandelt.
Das japanische Finanzministerium in Tokio gab am Donnerstag bekannt, dass die japanische Handelsbilanz im Oktober bei einem Defizit von 63,9 Mrd. Yen schloss. Experten befürchten einen anhaltenden Rückgang im Exportbereich für den Monat Oktober, der Japans Wirtschaft noch tiefer in die Rezession bringen könnte. In Japan sinken die Exporte momentan so stark wie schon lange nicht mehr. Damit musste die als Hauptbestandteil für die japanische Wirtschaft geltende Exportwirtschaft infolge der internationalen Finanzkrise den stärksten Rückgang seit fast 26 Jahren hinnehmen.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Dieses Paar schwankt weiterhin ohne Ausrichtung innerhalb einer äußerst breiten Handelsspanne. Dennoch ist eine eindeutig rückläufige Sspanne auf der 4-Stunden-Chart zu erkennen, in deren unteren Bereich sich EUR/USD mittlerweile bewegt. Der Slow Stochastic der 4-Stunden-Chart ist negativ geneigt und deutet auf ein Fortdauern der Abwärtstendenz hin. Eine Überwindung der 1,2400-Marke könnte den nächsten Richtpreis bei 1,2300 festlegen.
GBP/USD
Auf der Tages-Chart ist zu erkennen, dass der Abwärtstrend dieses Paares noch nicht beendet ist. Der Slow Stochastic der 4-Stunden-Chart ist auch hier negativ geneigt und bestätigt, dass sich der Abwärtstrend höchstwahrscheinlich fortsetzen wird. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen, könnte eine gute Entscheidung für heute sein.
USD/JPY
Das Momentum, was sich nach dem Durchbruch der engen Handelsspanne auf der 4-Stunden-Chart eingestellt hat, setzt sich in vollem Umfang fort. Auf der Tages-Chart ist eine Abwärtstendenz zu erkennen, während sich das Paar auf der Stunden-Chart bereit im “überkauften” Bereich bewegt. Bei Höchstständen zu verkaufen, könnte heute die richtige Strategie sein.
USD/CHF
Die gemäßigt zinsbullische Preisentwicklung innerhalb der aufwärts gerichteten Handelsspanne auf der Tage-Chart setzt sich fort. Ein Durchbruch ist hier noch nicht erfolgt. Auch die 4-Stunden-Chart bestätigt diesen Trend. Ihr Slow Stochastic ist abwärts gerichtet und deutet auf ein Anhalten des Abwärtsmomentums hin. Der nächste Richtwert könnte bei 1,2200 liegen. Für heute könnte Kaufen die bevorzugte Strategie sein.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


