2008-10-16
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Dollar steigt trotz negativer Zahlen
Trotz schlecht ausgefallener US-Indikatoren am gestrigen Handelstag konnte der USD den Hauptwährungen gegenüber einen Wertzuwachs verzeichnen. Wie kommt diese Entwicklung zustande? Experten zufolge zeichnen eine verminderte Risikobereitschaft sowie Marktunsicherheiten dafür verantwortlich. Anlegern ist derzeit die Lust am Investieren vergangen. Der Rückgang an Risikobereitschaft lässt darauf schließen, dass Anleger beständigere Marktkonditionen abwarten. Die unterschiedlichen Rettungspläne, wiederholte Bankpleiten sowie die anstehende Präsidentschaftswahl in den USA tragen gemeinsam zu einer Art Warteposition der Anleger bei. Darüber hinaus nehmen die negativ ausgefallenen Zahlen der US-Einzelhandelsumsätze sowie der europäische Verbraucherpreisindex ihren Einfluss auf die Märkte.
Nach der vorsichtigen Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke erwarten Experten nun weitere Leitzinssenkungen. Bernanke warnte in seiner Ansprache, dass sich der erwartete Wirtschaftsaufschwung so schnell nicht einstellen würde. Vielmehr sei dies ein langwieriger Prozess, der, gefolgt von der Unterstützung der Immobilienmärkte, mit einer Stabilisierung des Bankensystems beginnt. Es würde einige Zeit dauern, bis der reguläre Kreditfluss wieder hergestellt sei. Gleichzeitig versprach Bernanke, dass die US-Notenbanken sich weiterhin hartnäckig für die Bekämpfung der Finanzkrise einsetzen würden. Nachdem gestern die September-Zahlen für die Einzelhandelsumsätze veröffentlicht wurden, stürzten die US-Aktienmärkte heftig.
EUR – EZB unterstützt ungarische Zentralbank
Gestern ergaben sich kaum Wertveränderungen für den EUR gegenüber den Hauptwährungen. Trotz des sich fortsetzenden Abwärtstrends, ergaben sich angesichts der Marktnachrichten nur unbedeutende Kursschwankungen für die europäische Währung. Bei einer Vielzahl veröffentlichter Wirtschaftsdaten aus der Eurozone, Großbritannien sowie den USA, war überraschend wenig Volatilität zu beobachten. Neuesten Entwicklungen in der derzeit anhaltenden Finanzkrise zufolge, hilft die Europäische Zentralbank (EZB) der Ungarischen Zentralbank bei der Versorgung der Geldmärkte des Landes mit Euro. Zum Ende der vergangenen Woche war es infolge der aktuellen Finanzkrise zu spekulativen Angriffen auf ungarische Staatsanleihen gekommen. Angesichts der Spannungen an den Geldmärkten haben zahlreiche Notenbanken sich zur Zusammenarbeit entschlossen.
Gestern war der wichtigste Indikator aus der Eurozone der Verbraucherpreisindex (CPI). Dieser Index wurde unverändert bei 3,6%, wie auch im vergangenen Monat, ausgegeben. Stabile Zahlen reichen momentan jedoch nicht aus, dem EUR einen Aufwärtstrend zu bescheren. Vielmehr verstärkt sich die Sorge um ein lahmendes Wirtschaftswachstum und nimmt Einfluss auf die Tendenzen der 15-Nationen-Währung. Ähnlich wie für die US-Wirtschaft scheinen auch hier Indikatoren weniger einflussreich als Nachrichten zu den verschiedenen Rettungsplänen, die derzeit vornehmlich die Handelswelt bestimmen. Die Risikobereitschaft der Händler ist geringer als je zuvor. Bis sich das Anlegervertrauen wieder stabilisiert, wird das Handelsvolumen beschränkt bleiben.
Heute wird es um den EUR wieder ruhig bleiben, denn nur ein Indikator aus der Eurozone wird erwartet. Die italienische Handelsbilanz soll laut Prognosen noch schlechter als im vergangenen Monat ausfallen, was dem EUR voraussichtlich schaden wird. Dennoch werden die übrigen Hauptwährungen mehr Einfluss auf die Bewegungen des EUR nehmen. Dazu gehören: GBP, JPY und USD, deren Wirtschaftssysteme heute wichtige Daten produzieren, die dem EUR mehr als andere bestimmende Faktoren, Volatilität bringen können.
JPY – JPY erreicht außergewöhnlich hohen Wert im Spot Trading
Nachdem gestern ein starker Rückgang für die US-Einzelhandelsumsätze veröffentlicht wurde, kletterte der JPY auf ein 7-Monatshoch gegenüber dem Dollar. Zu Handelsschluss notierte Japans Währung bei 99,60. Auch gegenüber dem EUR verbesserte sich der Yen in seinem Wert, erreichte ein 3-Jahreshoch und schloss bei 134.55. Experten zufolge setzte diese Entwicklung infolge gestern veröffentlichter Daten aus Japan ein. Da sich die auf den Export basierende japanische Wirtschaft die fallenden Rohölpreise zu Nutze machen konnte und somit ihre Transportkosten senkt, verzeichnete der JPY einen deutlichen Wertzuwachs. Außerdem scheint der JPY, wie bereits in früheren Analysen erklärt, zu profitieren, sobald die übrigen Hauptwährungen ins Straucheln geraten. Der Yen gewinnt derzeit an Momentum, während die globalen Märkte unter einer weltweiten Verunsicherung leiden.
Heute ist lediglich eine Indikatorveröffentlichung aus Japan für Anleger bedeutend: der Index Tertiary Industry Activity, der um 23:50 GMT auf der Agenda steht. Offiziellen Prognosen zufolge, soll sich dieser Indikator im Vergleich zum Vormonat verschlechtern. Stellt sich jedoch ein gegenteiliges Ergebnis ein, könnte sich dies äußerst positiv auf Japans Währung auswirken, da die Schaffung neuer Arbeitsplätze und gesteigerte Investitionsbereitschaft damit einhergehen. Trotzdem sollten JPY-Anleger heute verstärkt auf die Tendenzen der JPY-Währungsgegner Acht geben. Diese können Aufschluss auf zukünftige Entwicklungen des JPY geben.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Slow Stochastic und RSI der Tages-Chart deuten auf ein Fortbestehen der derzeitigen Abwärtskorrigierung hin. Darüber hinaus ist eine deutlich rückläufige Handelsspanne auf der 4-Stunden-Chart zu erkennen. Alle Indikatoren der Stunden-Chart sind momentan abwärts gerichtet. Verkaufen könnte eine gute Entscheidung für heute sein.
GBP/USD
Dieses Paar befindet sich inmitten eines äußerst starken Abwärtstrends, der bereits vor Wochen eingesetzt hat. Ein Momentum ist deutlich zu erkennen und scheint auf lange Sicht gesehen weiteres Potential in sich zu tragen. Kurzfristig gesehen weist ein zinsbullisches Kreuz auf der Stunden-Chart darauf hin, dass sich eine minimale Korrigierung einstellen könnte, bevor der Abwärtstrend sich fortsetzt. Bei Höchstständen zu verkaufen, könnte heute eine bevorzugte Strategie sein.
USD/JPY
Dieses Paar unterliegt bereits seit geraumer Zeit hohen Kursschwankungen, ohne erkennbare Tendenz. Der Slow Stochastic der Tages-Chart gibt gemischte Signale aus. Auch die Oszillatoren der 4-Stunden-Chart lassen keine eindeutige Ausrichtung erkennen. Eine gute Strategie für heute könnte lauten: Warten Sie ein deutlicheres Signal auf der Stunden-Chart ab.
USD/CHF
Dieses Paar befindet sich nach wie vor inmitten eines kontinuierlichen Aufwärtstrends, der bislang keine Anzeichen einer Beruhigung erkennen lässt. RSI und Momentum auf der Tages-Chart sind nach wie vor positiv geneigt. Dies deutet darauf hin, dass weiteres Potential für diesen Aufwärtstrend besteht. Sollte das Paar einmal die 1,150-Marke durchbrechen, wird sich voraussichtlich eine weitere starke Aufwärtsbewegung einstellen.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


