2008-10-07
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – EUR/USD Kurspaar auf Zweijahrestief
Der USD beendete den gestrigen Börsengang bei gemischten Ergebnissen gegenüber den Hauptwährungen, während finanzielle Turbulenzen die globalen Märkte erschütterten. Für den Dollar ergab sich ein gutes Momentum, nachdem der US-Rettungsplan letztendlich von der US-Regierung bewilligt wurde. Die amerikanische Währung erreichte ein 14-monatiges Hoch gegenüber dem EUR, nachdem sie zuvor unter 1,3500 gehandelt wurde. Gegen den JPY kletterte der Dollar nahezu bis zur Schlüsselmarke von 100,00, nachdem Anleger Regierungsanleihen und weniger ertragreiche Währungen aus Angst, dass Rettungspaket sei nicht wirkungsvoll genug, um eine Rezession abzuwenden, mieden.
Gestern stürzten die Aktienmärkte auf ihre niedrigsten Kurswerte innerhalb der letzten drei Jahre. Parallelen zum “Schwarzen Montag” vor 20 Jahren zeichneten sich ab. Die Märkte reagieren auf die weltweite Finanzkrise und die Sorge um insolvente Banken.
Auch die Einzelhandelsumsätze leiden in besonderem Maße unter der gegebenen Situation, da ein Großteil der Verbraucher dem Rettungspaket nach wie vor skeptische gegenüber steht und nicht an eine schnelle Lösung der Konjunkturkrise glaubt. Bislang konnte die Durchsetzung des Paulson-Plans, die Finanzsysteme zu retten, die Anleger nicht beruhigen.
Heute werden nur wenige Wirtschaftsindikatoren aus den USA erwartet. US-Notenbankchef Ben Bernanke wird sich zur Zukunftsperspektive der Finanzmärkte äußern. Anleger können von einer hohen Volatiltät der Märkte zum Zeitpunkt der Ansprache ausgehen. Weiteres wichtiges Ereignis um 18:00GMT: Das Protokoll der Sitzung vom 16. September des Offenmarktausschuss der Notenbank (FOMC). Dieses wird einen Einblick in die Wirtschaftslage gewähren, die Einfluss auf die Abstimmung der Mitglieder über die Zinsrate nahm sowie einen Ausblick auf zukünftige Wahlresultate geben.
EUR – EUR verliert heftig an Boden gegen den JPY, während die Euromärkte zusammenbrechen
Gestern fiel der EUR auf ein 14-Monatstief gegenüber dem USD und notierte bei 1,3472. Dies war der niedrigste Wert seit dem 22. August 2007. Die 15-Nationen-Währung verlor 16% ihres Wertes im Vergleich zu ihrem historischen Hoch von 1,6038 im Juli dieses Jahres. Gegen den JPY stürzte der EUR bis auf die 135,00-Marke, ähnlich wie im September 2005. Die europäische Währung verlor über 600 Pips im Vergleich zur Eröffnungsmarke bei 141,91.
Anleger meiden den EUR, seitdem sich sein Wert drastisch verschlechtert hat. Diese Entwicklung stellte sich ein, nachdem sich die Regierungen der vier größten europäischen Wirtschaftssysteme gegen einen abgestimmten Rettungsplan entschieden hatten. Genau dieser Mangel an Einigung seitens Europas Gesetzesgeber, einen Rettungsplan für die Eurozone zu entwickeln, der dazu beitragen soll, die Finanzkrise ihrer Region zu stoppen, die wiederum das globale Wirtschaftswachstum bedroht, gilt als Ursache für den gestrigen “Schwarzen Montag”, an dem die europäischen Aktien den größten prozentualen Sturz innerhalb eines Tages erlebten. Darüber hinaus wurde der Sturz der Märkte vom Notlageplan für zwei große europäische Banken ausgelöst sowie von der Garantie für Bankeinlagen durch mehrerer europäische Regierungen.
Für heute werden zwei wichtige wirtschaftliche Ereignisse aus der Eurozone erwartet. Deutschlands Auftragseingänge der Industrie sollen um 0,2% ansteigen, was einen Unterschied von 1,9% im Vergleich zum Rückgang von 1,7% im vergangenen Monat darstellt. Dieser Indikator misst den Wert neuer Auftragseingänge heimischer Hersteller für kurz- sowie langlebige Wirtschaftsgüter und gilt als präziser Frühindikator der gesamten Entwicklungen in der Eurozone. Um 1:30 GMT wird EZB-Präsident Jean-Claude Trichet eine Rede halten, in der er sich zur aktuellen finanzwirtschaftlichen Lage der Eurozone äußern wird. Anleger sollten diese Ansprache aufmerksam verfolgen. Hohe Marktvolatilität stellt sich in der Regel zu einem solchen Zeitpunkt ein. Trichets Reden nehmen üblicherweise großen Einfluss auf die Tendenzen des EUR. In seiner Ansprache werden voraussichtlich Hinweise auf zukünftige Maßnahmen im Rahmen der Geld- und Währungspolitik für die 15-Nationen-Währung herauszuhören sein.
JPY – JPY profitiert von starker Risikobereitschaft und verbessert seinen Wert gegenüber den Hauptwährungen
Der JPY durchlief gestern einen zinsbullischen Börsengang und konnte gegenüber allen Währungsgegnern an Boden gewinnen. Der JPY hat aufgrund der raschen Auflösung von Carry Trades, wie zuvor bereits erlebt, zu einem wahren Höhenflug angesetzt . Das Carry Trading ist eine beliebte Online Forex-Strategie, die von den verschiedenen Zinssätzen zwischen zwei Währungen, wie z. B. NZD, AUD und EUR profitiert.
Die Flucht aus Carry Trades trieb den Verkauf des EUR an, während US-Aktien die Aktienmärkte aufgrund anhaltender Kreditsorgen die Anleger dazu veranlassten, ihre Risikobereitschaft einzuschränken.
Wie gewöhnlich stehen die Tendenzen des Yen wenig im Zusammenhang mit den wirtschaftslichen Entwicklungen innerhalb Japans. Die asiatische Währung reagiert verstärkt auf eine umfassende Risikobereitschaft. Heute werden Japans Märkte ihren Einfluss jedoch auf den JPY nehmen. Die maßgebliche Overnight Call Rate bleibt vorerst unverändert bei 0,50%, JPY-Anleger sollten sich jedoch auf die anstehende Pressekonferenz der Bank of Japan konzentrieren, in der Japans Wirtschaftsausblick Thema sein wird.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Dieses Paar hat gestern zum ersten Mal seit August 2007 die Schlüsselmarke von 1,3450 durchbrochen. Dies verdeutlich das Ausmaß des aktuellen Abwärtstrends. Auf der Tages-Chart ist zu erkennen, dass das Paar nach wie vor unterhalb der unteren Grenze der Bollinger Bands schwankt. Dies weist wiederum darauf hin, dass sich die Abwärtstendenz weiter fortsetzen könne. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen, ist eventuell die richtige Entscheidung für heute.
GBP/USD
Nachdem das Paar auf ein Rekordtief von 1,7330 gefallen ist, hat sich eine leichte Korrigierung eingestellt und GBP/USD verbesserte sich zunächst bis auf die 1,7640-Marke. Momentan sind alle Oszillatoren auf der 1-Stunden-Chart abwärts gerichtet. Kaufen könnte eine gute Strategie für heute sein.
USD/JPY
Zu Wochenbeginn hat dieses Paar über 600 Pips verloren und schwankt nun um die100,20-Marke. Seitdem sich jedoch ein zinsbullisches Kreuz des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart abzeichnet, stieg das Paar bedeutend an und wird mittlerweile um die 101,80 gehandelt. Der Slow Stochastic bewegt sich derzeit um die 50-Marke und deutet darauf hin, dass der Aufwärtstrend weiteres Potential in sich trägt. Kaufen könnte auch hier eine gute Entscheidung für heute sein.
USD/CHF
Auf der Tages-Chart bildet sich eine eindeutig zinsbullische Handelsspanne heraus, in deren Mitte das Paar mittlerweile schankt. Dennoch geben alle Oszillatoren der 4-Stunden-Chart abwärts gerichtete Signale aus, was ein Zeichen dafür sein kann, dass das Paar leicht fallen wird. Hier könnte es von Vorteil sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


