2008-11-21
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Dollar steigt trotz Anstieg der Arbeitslosenanträge
Der amerikanische US-Dollar kann seinen Aufwärtstrend momentan aufrechterhalten. Während der schwerste Konjunkturabschwung seit der Weltwirtschaftskrise die Märkte schwächt, verlagern Investoren ihre Termingeschäfte auf „sichere” US-Bundesanleihen. Der Dollar konnte gegenüber gewinnträchtigen Währungen gestern an Boden gewinnen, verlor jedoch gegen den japanischen Yen, nachdem ein Anstieg der US-Arbeitslosenanträge die Anleger verunsicherte. Dieser Rekordanstieg der US-Arbeitslosenzahlen signalisiert weitere Schwierigkeiten für den Arbeitsmarkt. Bislang gingen im Jahr 2008 in den USA über 1 Mio. Arbeitsplätze verloren. Der Bericht der Erstansprüche auf Arbeitslosenunterstützung verdeutlichte, dass die Zahl der gestellten Anträge in der vergangenen Woche bis auf 542.000 geklettert ist, was jegliche Erwartungen übertraf.
Insgesamt stieg der Dollar gegenüber den meisten Hauptwährungen in seinem Wert an. Investoren verlagern ihre Anlagen, wie beschrieben, von Rohstoffen, Aktien und gewinnbringenden Währungen derzeit auf anscheinend „sichere” US-Bundesanleihen oder japanische Yen, die mit niedrigen Zinsen aufgenommen werden, um diese anschließend in eine höher verzinste Währung zu investieren. Nach der Veröffentlichung der enttäuschenden Arbeitslosenzahlen war somit der JPY die einzige Währung, die dem Dollar standhalten konnte. Experten sagen eine Fortsetzung dieses Trends zugunsten des Yen voraus. Gestern verlor der USD 0,9% gegen den JPY und notierte bei 95,01 zum Yen, während er bei $1,2514 zum EUR schloss.
Mittlerweile haben einige Marktteilnehmer Bedenken, dass die anhaltende US-Rezession ihren Einfluss auf die Märkte nehmen wird. Investoren zeigen sich nach wie vor besorgt um die ums Überleben kämpfende US-Automobilindustrie und den US-Finanzriesen Citigroup, deren Aktie am Donnerstag um gut 26% auf ein 14-Jahrestief eingebrochen war. Die US-Autokonzerne können vorerst auf keine staatliche Hilfe hoffen. Noch am Vorabend hatte der US-Regierung zwar eine Einigung auf ein Rettungspaket in Höhe von $25 Mrd. abgezeichnet, die jedoch vorläufig im Kongress gescheitert ist. Einem Bericht der US-Notenbank zufolge soll die US-Wirtschaftsaktivität in der zweiten Jahreshälfte 2008 sowie in den ersten sechs Monaten des Jahres 2009 um 1% schrumpfen, was die Aussichten auf weitere Leitzinssenkungen wiederum steigert.
Dennoch scheint die Situation sowohl in Europa als auch in Asien schlimmer zu sein. Die großen Zentralbanken haben ihre Zinsrate in den vergangenen Monaten drastische gesenkt, um die Wirtschaftsaktivität ihrer Länder anzukurbeln. Wirtschaftsdaten zufolge gehen Experten davon aus, dass Japan und die Eurozone bereits im dritten Quartal in eine Rezession eingetreten sind. Nach neuesten Schätzungen, könnte sich der Aufwärtstrend des US-Dollar gegenüber den Hauptwährungen, mit Ausnahme des Yen, in Zukunft fortsetzen.
EUR – EUR verliert gegen Dollar und Yen
Trotz extremer Maßnahmen, wie deutliche Leitzinssenkungen und Rettungspakete, die von den europäischen Regierungen jüngst vorgenommen wurden, bewegt sich die Eurozone weiterhin auf eine tiefe Depression zu. Der EUR rutschte um 0,5% und schloss zum Dollar bei $1,2458. Die Wirtschaftsaktivität der Eurozone war bereits im dritten Quartal stark geschrumpft und bestätigt die Annahme, dass sich auch bis Jahresbeginn 2009 kein Wachstum einstellen wird. Bei der sich drastisch verringernden Inflationsrate kann davon ausgegangen werden, dass die Europäische Zentralbank eine erneute Senkung ihres Leitzinses bei derzeit 3,25% durchsetzen wird. Experten sagen eine Reduzierung von weiteren 50 Basispunkten im Monat Dezember voraus, wie bereits auch im Oktober und November vorgenommen.
Großbritanniens Währung verlor in dieser Woche heftig gegen den EUR. Laut Statistischem Bundesamt verringerten sich die Termingeschäfte im letzten Monat um 0,1%. Die Bank of England kündigte gestern weitere Leitzinssenkungen an. Zuvor hatte das Vereinigte Königreich seinen Leitzins um 1,5% gesenkt, was den niedrigsten Satz seit 1955 darstellte. Um 17:13 Uhr, Ortszeit London, fiel der Britische Pfund gestern von eingangs $1,4952 auf $1,4771. Angesichts der sich verschlechternden Konjunkturaussichten, könnte der GBP in den nächsten Tagen die $1,45-Marke erreichen. Darüber hinaus fiel der Pfund am späten Donnerstag Nachmittag um 1% gegen den Yen.
Sowohl für den EUR als auch GPY bleiben die Konjunkturaussichten negativ. Während die Währung der Eurozone sich weiterhin auf dem absteigenden Ast befindet und zunehmend gegen Hauptwährungen wie US-Dollar und japanischen Yen verliert, nimmt die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Leitzinssenkung durch die EZB zu. In der Zwischenzeit scheint der Dollar die bevorzugte Währung im Vergleich zum EUR zu bleiben. Investoren haben im Oktober rund $40 Mrd. von Hedgefonds abgezogen. Damit musste die Branche ein Abbröckeln ihrer Kapitalbasis in Rekordhöhe verkraften. Bis zum Jahresende wird noch mit massiven Mittelabflüssen gerechnet. In diesem Jahr mussten bereits einige Fonds schließen. Marktbeobachter rechnen damit, dass sich die Zahl der Hedgefonds auf rund 5.000 halbieren wird.
JPY – JPY gewinnt gegen Hauptwährungen
Wieder einmal kann der JYP Boden gegen den USD und EUR gutmachen, nachdem Spekulationen um einen erneuten Sturz and den globalen Aktienmärkten Anleger dazu veranlasste, in japanischen Yen zu investieren. Auch gegen den Neuseeländischen Dollar und den Britischen Pfund steigerte des Yen seinen Wert. Investoren lösten ihre Carry Trades weiter auf, nachdem die US-Regierung die Durchsetzung eines Rettungspakets für die strauchelnde US-Automobilindustrie verfehlte. Darüber hinaus verhalfen die enttäuschenden Zahlen aus dem US-Arbeitsmarkt und der Produktion dem JPY zum Gewinnzuwachs. Zu später Handelsstunde in New York wurde der Yen bei $94,16 gehandelt, nachdem er am Vortag noch bei $93,69 notierte. Zum EUR lag der JPY bei 116,68.
Vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Finanzkrise stehen die Chancen auf einen sich fortsetzenden zinsbullischen Trend des JPY sowie des USD gegenüber den Hauptwährungen gut. Risikoträchtige Anlagen bleiben unter Druck, solange Rezessionsängste die Stimmung an den Märkten bestimmen. In der Zwischenzeit bleibt Japans Leitzins auf dem niedrigsten Level weltweit, was Anleger dazu veranlasst vermehrt in Yen zu investieren. Diesen Vorteil nutzen die Marktteilnehmer im Carry Trades-Handel, bei dem sie einen Kredit in einer Währung mit vergleichsweise niedrigen Zinsen aufnehmen, um das so aufgenommene Geld wiederum in einer Währung mit vergleichsweise hohen Zinsen zu investieren. Japans Referenzzinssatz liegt im Vergleich zu Neuseeland (6,5%) und Großbritannien (3%) bei 0,3%. Angesichts der vorherrschenden Risikoaversion und der vermehrten Auflösung von Carry Trades ist es wahrscheinlich, dass sich der Aufwärtstrend des JPY gegenüber einem Großteil der Hauptwährungen fortsetzen wird.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Dieses Paar schwankt nach wie vor innerhalb eines begrenzten Preisniveaus und wird nun um die 1,2500 -Marke gehandelt. Dennoch deutet eine Double Doji-Anordnung auf der Tages-Chart auf eine deutliche Preisbewegung hin, die abwärts gerichtet sein wird. Ein Durchbruch sollte zunächst abgewartet werden.
GBP/USD
Dieses Paar wird bereits seit einigen Tagen um die 1,4900 gehandelt, ohne einen bedeutenden Durchbruch zu verzeichnen. Das rückläufige Kreuz des Slow Stochastic auf der Tages-Chart könnte bedeuten, dass sich ein Abwärtstrend einstellt. Verkaufen könnte die richtige Entscheidung für heute sein.
USD/JPY
Dieses Paar gibt weiterhin überwiegend rückläufige Signale aus und wird mittlerweile um die 95,00-Marke gehandelt. Auf der Tages-Chart ist zu erkennen, dass der aktuelle Preis bis unter den unteren Bereich der Bollinger Bands gefallen ist. Dies könnte bedeuten, dass ein erneuter Abwärtstrend ein weiteres Mal bevorsteht. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen, könnte bei diesem Paar eine gute Strategie für heute sein.
USD/CHF
Auf der 4-Stunden- sowie Tages-Chart bildet sich eine deutlich zinsbullische Handelsspanne heraus. Alle Oszillatoren auf beiden Charts sind aufwärts gerichtet und deuten auf eine zinsbullische Tendenz hin. Verkaufen könnte heute richtig sein.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


