2009-11-16
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Dollar setzt Talfahrt aufgrund enttäuschender US-Daten fort
Die USD-Schwäche hielt in der vergangenen Handelswoche weiter an. Dabei erweiterte die amerikanische Währung ihren langsamen jedoch kontinuierlichen Abwärtstrend gegen den EUR. Das Währungspaar EUR/USD erreichte erneut die Marke von 1,50. Auch dem JPY und GBP gegenüber ergaben sich für den USD deutliche Abwärtstendenzen.
Hauptursache für den USD-Kursabfall schienen enttäuschende US-Wirtschaftsdaten zu sein. Die aktuelle US-Handelsbilanz, die die Differenz zwischen Export und Import von Waren und Dienstleistungen im Monat September ausgab, ging zwar auf -$36,5 Mrd. zurück, lag dabei jedoch unter dem erwarteten Rückgang auf -$31,8 Mrd. Dies hatte seine positiven und negativen Interpretationen. Einerseits konsumieren die US-Bürger mehr und die US-Wirtschaft scheint sich demnach zu erholen. Andererseits bewegen sich die US-Exportzahlen noch weit unter dem Level, dass vor der Rezessionsphase erreicht wurde. Die Anleger konzentrierten sich allem Anschein nach auf die negative Sicht der Veröffentlichung.
Des Weiteren wurde in der vergangenen Woche der vorläufige Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan für die USA im Monat November bei 66 ausgegeben. Dies war das schlechteste Ergebnis in 4 Monaten. Die Prognosen lagen bei 71,1. Ein Zeichen dafür, dass die US-Verbraucher es nach wie vor bevorzugen, ihr Geld nicht auszugeben. Mit anderen Worten, die US-Bürger haben ihr Vertrauen in die US-Wirtschaft und in finanzielle Sicherheit bislang nicht wieder gefunden.
In der kommenden Woche stehen wieder viele interessante Veröffentlichungen auf der US-Wirtschaftsagenda. Händler sollten ihr Augenmerk auf den Bericht der Einzelhandelsumsätze, den Erzeugerpreisindex, den Verbraucherpreisindex, die US-Baugenehmigungen sowie die wöchentlichen Arbeitslosenerstanträge richten. Heute gilt besondere Aufmerksamkeit der für 18:15 Uhr angesetzten Rede zu den Wirtschaftsaussichten von US-Notenbankchef Ben Bernanke im Economic Club of New York. Insbesondere in letzter Zeit tendieren Bernankes Reden direkten Einfluss auf die Märkte zu nehmen. Händler sollten sich die daraus entstehenden Handelsmöglichkeiten zu Nutze machen.
EUR – Gemischte Ergebnisse für EUR gegenüber Hauptwährungen
In der letzten Woche ergab sich für den EUR ein volatiler Handel gegenüber den Hauptgegenwährungen. Zum US-Dollar machte der EUR Boden gut. Gegenüber Yen und Pfund Sterling wurden unterschiedliche Trends beobachtet.
Trotz schwachem US-Dollar, verzeichnete der EUR keine Kursgewinne gegenüber den übrigen Hauptwährungen. Für gewöhnlich steigt der EUR-Kurs angesichts eines rückläufigen USD. Doch in der vergangenen Woche schien dieser Grundsatz sich nicht zu gelten. Hauptgrund für diese Entwicklung waren offenbar negative Konjunkturdaten aus Deutschland. Deutschlands ZEW-Konjunkturerwartungen waren im November auf 51,1 Punkte gesunken und enttäuschten damit zum zweiten Monat in Folge. Experten hatten mit einem Rückgang auf 55,2 Punkte gerechnet. Möglicherweise bleibt das Erholungstempo in Deutschland langsamer als zuvor angenommen. Darüber hinaus stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Juli bis September um 0,7% zum Vorquartal. Trotz des kräftigen Wachstums liegt die Wirtschaftsleistung nach wie vor deutlich unter dem Vorjahresniveau. Investoren blieben unentschlossen in Bezug auf die wirtschaftliche Erholung der Eurozone. Dementsprechende Kursverluste ergaben sich für die Gemeinschaftswährung.
In dieser Woche erwartet die Marktteilnehmer eine Reihe wichtiger Wirtschaftsdaten aus der Eurozone. Die wichtigsten Indizes mit der größten Auswirkung sind: der Europäische Verbraucherpreisindex, die Europäische Leistungsbilanz und insbesondere Deutschlands Erzeugerpreisindex. Angesichts der jüngst enttäuschenden Konjunkturdaten aus der deutschen Wirtschaft, könnten negative Ergebnisse in höchstem Maße Einfluss auf den EUR-Kurs nehmen. Da der deutsche Erzeugerpreisindex entscheidend ist, sollten Anleger das Ergebnis keinesfalls aus den Augen verlieren.
JPY – In dieser Woche: Japans Entscheid zum Leitzinssatz
In der letzten Woche setzte der Yen seinen volatilen Handel gegenüber den Hauptwährungen fort. Zum Dollar wurden leichte Kursgewinne verbucht, während sich gegenüber EUR und Pfund Kursschwankungen einstellten.
Die starke Yen-Volatilität ergab sich aus einigen gemischten Konjunkturdaten der japanischen Wirtschaft. Die teilweise positiven und negativen Ergebnisse erzeugten hohe Kursschwankungen für Japans Yen und dessen Crosse. Japans Leistungsbilanz, die die Differenz zwischen Export und Import von Waren und Dienstleistungen misst, lag unter den Erwartungen von +1,53 Bill. JPY bei +1,34Bill. JPY. Da sich Japans Wirtschaft in hohem Maße auf ihre Exportaktivität stützt, bedeutete das überraschend negative Ergebnis für den Yen Kursverluste. Wiederum stieg die Kernrate der Auftragseingänge „Machinery Orders“ und ließ den Marktoptimismus der Vergangenheit wieder aufleben. Den unterschiedlichen Konjunkturdaten entsprechend, wurde eine klare Ausrichtung des Yen in der vergangenen Woche nicht deutlich.
Wichtigste Veröffentlichung aus Japan in dieser Woche sind eindeutig die Zinsentscheidungen der Bank von Japan (BoJ), die Veränderung der Overnight Call Rate, die am Freitag veröffentlicht werden. Analysten zufolge soll die Notenbank ihren Zinssatz unverändert bei 0,10% belassen, was die niedrigste Rate in der Gruppe der Industrienationen ist. Sollte die BoJ jedoch mit einer Zinsanhebung überraschen, könnte diese dem Yen neuen Aufschwung verleihen. Anleger sollten die Meldung unbedingt aufmerksam verfolgen.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Der zinsbullische Trend hat sich in den letzten zwei Tagen bei starken intakten Aufwärtstendenzen fortgesetzt. Die Charts lassen keine Anzeichen erkennen, dass der Trend nachlässt. Mittlerweile bewegt sich dieses Paar wiederholt auf die bedeutende 1,5000-Marke zu. Der EUR/USD-Aufwärtstrend könnte anhalten und möglicherweise bis zum Ende des heutigen Handelstages die Marke von 1,5070 erreichen.
USD/JPY
Für dieses Paar könnten sich heute ebenfalls zinsbullische Tendenzen ergeben. Ein zinsbullisches Cross des 4-Stunden-Slow Stochastic wird deutlich, was darauf hinweist, dass Potenzial für eine Aufwärtsbewegung besteht. Allem Anschein nach könnte die anhaltende Kursbewegung innerhalb des unteren Bereichs der Bollinger Bands auf der Tages-Chart zu einem möglichen Kursanstieg bis zum 20-Day-Average führen.
GBP/USD
Die 4-Stunden-Chart verdeutlicht aktuell mögliche Abwärtstendenzen für den heutigen Handelstag. Es ist zu erkennen, dass sich der RSI (Relative Strength Index) im „überkauften“ Bereich befindet und eine rückläufige Preisentwicklung wahrscheinlich ist. Händler sollten bei diesem Währungspaar heute vorzugsweise auf fallende Kurse setzen.
USD/CHF
Bei diesem Paar ist auf die Bollinger Bands der 4-Stunden-Chart zu achten. USD/CHF entfernt sich augenblicklich aus dem oberen Bereich der Bollinger Bands, während das Paar den 20-Day-Average bereits überschritten hat. Der nächste Richtpreis könnte im unteren Bereich der Bollinger Bands liegen. Diese Entwicklung gibt Händlern möglicherweise den Anreiz, bei diesem Paar zu verkaufen und den langfristigen Abwärtstrend weiterhin abzuwarten.


