2009-11-18
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Bernanke-Aussagen schwächen USD nur kurzfristig – ist ein Kursanstieg in Sicht?
Nach einem unbedeutenden Kursrückgang für den US-Dollar gestern, scheint die amerikanische Währung zuvor verlorenen Boden wieder gutzumachen. Die Märkte bleiben jedoch unbeständig. Im Dienstagshandel legte der Dollar überwiegend gegen EUR und JPY zu und erreichte hier die Marke von 1,4807, bzw. 89,52. Bis Handelsschluss stellte sich jedoch eine Trendwende ein und der USD verzeichnete Kursverluste gegenüber seinen Hauptgegenwährungen.
Die Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke am Montagabend überraschten viele Investoren. Dieser sprach sich für einen starken US-Dollar aus, was die europäische Gemeinschaftswährung am Dienstag unter Druck brachte und dem USD auch noch in den kommenden Tagen zugute kommen kann. Abwärtsdruck erfährt die US-Währung jedoch nach wie vor durch die plötzlich ansteigende Risikobereitschaft angesichts positiver Konjunkturdaten. Der Save-Haven-Status des US-Dollar lässt bislang nicht nach.
Angesichts des bevorstehenden US-Weihnachtsgeschäfts, werden die Umsätze im Einzelhandel bereits in der letzten Novemberhälfte sowie im Monat Dezember zu einem bedeutenden Faktor der Devisenbewertung. Händler sollten entsprechende Veröffentlichungen in den kommenden Wochen gut im Auge behalten, da diese zur sich ankündigenden Jahreszeit zur Triebkraft der Märkte werden können.
Heute erwarten Forex-Händler zwei grundlegend wichtige Berichte aus den USA, die beide um 14:30 Uhr veröffentlicht werden. Dabei handelt es sich zum einen um die US-Baugenehmigungen für Oktober, die den Status eines Teilbereichs des amerikanischen Immobiliensektors widerspiegeln sowie um die US-Verbraucherpreise für Oktober, die die Inflationsrate der Verbraucherpreise im vergangenen Monat ausgeben. Ein volatiler Handelstag steht angesichts dieser beiden Indikatoren bevor. Darüber hinaus veröffentlicht die Bank of England (BoE) in wenigen Stunden ihr Protokoll der Sitzung des geldpolitischen Rats vom 4. und 5. November.
EUR – EUR bärisch aufgrund Rückgang des Verbrauchervertrauens
Am gestrigen Handelstag ergaben sich für die europäische Währung der 16 Nationen Abwärtstendenzen, nachdem sich mittlerweile einige Notenbanker für einen starken US-Dollar ausgesprochen haben. Auch werden die Banken ihre Zinsraten voraussichtlich in naher Zukunft nicht anheben. Europas Gemeinschaftswährung bleibt unter Druck, während die Banken sich bemühen, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.
Der EUR rutschte dementsprechend bis auf 1,4807 gegen den Dollar ab. Zum Yen notierte der EUR bei 132,50. Die jüngste EUR-Schwäche kann auf die Rückkehr der Risikoaversion an den Märkten zurückgeführt werden, die sich wiederum aus dem Rückgang des Verbrauchervertrauens in der letzten Woche sowie auf die Entwicklungen in Bezug auf die Handelsbilanzen ergibt.
Die Bank of England (BoE) wird in wenigen Stunden ihr Protokoll der Sitzung des geldpolitischen Rats vom 4. und 5. November ausgeben. Das Protokoll wird voraussichtlich leicht von den Aussagen Mervyn Kings der vergangenen Woche abweichen, nach denen stabile Zinssätze angestrebt werden und eine Fortsetzung des Aufkaufprogramms für Staatsanleihen und andere Wertpapiere offen bleibt. Großbritanniens Notenbanker hatten darauf verwiesen, dass die wirtschaftliche Aktivität im Lande nach wie vor gedrückt sei und Regierung und Notenbank weitere Maßnahmen nicht ausschließen, um den Abschwung zu bekämpfen.
Im weiteren Tagesverlauf wird der Präsident der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet bei der 12. Euro Finance Week in Frankfurt eine Rede zur Integration und Regulierung der europäischen Finanz- und Versicherungsmärkte halten. Obwohl diese Veranstaltung nicht als Volatilität auslösend gilt, bleibt es abzuwarten, wie die Märkte reagieren.
JPY – JPY profitiert von steigender Risikoaversion
Größter Nutznießer der erhöhten Risikoaversion am gestrigen Handelstag war der japanische Yen. Bei einem Kurs von 132,44 zum EUR und 82,47 zum AUD zu Handelsschluss am Dienstag, ist eine weitere Aufwärtsbewegung des Yen auch am heutigen Handelstag wahrscheinlich.
Seit vergangener Woche begannen Save-Haven-Währungen wie USD und JPY wieder an Stärke zu gewinnen. Der gestärkte Yen sorgte jedoch bei Exportwerten für Kursverluste. Angesichts der näher rückenden Weihnachtssaison in Europa und den USA, stellt sich indes die Frage, ob diese JPY-Stärke anhalten wird, sobald Händler ihre Safe-Haven-Anlagen abstoßen und ihre Weihnachtseinkäufe tätigen. Dennoch werden entsprechende Kursbewegungen die wahren Marktkonditionen nicht widerspiegeln, sondern vielmehr kurzfristige Kurskorrekturen markieren.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Auf der Stunden-Chart ist zu erkennen, dass sich der RSI (Relative Strength Index) im „überkauften“ Bereich bewegt und eine rückläufige Preisentwicklung wahrscheinlich ist. Darüber hinaus verengen sich die Bollinger Bands der Chart und kündigen eine mögliche Überwindung der Handelsspanne bereits in unmittelbarer Zukunft an. Händler sollten bei diesem Währungspaar auf fallende Kurse setzen und verkaufen.
GBP/USD
Die Stunden-Chart zeigt eine Preisbewegung, die bereits im unteren Bereich der Bollinger Bands begonnen hat und sich möglicherweise bis in deren oberen Bereich vollzieht. Eine Limit-Order im oberen Preisbereich der Bollinger Bands bei 1,6835 könnte sich hierbei auszahlen. Dasselbe Preisniveau könnte ebenfalls richtig sein, um diesem Markt beim gleichen Einstiegskurs beizutreten.
USD/JPY
Auf der Stunden- und 4-Stunden-Chart verengen sich die Bollinger Bands für USD/JPY. Dies könnte ein Zeichen für einen möglichen bevorstehenden Durchbruch sein. Auf der Stunden-Chart wird deutlich, dass ein kurzfristiger Trend im oberen Bereich der Bollinger Bands entsteht, der den 20-Day-Average überschreitet. Diese Bewegung erreicht möglicherweise sogar den unteren Bereich der Bollinger Bands. Händler könnten eine Limit-Order bei 89,08 anstreben oder auf steigende Kurse bei gleichem Preisniveau setzen.
USD/CHF
Gestern zeigte sich dieses Paar zinsbullisch und erreichte die wichtige Widerstandsmarke von 1,2007. Im Anschluss setzte eine Trendwende ein. Auf der Stunden-Chart verengen sich die Bollinger Bands, was auf einen möglichen Durchbruch deutet. Die Chart gibt ihren RSI ebenfalls im „überkauften“ Bereich aus. Hier könnten sich neue Kurskorrekturen nach oben ergeben. Händler sollten bei diesem Währungspaar heute bevorzugt auf steigende Kurse setzen.


