2008-10-22

Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Gesteigerte USD-Nachfrage bringt Dollar auf beachtliche Höhe
Während Regierungen weltweit zeitgleich ihre neuen Strategien zur Währungspolitik aufstellen, klettert der USD gegen den EUR auf neue Rekordhöhen seit Februar letzten Jahres. Begleitend nimmt das Anlegervertrauen jedoch wieder ab, nachdem die US-Notenbank angekündigt hat, dass sie ihr Rettungsprogramm mit bis zu $540 Mrd. ausweitet. Die Gelder sollen in Geldmarktfonds gepumpt werden, die in den vergangenen Monaten stark unter Druck geraten waren. Die Ausweitung des Rettungspakets verleiht Anlegern das Gefühl, die Finanzkrise sei noch nicht überwunden.
Gegenwärtig verhilft die in der Eurozone vorherrschende Angst vor einer Rezession dem USD, an Boden zu gewinnen. Der GBP fiel bis unter die $1,6700 Grenze und verlor dabei 749 Punkte. Die Bank von England sieht auf die britische Wirtschaft die erste Rezession seit 1992 zukommen. In seinem aktuellen Herbstbericht bestätigt der IWF die Prognosen einer Rezession für Großbritannien und die Eurozone.
Dagegen scheint die US-Wirtschaft bei ihrem verhältnismäßig niedrigen Leitzins in der Lage zu sein, eine drohende Rezession abzuwenden und ihr Wirtschaftswachstum anzutreiben. Sollten sich die schlechten Konjunkturaussichten in Europa fortsetzen, könnte dies für den Dollar von Vorteil sein und noch bis zum Wochenende zu einem Level um $1,2500 führen.
Derzeit lässt sich auf allen Charts ein deutlicher Aufwärtstrend des USD erkennen. Dieser könnte bestehen bleiben, solange sich die Konjunkturschwäche außerhalb der USA fortsetzt und der Preis des Rohöls weiterhin fällt. USD-Anleger sollten ihr Augenmerk heute auf das Vereinte Königreich richten, da aktuell ungewöhnliche Kursschwankungen für das Kurspaar GBP/USD beobachtet werden.

EUR – IWF veröffentlicht Wirtschaftsbericht mit trübem Ausblick
Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt in seinem ernüchternden, gestern veröffentlichten Bericht für alle größeren europäischen Wirtschaftssysteme eine Phase der Rezession voraus. Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum könnte sich auf dem europäischen Kontinent vorerst auf 1,3% reduzieren und im Jahre 2009 sogar bis auf 0,2% fallen.
Die EZB könnte daher anstreben, ihren Leitzins wieder zu senken, um das Wirtschaftswachstum innerhalb der Eurozone anzutreiben. Dies könnte sich wiederum negativ auf den EUR auswirken. Einige Experten rechnen bei der drohenden Rezession und den kontinuierlich fallenden Rohölpreisen mit einer Leitzinssenkung um 100 Basispunkte. Die EZB könnte ihre Zinsrate im nächsten Jahr bei 2,25% festsetzen.
Dennoch sei der EUR nach Ansicht von IWF-Chef Strauss-Kahn nach wie vor stark überbewertet. Diese Aussage könnte Auslöser für den sich gestern ergebenen 362-Punktesturz des Kurspaares EUR/USD sein. Des Weiteren bringen schwache Wirtschaftszahlen die europäische Währung auf neue Tiefstände innerhalb der letzten 21 Monate. Gegen den JPY fiel der EUR ebenfalls auf den niedrigsten Wert seit Juni 2005.
Im frühen Morgenhandel durchbrach der Dollar die psychologisch Marke von $1,300. Größter Einflussfaktor auf den EUR bleibt jedoch derzeit die schwache Wirtschaft der Eurozone. Für EUR/USD könnten sich weitere Wertverluste ergeben.

JPY – JPY erreicht 4-Jahreshoch gegenüber dem EUR
Trotz Prognosen einer bevorstehenden Rezession und dem plötzlichen Sturz der japanischen Aktienmärkte am gestrigen Handelstag, steigerte der Yen seinen Wert überraschenderweise gegenüber den Hauptwährungen. Gegen den Dollar legte der JPY 153 Punkte zu und gewann nahezu 600 Punkte gegen den EUR. Dabei erreichte die japanische Währung einen Kurswert, der seit April 2004 nicht zu beobachten war. Dieser starke Wertzuwachs wurde von Spekulationen über zukünftige Zinssenkungen in der Eurozone sowie der sich verschlechternden wirtschaftlichen Situation in Übersee ausgelöst.
Landeseigene Wirtschaftsindikatoren spielen hierbei eine untergeordnete Rolle. Besorgte Anleger wenden sich nach wie vor von gewinnträchtigen Währungen mit hohem Risiko ab. Stattdessen konzentrieren sich Devisenhändler auf den JPY und treiben somit dessen Wert gegenüber den Kurspaaren in die Höhe.

Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Dieses Paar hat gestern zum ersten Mal seit August 2007 die psychologische Marke von 1,3000 durchbrochen. Dies verdeutlicht die Stärke des aktuellen Abwärtstrends. Auf der Tages-Chart ist zu erkennen, dass das Paar nach wie vor unterhalb der unteren Grenze der Bollinger Bands schwankt, was darauf hinweist, dass sich die Abwärtstendenz weiter fortsetzen könnte. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen, könnte die richtige Entscheidung für heute sein.

GBP/USD
Dieses Paar befindet sich inmitten eines äußerst starken Abwärtstrends, der bereits vor einer Woche eingesetzt hat. Ein Momentum ist deutlich zu erkennen und scheint auf lange Sicht weiteres Potential in sich zu tragen. Momentan sind alle Oszillatoren auf der Stunden-Chart abwärts gerichtet. Verkaufen könnte eine gute Strategie für heute sein.

USD/JPY
Dieses Paar unterliegt bereits seit einer Weile hohen Kursschwankungen, ohne erkennbare Ausrichtung. Der Slow Stochastic der Tages-Chart gibt gemischte Signale aus. Auch die Oszillatoren der 4-Stunden-Chart lassen keine eindeutige Tendenz erkennen. Eine gute Strategie für heute könnte lauten: Warten Sie auf deutlichere Signale auf der Stunden-Chart.

USD/CHF
Dieses Paar befindet sich nach wie vor inmitten eines kontinuierlichen Aufwärtstrends, der bislang keine Anzeichen eines Endes erkennen lässt. RSI und Momentum auf der Tages-Chart sind nach wie vor positiv geneigt. Dies deutet darauf hin, dass weiteres Potential für diesen Aufwärtstrend besteht. Sobald das Paar die 1,1750-Marke durchbricht, wird sich voraussichtlich erneut eine starke Aufwärtsbewegung einstellen.

Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard

 

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